Kirche zum Kaufhaus

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Erstmals soll in Deutschland aus einer Kirche ein Kaufhaus werden. Der evangelische Kirchenkreis Saarbrücken will die Alte Kirche in der Innenstadt als Gebrauchtwarenladen für sozial Schwache nutzen. Das erinnert einen unwillkürlich an die Worte des Herrn: „Nehmt diese weg von hier, macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus“ (Johannesevangelium, Kapitel 2, Vers 16).

Natürlich wissen wir, dass unsere Versammlungsräume NICHT heilig sind. Und wir wissen auch, dass „Kirche“ kein Gebäude, sondern ein lebendiger Organismus ist, der aus allen gläubigen Christen besteht. Und natürlich ist es unsinnig zu meinen, in unseren Versammlungsräumen dürfte nichts anderes stattfinden als die Zusammenkünfte, möglichst noch zum Namen des Herrn.

Sicherlich haben wir sie dafür. Aber was spricht dagegen, dass wir dort ein gemeinsames Kaffeetrinken haben? Oder einen Diavortrag über die Mission? Oder auch eine Hochzeitsfeier?

Und doch wirkt es irgendwie symptomatisch, dass ein Ort, an dem man früher Gottesdienste hatte, auf einmal zu einem Kaufhaus degeneriert. Sicher – zunächst noch mit einem guten Zweck. Aber auch das wird früher oder später anders werden.

Für uns stellt sich die Frage, welchen Wert wir dem „Haus Gottes“ – nicht dem Gebäude!!!, sondern der Versammlung (Gemeinde, Kirche) Gottes beimessen. Wie wichtig uns die Gemeinschaft der Gläubigen ist. Und welchen Wert die Zusammenkünfte für uns noch haben.

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