Kirchen voller Heuchler?

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Wenn von den 1.400 Menschen rund 1.000 antworten, die Kirchen steckten voller Heuchler, kann man ein solches Ergebnis nicht einfach vom Tisch fegen! Natürlich gehen wir nicht in eine Kirche (Versammlung, Gemeinde), sondern wir sind als gläubige Christen Teil der einen Kirche, von der Jesus Christus das verherrlichte Haupt im Himmel ist.

Aber landläufig wird schon so gesprochen: Die und jene gehen in die Kirche, sie gehören zu dieser oder jener Kirche. Wir wollen uns diesen falschen Sprachgebrauch nicht aneignen, ihn aber nun einmal so stehen lassen.

Was sind Heuchler? Sie sind Menschen, die etwas vorgeben, was sie nicht sind. Die so tun als ob, in Wirklichkeit aber ganz anders sind oder leben. Es sind Menschen, die zum Beispiel ein sehr frommes Gesicht aufziehen können, in ihrem Lebensalltag aber alles andere als fromm leben. Es sind Menschen, die Versprechungen machen, in Wirklichkeit diese aber nicht einhalten (können).

In Matthäus 23 zeigt der Herr Jesus in vielfacher Hinsicht, was einen Heuchler ausmacht. „Wehe euch … Heuchler! Denn ihr reinigt das Äußere des Bechers und der Schüssel, innen aber sind sie voll von Raub und Unenthaltsamkeit“ (Mt 23,25).

Müssen wir uns diesen Schuh nicht anziehen, dass auch wir oft mehr auf das Äußere als auf das Innere achten? Dass wir zufrieden sind, wenn jemand äußerlich bibelorientiert aussieht, wobei wir – wenn überhaupt – nur wenig Interesse für seinen inneren Zustand, für sein inneres Wohlbefinden zeigen?

Sprechen wir nicht davon, dass wir die beste Botschaft dieses Universums anzubieten haben. In unseren Gesichtern aber könnte man oft meinen, schlimmer könnte es nicht kommen? Was tut man denn, wenn man die beste Botschaft hat? Man möchte auch anderen davon etwas schenken. Warum tun wir es nicht? Ist das nicht auch letztlich Heuchelei?

Wir müssen uns schlicht unter diese Anklage an die Kirchen stellen. Denn wir sind oftmals nicht besser. Es ist traurig, aber wahr, dass wir mehr als genug Anlässe bieten, dass Menschen Kirchen wie Heuchler empfinden. Aber dabei muss es nicht bleiben, wenn wir unser Leben lebendig nach Gottes Wort gestalten.

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