Zurück zu den Ursprüngen

Lesezeit: 2 Min.

Das handelt sich nicht um eine große Bewegung. Und doch hat sich Anfang dieses Jahres eine Initiative gegründet, die zurück zu den Ursprüngen möchte. Sie nennt sich Evangelium 21.

Es geht besonders darum, dass die Bibel Gottes irrtumsloses Wort ist und in der Verkündigung Jesus Christus wieder zum Mittelpunkt werde. Offenbar stellen die Initiatoren um Matthias Lohmann aus München auch moralischen Niedergang in ihre Gemeinden wie dem Bund Freier evangelischer Gemeinden, dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und dem Bund Pfingstkirchlicher Gemeinden fest. Man dürfe, so wird betont, beispielsweise keine Paare in die Gemeinde aufnehmen, die unverheiratet zusammenleben. Bei schweren Vergehen müssten Sünder zurechtgewiesen und notfalls ausgeschlossen werden.

Weiterhin kritisieren diese Christen die sanften und seichten Predigten, Anspiele und dramatische Musik, womit Gemeinden nicht ausreichend betreut würden, sondern geistlich verhungerten. Eine Gemeinde werde nicht attraktiv durch gute Musik, große Gebäude und Bequemlichkeit, sondern durch Treue zu Gottes Wort. Mit Ehebrechern dürfe man keine praktische Gemeinschaft pflegen. In den Mittelpunkt der Predigten sollten auch nicht mehr Themen gerückt werden, sondern das Wort Gottes.

Es ist schön, wenn man sieht, dass mit solch einer Initiative der Verflachung des christlichen Glaubens entgegengewirkt wird die immer mehr um sich greift. Wir selbst aber sollten nicht meinen, dass wir uns von dem allgemeinen Trend abkoppeln. Wie schnell vergessen auch wir, immer wieder zum Anfang zurückzukehren, worauf die Apostel schon zu ihren Lebzeiten immer wieder hinwiesen: „Was von Anfang an war ...“ (1. Joh 1,1). Könnte es nicht sein, dass auch wir um der Mode willen mehr Themen als Bibeltexte predigen? Dass wir es den Zuhörern recht machen wollen, statt die Botschaft Gottes zu verbreiten? Dass wir im Blick auf lehrmäßige und moralische Verfehlungen toleranter geworden sind? Die Entstehung dieses Kreises in den Freikirchen sollte uns ein Denkanstoß sein, auch uns immer wieder neu auf die Botschaft und das Glaubensgut des Anfangs zurückzubesinnen. Das geht nicht von selbst ...

Beitrag teilen

Verwandte Artikel

2 Fragen zum "Zurückziehen" aus der Gemeinschaft der Gläubigen und zum Behandeln von Sünde einer solchen Person (Teil 2) Manuel Seibel Wir haben zwei Fragen von einem Bruder, einem Gläubigen erhalten. Den ersten Teil haben wir schon beantwortet, was das Zurückziehen betrifft. Nun wird im Blick auf eine solche Person weiter gefragt: Wenn diese Person konkret, offensichtlich und ... Podcast anhören
Sich etwas (konkret: die DDR) zurückwünschen, was es so nie gegeben hat Manuel Seibel Schon das Volk Israel hatte eine sehr verfremdete Rückerinnerung an das, was sie in Ägypten erleben mussten. So etwas kann auch heute passieren, wie man an manchen nostalgischen Rück-"Erinnerungen" zur DDR erkennen kann. Auch als Christen ... Podcast anhören
Geburtenrate von Jugendlichen geht zurück: ein gutes Zeichen? Manuel Seibel Vor einiger Zeit war in Verbindung mit dem sogenannten Welt-Mädchentag zu lesen, dass die Geburtenrate von jugendlichen Müttern zurückgehe. Das ist doch ein gutes Zeichen, oder? Etwas mehr zu Hintergründen und biblischen Bewertungen ... Podcast anhören
Die Versammlung Gottes (9) - eine Annäherung an den Ursprung Manuel Seibel Die Versammlung gehört dem Herrn Jesus, sie gehört Gott. Aber, warum ist sie gegründet worden, wann ist das passiert, mit welchem Ziel? Das sind Fragen, die wir nur teilweise beantworten können. Denn es geht um Fragen der Ewigkeit. Artikel lesen
Zurückschauen & Aufarbeiten: David & Jakob Manuel Seibel Es ist gut, an den Tagen vor einem Jahreswechsel einmal zurückzuschauen. So kann man Dinge aufarbeiten, die im vergangenen Jahr nicht so gut gelaufen sind. Jakob und David haben das mit ihrem ganzen Leben so gemacht. Im Kleinen können wir das ... Podcast anhören
Das alles muss ich zurücklassen! Die gute Saat Wenn ein Mann sich bereichert, wenn sich die Herrlichkeit seines Hauses vergrößert; ... wenn er stirbt, nimmt er das alles nicht mit; nicht folgt ihm hinab seine Herrlichkeit. Psalm 49,17.18 (aus: Folge mir nach - Heft 7/2011) Artikel lesen