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73% der Befragten halten den demographischen Wandel für ein ernsthaftes Problem, interessanterweise die unter 30-Jährigen am wenigsten. Im Durchschnitt fühlen sich 46% der Bevölkerung jünger als sie sind, am meisten die 60-74-Jährigen, die über 74-Jährigen sehen das fast wie der Durchschnittswert. Altsein verbinden die meisten mit Symptomen wie auf Betreuung und Pflege angewiesen zu sein, Beeinträchtigungen zu erkennen, aber auch, ein bestimmtes Lebensalter erreicht zu haben. Im Durchschnitt hält man einen Menschen dann für alt, wenn er 70 Jahre alt ist. Logischerweise erhöht sich dieses Alter, je älter man ist ... Für die unter 30-Jährigen dagegen ist bereits ein 61 Jahre alter Mensch „alt“.

Bei der Beschreibung der alten Menschen springen mir – neben erwarteten Äußerungen – besonders ins Auge, dass Alte oft jünger wirken als sie sind, dass man viel von ihnen lernen kann, dass sie oft in guten finanziellen Verhältnissen leben. Aber sie haben feste Gewohnheiten und Vorstellungen, sind oft einsam (besonders die über 74-Jährigen), haben oft das Gefühl, die Welt nicht mehr zu verstehen und tun sich schwer damit, von anderen abhängig zu sein. – Soweit die Statistik.

Was machen wir für uns (jüngere) Christen nun daraus? Der demographische Wandel hat oft auch in den christlichen Zusammenkünften Einzug gehalten. Zwar sind christliche Familien oftmals – Gott sei Dank – noch kinderreicher, soweit der Herr Kinder schenkt. Aber auch bei uns hat die Anzahl der Kinder im Vergleich zu vorhergehenden Generationen deutlich abgenommen. Ob das alles „umweltbedingt“ oder aufgrund bewusster Entscheidungen so gekommen ist, muss jedes Ehepaar für sich selbst vor dem Herrn klären. Es ist zwar gesegnet, viele ältere Christen in den Zusammenkommen zu haben – zweifellos. Aber es wäre genauso gesegnet, mehr jüngere Christen zu kennen. Daher ist für uns eine Anstrengung nötig – vielleicht mehr als früher – auch jüngere Menschen für den Herrn Jesus „zu gewinnen“. Sehen wir hier unsere Verantwortung?

Viele ältere Menschen fühlen sich jünger als sie sind – und sie wirken auch jünger. Das kann daran liegen, dass die medizinischen, hygienischen, arbeitsmäßigen und sonstigen Umweltbedingungen günstiger sind, gesund älter zu werden. Dafür dürfen wir dankbar sein. Andererseits kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass wir uns zum Teil auch künstlich jünger machen. Man will nicht mehr als „Alter“ zählen, also macht man sich jünger. Durch das Äußere (Kleidung, Haartracht, Haarfarbe – es gibt leider kaum noch Frauen, deren Alter man an ihren Haaren erkennen kann, weil sie zu diesem Alter stehen –, Wortwahl, usw.) will man jünger erscheinen. Vergessen wir nicht leicht, dass Gott gerade mit dem Alter eine besondere Auszeichnung der Würde verbunden hat? „Das graue Haar ist eine prächtige Krone: Auf dem Weg der Gerechtigkeit wird sie gefunden“ (Spr 16,31). Die Farbe des Haars ist hier nicht nur buchstäblich gemeint, sondern steht auch zugleich symbolisch für das Alter. Dazu darf und soll man stehen.

Dann aber stehen mit dem Alter Beeinträchtigungen in Verbindung. Man wird einsam, ist von anderen abhängig, auf deren Hilfe angewiesen. Das alles macht es nicht leicht, wirklich alt zu werden. Auch hier sind wir Jüngeren gefordert, eine Hilfestellung zu geben, die für alte Christen auch annehmbar ist. Gehen wir in Liebe auf sie zu? Fühlen sie sich von uns gegängelt, oder liebevoll angenommen, auch mit ihren Schwächen, Fehlern, und dann auch mit ihrer Demenz? Wie viel Liebe hat uns die elterliche Generation entgegengebracht! Sind wir bereit, mit Geduld etwas zurückzugeben?

Natürlich haben alte Menschen, auch wenn sie Christen sind, einen engeren Horizont. Vielleicht sind sie auch starr (das muss aber nicht so sein! – Es wäre schön, wenn ältere Christen auch hier lernen, ein weites Herz für die Anliegen jüngerer Christen zu bewahren) – aber lasst uns nicht vergessen, dass wir alle einmal älter werden, wenn der Herr Jesus noch nicht zurückgekommen ist, um uns in den Himmel zu holen. Sind wir auch solche, die ihnen ein wenig die Neuerungen unserer Zeit erklären, um sie Anteil nehmen zu lassen an dem, was junge Menschen beschäftigt und betrifft? So sieht praktische Gemeinschaft aus.

Wenn es so ist, dass es älteren Christen finanziell besser geht, haben sie natürlich hier eine schöne Aufgabe, gerade jungen Familien, die oft mit dem Cent rechnen müssen, eine Hilfe zu sein. So kann aus einem Nebeneinander ein wunderbares Miteinander werden, ohne dass der eine nur dann etwas tut, wenn er von dem anderen auch etwas zurückerhält. Wahre Liebe – die uns als Jünger des Herrn auszeichnen sollte – ist, dass man die Bedürfnisse der jeweils anderen zu stillen sucht. Eine lebenslange Herausforderung!

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