Amerikanische Präsidentschaftskandidaten „vor“ der Kirche

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Die beiden Kandidaten um das Präsidentenamt Amerikas, John McCain und Barack Obama, haben sich weniger als 80 Tage vor der entscheidenden Wahl den kritischen Fragen des nach Umfragen einflussreichsten protestantischen Pfarrers Amerikas, Pastor Rick Warrens, gestellt. In „seiner“ Megakirche „Saddleback Church“ trafen sie aufeinander. Obwohl Obama eigentlich nur drei Aufeinandertreffen zugestimmt hat, stellte er sich dieser vierten Auseinandersetzung, weil die evangelikale Wählerschaft offenbar derart ausschlaggebend ist.

Mir geht es nicht um die Fragen und Antworten von Rick Warren bzw. McCain und Obama. Interessanter für uns als Christen ist, welch eine Macht die Freikirchen in den USA besitzen. Sie entscheiden, wer in Amerika an die Macht kommt.

Erinnert uns das nicht an die Korinther? „Schon seid ihr gesättigt, schon seid ihr reich geworden ihr habt ohne uns geherrscht, und ich wollte wohl, dass ihr herrschtet, damit auch wir mit euch herrschen möchten. Denn ich denke, dass Gott uns, die Apostel, als die Letzten dargestellt hat, wie zum Tod bestimmt … Wir sind Toren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christus; wir schwach, ihr aber stark; ihr herrlich, wir aber verachtet“ (1. Kor 4,8-13). Auch die letzten hier nicht zitierten Verse sind in diesem Zusammenhang von Bedeutung.

Paulus sagt den Korinthern: Ihr herrscht, und wir würden gerne mit Euch herrschen – aber die Zeit zum herrschen ist noch nicht gekommen. Sie kommt erst, wenn Jesus Christus wiedergekommen sein und Er sein Reich auf dieser Erde antreten wird. Dann werden wir, die wir heute geschmäht wurden und bereit waren, verachtet zu werden, mit Ihm herrschen. Aber jetzt doch noch nicht. An anderer Stelle sagt der Herr Jesus einmal zu seinen Jüngern: Ihr seid nicht von der Welt (wohl aber in der Welt) (Joh 17).

Sind nicht auch wir manchmal geschmeichelt, wenn man auf uns und unsere Stimme wert legt? Wenn der Bürgermeister oder Ministerpräsident auf uns angewiesen wäre? Paulus hätte das abgelehnt. Er wollte mit Christus dienen und Sklave sein. Jetzt war und ist nicht die Zeit zu herrschen, um Macht auszuüben.

Das können wir nicht nur im Blick auf die Politik. Gestern sagte uns ein Bruder: Auch im Internet können wir Macht ausüben, uns etablieren. Zum Beispiel mit unserer Homepage. Ist es nicht etwas Wunderbares, wenn viele Leute auf MEINE Seite gehen und ich ihren Weg beeinflussen kann? Natürlich sollen wir Vorbilder sein und unseren Dienst erfüllen. Aber um Einfluss auszuüben, um Macht zu besitzen?

Unsere Herzen sind so trügerisch. Und wir nehmen gerne an, wenn wir es sind, auf die es ankommt. Christus hat das nicht getan. Er ist immer den untersten Weg gegangen, als Er über diese Erde schritt. Sein Vorbild, und mit Abstrichen das von Paulus, soll uns motivieren. Keine Macht sondern Hingabe, keine Ehre sondern Dienst. Es lohnt sich, auch wenn es nicht immer einfach ist.

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