Ablasshandel ist wieder zurück

Lesezeit: 2 Min.

Es ist seltsam, dass die katholische Kirche aus dem Desaster des Ablasshandels Johann Tetzels nichts gelernt hat. Dessen Ablässe waren ein wesentlicher Anlass für Martin Luther, seine Thesen zu formulieren und zu veröffentlichen. Immer wieder liest man in Verbindung mit Weltjugendtagen, dass der Vatikan Teilnehmern dieses Events einen vollkommenen Ablass ihrer zeitlichen Sündenstrafen schenkt.

Es ist zwar wahr, dass auch die Römisch-Katholische Kirche heute sagt, dass die Sündenvergebung im Blick auf die Ewigkeit nur Gott selbst in seiner Gnade schenken kann. Vielen Kirchenchristen aber bleibt diese Unterscheidung verborgen. Sie meinen, ewigen Strafen durch einen solchen Ablass entgehen zu können. Gottes Wort aber sagt ausdrücklich, dass durch Gesetzeswerke kein Mensch gerechtfertigt werden kann (Röm 3,20) – und diese Ablässe stellen nichts anderes als Gesetzeswerke dar. Wir müssen sie in jeder Hinsicht ablehnen.

Natürlich sollen wir einander vergeben (vgl. Eph 4,32). Aber das tun wir nicht, weil ein anderer etwas „tut“, zu einem Kirchentag geht, bestimmte Spenden leistet etc., sondern weil er ein Bekenntnis seiner Schuld ablegt, die er uns gegenüber auf sich geladen hat. Man kann keine Strafen abarbeiten – das ist eine Missachtung des Werkes Christi und eine Lästerung Gottes, der in seinem Wort vollkommen anders spricht.

Bis heute hat sich der Spruch gehalten: Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt – von Johann Tetzel. Das Gegenteil ist wahr. Die Kirche hat mit diesen Ablasshandeln Menschen in ihre Gefangenschaft gebracht und ist mit dafür verantwortlich, dass Menschen um den Preis ihrer Seelen irren und verloren gehen. Daher haben wir als Christen den Auftrag, die Wahrheit des Wortes Gottes zu verbreiten: Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Gott treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Der Glaube, das Bekenntnis und die innere Umkehr zu Gott, das zusammen ist das einzige Mittel der Bekehrung und führt zu Sündenvergebung. Die Grundlage dafür ist das Blut Christi, sein in den Tod gegebenes Leben.

Beitrag teilen

Verwandte Artikel

„Geht aus ihr hinaus, mein Volk!" (Off 18,1-10) Michael Hardt In Offenbarung 18 geht es immer noch um Babylon - aber nicht als Frau (die „große Hure") wie in Offenbarung 17, sondern als Stadt. Hier steht also die wirtschaftliche Macht im Vordergrund, nicht das religiöse System.  In beiden Kapiteln geht es ... Video ansehen
2 Fragen zum "Zurückziehen" aus der Gemeinschaft der Gläubigen und zum Behandeln von Sünde einer solchen Person (Teil 3) Manuel Seibel Es kamen noch zwei weitere Fragen zu diesem Themenkomplex, die wir gerne beantworten wollen:  3) Was ist, wenn derjenige, der sich zurückzieht, keine Gespräche zulässt, und man daher keine Möglichkeit hat zu prüfen, in welchem Zustand er sich ... Podcast anhören
Kehrte der „Papst“ ins Haus des Herrn „zurück“??? Manuel Seibel Es gab schon seltsame Äußerungen, die man in Verbindung mit dem Tod des sogenannten „Papstes“ Franziskus, Jorge Mario Bergoglio, zu lesen oder zu hören bekam. Man muss einmal „nüchtern" darüber nachdenken! Und das führt natürlich sofort ... Podcast anhören
Als Ehefrau und Mutter zurück in archaische Zeiten? Manuel Seibel Auch unter Gläubigen müssen sich junge Ehefrauen und Mütter heute oft verteidigen, wenn sie ihre Mutterrolle und ihre Aufgabe als Ehefrau zu Hause sehen, für den Ehepartner, für die Familie, für den Haushalt. Dabei hat eine solche ... Podcast anhören
Zurückschauen & Aufarbeiten: David & Jakob Manuel Seibel Es ist gut, an den Tagen vor einem Jahreswechsel einmal zurückzuschauen. So kann man Dinge aufarbeiten, die im vergangenen Jahr nicht so gut gelaufen sind. Jakob und David haben das mit ihrem ganzen Leben so gemacht. Im Kleinen können wir das ... Podcast anhören
Der Weg weg von Gott - und der Weg zurück Manuel Seibel Wie leicht fallen wir als Gläubige in Sünde. Wie schwer tun wir uns damit, zu bekennen und umzukehren. Und wie beschwerlich und oft auch langwierig ist der Weg zurück. Eine kleine Illustration anhand von Gottes Wort. Podcast anhören