Zucht im Haus Gottes – mit Weisheit handeln von EAB (Buchbesprechung)

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Zucht hat mit „ziehen“ zu tun. Gott möchte uns nämlich zu sich selbst hinziehen. Das hat Er grundsätzlich bei den Menschen getan, die sich bekehrt und Jesus Christus als ihren persönlichen Retter angenommen haben. Er hat aber das Ziel, uns auch in unserem praktischen Glaubensleben zu sich zu ziehen. Dazu benutzt Er unter anderem die Zucht. Sie hat bei Gott immer ein positives Ziel. Und Zucht hat eben auch mit seinem Haus zu tun – ein bildlicher Ausdruck für seine Versammlung – wo Gottes eigene Hausordnung gilt.

Ernst-August Bremicker weist in seinem Buch darauf hin, dass das griechische Wort für Zucht (paideia) vom Wort „Kind“ abgeleitet ist und als Hauptwort nur an drei Stellen vorkommt: In Epheser 6,4 geht es um die Erziehung der Kinder. In 2. Timotheus 3,16 behandelt Paulus die Wirkung des Wortes Gottes und spricht über dessen unterweisende Wirkung. In Hebräer 12 behandelt der Geist Gottes das Thema „Züchtigung“, also das, was wir am ehesten mit diesem Wort verbinden. Und von Beginn an macht Er deutlich, dass diese aus Liebe geschieht. Der Autor des Buches zeigt dann das Ziel der Zucht des himmlischen Vaters auf: dass wir in Übereinstimmung mit seiner Heiligkeit leben.

Im ersten Teil des Buches unterscheidet Ernst-August Bremicker die verschiedenen Formen der „Zucht“ in der Versammlung (Gemeinde, Kirche) Gottes. Denn es geht ihm nicht um die Zucht in Familie oder sonstigen Lebensbereichen, sondern darum, was Gott uns im Blick auf die Verantwortung in der örtlichen Versammlung lehrt. Manche haben gedacht, dass nur der Ausschluss aus der praktischen Gemeinschaft nach 1. Korinther 5 wirklich Zucht wäre. In diesem Teil des Buches lernen wir jedoch, dass es viel mehr Arten von Zucht gibt. Sie betrifft den Dienst, den wir als Christen untereinander tun können, wie zum Beispiel die geistliche Fußwaschung; auch das Zurechtweisen in der Versammlung; und auch das Handeln mit einem Sektierer bzw. mit solchen, die einen Ältestendienst ausüben und zugleich in sichtbarer Weise sündigen. Und natürlich kommt dann auch noch die stärkste Form von Zucht der Ausschluss hinzu.

Im zweiten Teil des Buches findet der Leser eine Vers-für-Vers-Auslegung von 1. Korinther 5. Das ist das Kapitel des Neuen Testaments, das den Ausschluss der örtlichen Versammlung vorstellt. Schließlich werden im dritten Teil 11 Fragen beantwortet, die im Zusammenhang mit Zucht und Ausschluss immer wieder aufkommen.

Zucht ist kein „erbauliches Thema“, wie der Autor zu Beginn seines Buches schreibt. Aber es ist ein wichtiges Thema, gerade in einer Zeit, in der die Gefahr besteht, dass die biblischen Anordnungen, die mit einem Leben in Heiligkeit zu tun haben, nicht mehr ernst genommen werden. Vor diesem Hintergrund empfehle ich dieses Buch jedem interessierten Leser. Man kann es auch gut als Nachschlagewerk verwenden, wenn es in der Praxis einmal um eine bestimmte Zuchtmaßnahme geht, oder man sich die verschiedenen Schritte des Vorgehens bei einer Zucht einmal ansehen muss/möchte.

Das Buch ist bei VCG erschienen (2012), umfasst gut lesbare 175 Seiten, enthält ein Bibelstellenverzeichnis und kostet 10 Euro. Beziehen kann man dieses Buch über: Zucht im Haus Gottes
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