Lesezeit: 2 Min.

Das Thema Sterbehilfe geht in eine andere Richtung. Euthanasie ist die aktive Herbeiführung des Todes, sogenannte passive Sterbehilfe das Nichtergreifen oder -fortführen von Maßnahmen, die das Leben eines Menschen erhalten. Man muss bei diesen Begriffen sicher unterscheiden zwischen der Gesetzeslage und dem Standpunkt eines Christen auf der Grundlage der Bibel. Beispielsweise wird in Deutschland eine Handlung als rechtswidrig angesehen, die im Widerspruch zu einer Patientenverfügung steht, in welcher der Patient ausdrücklich entschieden hat, in bestimmten gesundheitlichen Situation keine lebenserhaltenden Maßnahmen anzuwenden.

Das Leben eines Menschen gehört Gott, da dieser der Schöpfer des Menschen und damit auch des menschlichen Lebens ist (vgl. 1. Mo 1,27; Kol 1,16; 1. Tim 4,10). Das biologische, physische Leben des Menschen ist durch die Sünde derart beeinträchtigt, dass der Alterungsprozess schon sehr früh eintritt. Dennoch möchte Gott Leben erhalten, und zwar in würdiger Weise. In diesem Sinn will Er auch nicht, dass Menschen dahinsiechen – Er will auch nicht, dass Menschen durch Krankheiten leiden.

Dennoch lässt Gott diese Folgen der Sünden zu, manchmal auch mit dem Zweck, uns zu erziehen. Aber Er ist nicht nur der Lebensspender, sondern Er behält sich auch das Recht vor, das Leben eines Menschen zu erhalten. Das ist ja auch der Grund dafür, dass wir kein Blut trinken/essen dürfen, denn im Blut ist das Leben (1. Mo 9,4.5; 3. Mo 17,14; Apg 15,29). Das heißt nicht, dass wir nicht die Verantwortung hätten, unser Leben, was in unseren Möglichkeiten liegt, so zu gestalten, dass es nicht in leichtsinniger Weise Todesgefahren ausgesetzt wird.

Noch einen ergänzenden Punkt: Wenn ein Mensch klinisch tot ist, also beispielsweise keine Gehirnströme mehr gemessen werden können (Hirntod), Maschinen aber die Organe noch soweit versorgen können, dass das Herz schlagen kann, stehen Angehörige oft vor der Entscheidung, ob sie einem Abschalten dieser Maschinen zustimmen. Das ist im Sinn der angeführten Bibelstellen kein Beenden des Lebens durch einen Menschen – er ist schon tot, soweit man das als Mensch erkennen kann.

Natürlich wünschen wir uns alle, dass wir einen „angenehmen Tod” sterben, obwohl das Sterben nie angenehm ist. Es erinnert uns an die Folgen der Sünden, denn der Tod kam durch die Sünde in diese Welt. Zudem ist das Zerstören der Hütte, wie Paulus das Sterben einmal bezeichnet (2. Kor 5,1), in aller Regel ein schmerzhafter Prozess, wenn er nicht plötzlich eintritt. Dennoch dürfen wir Gott bitten, dass dieser Weg nicht zu schwer wird. In seiner Weisheit kann Gott aber auch anderes zulassen, wie wir manchmal in unseren Familien erleben.

Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Aktive Sterbehilfe: Was sagt die Bibel dazu? Manuel Seibel Euthanasie - ein Stichwort, das derzeit stark diskutiert wird. Nachdem inzwischen das Sterben eines Patienten, der "freiwillig" und aktiv aus dem Leben schied, aufgezeichnet und im Fernsehen gezeigt wurde, wird intensiv über die Ethik der ... Artikel lesen
Zu wem sollen wir gehen? Michael Hopp Petrus fragte: Zu wem sollen wir gehen? Und tatsächlich gibt es nur eine Person, zu der wir gehen können ... Artikel lesen
Gedanken zur Offenbarung Daniel Melui Das Buch der Offenbarung ist das einzige direkt und nahezu vollständig prophetische Buch des Neuen Testaments und zeigt uns den glorreichen Abschluss der Wege Gottes mit dieser Erde. Artikel lesen
Seelsorger (1) Manuel Seibel Seelsorge oder Hirtendienst ist ein echt wichtiger Dienst heute. Warum? Weil so viele Christen (und auch ungläubige) Menschen mit Problemen zu tun haben. Etwas steht zwischen ihnen und Gott, zwischen ihnen und anderen Menschen. Oder sie kommen mit ... Video ansehen
Hilfe oder HIndernis (2) Charles H. Mackintosh „Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, jedes einzelne von ihnen an dem Leib, wie es ihm gefallen hat“ (1. Korinther 12,18). Artikel lesen
Gottes ewiger Vorsatz John Nelson Darby „Indem Er uns kundgemacht hat das Geheimnis Seines Willens nach Seinem Wohlgefallen, das Er sich vorgesetzt hat in sich selbst für die Verwaltung der Fülle der Zeiten: alles unter ein Haupt zusammen zu bringen in dem Christus, das was in dem ... Artikel lesen