Das Wort vom Anfang des Christus verlassen

Lesezeit: 2 Min.

Die Bergpredigt gehört zu den bekanntesten Teilen des Wortes Gottes, die viele als Lebensregel des Christen verstehen. Dazu wollen wir bedenken: Die Erlösung, das Werk des Herrn am Kreuz und dessen Folgen werden an keiner Stelle der Bergpredigt erwähnt. Ebenso wenig wird auf den persönlichen, rettenden Glauben an Christus hingewiesen. Es kann also nicht um unsere eigentliche Stellung als Christen und um die damit verbundene praktische Verwirklichung gehen.

Dies nimmt der Schreiber des Hebräerbriefes zum Anlass, Themen wie die Bergpredigt als „das Wort von dem Anfang des Christus" zu bezeichnen. Es sind Worte, die Christus hier auf der Erde gesprochen hat, bevor Er das Werk der Versöhnung vollbracht hatte. Diese Worte waren vollkommen! Aber sie beinhalteten nicht die gewaltige christliche Stellung, in der wir uns befinden. Die Worte des Herrn entsprachen exakt dem Zustand und den Bedürfnissen der Jünger damals; die christliche Wahrheit, die wir in den Briefen finden, geht weit darüber hinaus.

Die Christen aus den Juden standen in Gefahr, die ganze christliche Wahrheit wieder aufzugeben und zu den Anfängen zurückzukehren - zu dem, was der Herr Jesus zu seinen Jüngern damals gesprochen hatte. Deshalb wird ihnen gesagt: „Lasst uns fortfahren zum vollen Wuchs" (Heb 6,1).Das heißt nicht, dass wir die Worte von dem Anfang aufgeben und vergessen sollten. Aber sie sind wie Milch im Vergleich zur festen Speise (Heb 5,12). Die Milch ist weit entfernt von der Erhabenheit unserer jetzigen Stellung, verbunden mit einem auferstandenen und verherrlichten Herrn.

Beitrag teilen
Stichwörter

Verwandte Artikel

Opfer des Lobes George Vicesimus Wigram „Durch ihn nun lasst uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen“ (Heb 13,15). Artikel lesen
Hebräerbrief erklärt – Was er Christen heute zu sagen hat Michael Hardt Der Brief an die Hebräer gehört zu den tiefgründigsten und zugleich oft missverstandenen Schriften des Neuen Testaments. Viele Christen tun sich schwer mit diesem Text – doch das muss nicht sein. In diesem Video erfährst du: •    Wer die ... Video ansehen
Die unvergebbare Sünde: Habe ich sie vielleicht begangen? (Mt 12,31) Michael Hardt „Die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden." Ein Satz Jesu, der viele verunsichert hat – und er hat es in der Tat etwas in sich. Er wirft bei vielen Menschen Fragen auf: Kann es tatsächlich eine Sünde geben, die Gott ... Video ansehen
Der Wert gläubiger Frauen in Gottes Wort (30): Debora (2: eine geistliche Mutter) Manuel Seibel Debora war eine geistliche Mutter in Israel und ist damit ein Vorbild für geistliche Mütter in Christus. Was zeichnet sie aus? Podcast anhören
Auf der Suche nach Trost Manuel Seibel Menschen brauchen Trost, heute erst recht. Wenn man mit so vielen Krisen zu tun hat, benötigt man solche Hilfe. Kein Wunder, dass Journalisten Kirchenvertreter fragen. Wenn man dann einen Jesuiten befragt, der zugleich noch Zen-Meister ist, braucht ... Podcast anhören
Christus - der Tröster (1. Mo 5,29) Manuel Seibel Noah sollte die Menschen trösten angesichts der Not, die durch den Sündenfall und den Fluch, den Gott über die Erde ausgesprochen hat, ausgelöst worden ist. In Wahrheit gibt es nur den Einen, der diesen Trost und Beistand dauerhaft geben kann ... Podcast anhören