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Licht ist vorhanden - haben wir ein einfältiges Auge?

Wenn in einem dunklen Raum eine Kerze angezündet wird, so können wir alle Gegenstände erkennen. Sie macht nicht nur sich selbst sichtbar, sondern erleuchtet auch alles ringsumher.

Unser (geistliches) Auge empfängt das Licht, aber das Auge kann einfältig oder böse sein. Es heißt nicht "einfältig oder zwiefältig" , sondern "einfältig oder böse". Wenn nicht Christus der Gegenstand ist, auf den unser Auge blickt, so beschäftigt uns irgend etwas Böses. Wenn unser Auge dagegen einfältig ist, so ist alles einfach, obwohl es auch dann Schwierigkeiten geben kann, wie es bei Paulus der Fall war.

Christus hat das Licht angezündet, damit wir unseren Zustand erkennen können

Eine Lampe stellt man auf ein Lampengestell, damit die Hereinkommenden das Licht sehen (Lukas 8,16). Der Mensch wird vor die Frage gestellt: "Sehe ich es oder nicht?" Christus hat das Licht in der Welt angezündet. Gott hat sich in Ihm kundgetan, und ein Ergebnis davon ist, dass du deinen Zustand erkennen kannst. Sagst du: "Erlaube mir, zuerst meinen Vater zu begraben" (vgl. Lukas 9, 59), so ziehst du Ihm etwas anderes vor.

Wenn mein Leib nicht ganz licht ist, so fehlt meinem Auge die Einfalt. Der Kraft Christi steht etwas entgegen, was ich noch nicht aufzugeben bereit bin. Menschen sagen, dass sie das nicht so sehen können. Nein, natürlich können sie das nicht so sehen, weil irgendein anderes "Licht" in ihr Auge fällt. Und wenn sie nicht in der Kraft des Lichtes wandeln, das sie heute noch haben, so wird das, was sie heute noch sehen, auch bald verloren gehen. Deshalb sagt der Herr: "Sieh nun zu, dass das Licht, das in dir ist, nicht Finsternis wird." Unser Urteil mag falsch sein, weil nicht mehr Christus der Maßstab ist, und dann wird das Licht Finsternis. Wir werden falsch geleitet und verfehlen den rechten Weg.

Wenn wir auf Christus schauen, verurteilen wir jede Sünde bei uns

Wenn das Auge von Christus erfüllt ist und wir alles in diesem Licht beurteilen, dann verurteile ich alles, was Christus nicht verherrlicht. Ich mag nur ein kleines Gefäß sein, aber ich muss ganz für Christus sein.

Mögen wir unseren Weg in der Kraft des Heiligen Geistes gehen und uns - unser Auge auf Ihn und nur auf Ihn gerichtet haltend - durch die göttliche Unterweisung unseres Herrn Jesus Christus dahin führen lassen, Ihm allein nachzufolgen und keinen anderen Weg zu begehren! Wenn dann andere Dinge vor unser Auge kommen, können wir sagen: "Eines aber tue ich" (Philipper 3,14).

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Erschienen in: Ermunterung und Ermahnung, 1995, S.11

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