Schwören

Lesezeit: 2 Min.

Es war zu den Lebzeiten Jesu offensichtlich eine Gewohnheit, sein eigenes Wort mit einem Schwur zu verstärken und als wahr darzustellen. Aber wenn ein Mensch fast jede Behauptung mit einem Schwur bekräftigt, stellt sich damit heraus, dass seine Worte ansonsten nicht vertrauenswürdig sind. Jemand hat einmal gesagt: Bei jeder Gelegenheit Gott zum Zeugen anzurufen heißt, einen Abwesenden um Hilfe zu rufen, in dessen Gegenwart man nicht zu reden gewohnt ist.

Worin liegt nun die tiefere Belehrung des Herrn? Es wird klar, dass das Reden der Jünger immer die Wahrheit sein sollte. Ein Jünger, der sagen muss: „Ehrlich gesagt ...", stellt eigentlich sein sonstiges Reden selbst in Frage. Der Meister aber weist uns an, immer ein „ja" zu sagen, wenn wir ein „ja" meinen, und immer ein „nein" zu sagen, wenn wir ein „nein" meinen. Alles andere ist aus dem Bösen! Das heißt, man spricht nicht die Wahrheit.

Es ist im Übrigen interessant, dass genau diese Aussagen von Jakobus in seinem Brief (5,12) wiederholt werden. Er zeigt uns die Situation von Jüngern im Königreich Gottes und führt manche Anordnungen des Herrn weiter für uns aus. Auch Paulus unterstreicht diese Anordnung des Herrn in Epheser 4,25: „Deshalb, da ihr die Lüge abgelegt habt, redet Wahrheit, jeder mit seinem Nächsten, denn wir sind Glieder voneinander" (Eph 4,25). Das Christentum hat somit keinen Platz für Eide und für das Schwören.

Beitrag teilen
Stichwörter

Verwandte Artikel

Der Schwur und der Staatseid Manuel Seibel "Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, du sollst aber dem Herrn deine Eide erfüllen. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht" (Mt 5,33) - eine kurze Andacht. Artikel lesen
Markus 8,1-9 Manuel Seibel In Kapitel 8 finden wir das zweite Speisungswunder, das der Herr vollbracht hat. Hier nimmt Er alles in die Hand und stellt nicht so sehr die Jünger unter Verantwortung. Auch dieser Abschnitt gibt uns wertvolle Hilfestellung für unser ... Podcast anhören
Edmund Hillary: Der Erste am fernen Gipfel Manuel Seibel Es war der 29. Mai 1953, um halb zwölf Ortszeit. Edmund Hillary und sein Sherpa Tensing Norgay setzen ihren Fuß als erste Menschen - jedenfalls soweit uns bekannt - auf den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest. Es war ein kleiner Schritt ... Artikel lesen
Anregungen für Verlobte (63) – Abtreibung XI Manuel Seibel Das letzte Mal haben wir Voraussetzungen angeschaut, die man besitzen muss, um anderen, die gefallen sind und abgetrieben haben, eine Hilfe sein zu können. Dieses Mal wollen wir darüber nachdenken, wie man dann helfen kann. Artikel lesen
Naaman – ein Oberbefehlshaber lernt Gehorsam Klaus Brinkmann Naaman hat die schlimme und tödlich endende Krankheit „Aussatz", ein Bild von der Sünde. Jeder Mensch, der noch keinen Frieden mit Gott hat, „leidet" an dieser Krankheit, die in dem ewigen Tod, in dem sich nie mehr ändernden Zustand des ... Artikel lesen
Konflikt! Der Christ im Widerstreit mit der Welt, dem Fleisch und dem Teufel Grant W. Steidl In einem Buch über die drei großen Feinde des erlösten Menschen - die Welt, das Fleisch und den Teufel - gibt Grant W. Steidl auch eine Einführung in die biblische Bedeutung des Begriffs „Welt“. Das Buch ist leider vergriffen, kann aber auf ... Artikel lesen