"Ich bin die Tür"

Lesezeit: 3 Min.

Du weißt, dass Gott heilig ist, du und ich aber sind von Natur Sünder. Die Sünde trennt von Gott. Deshalb wurden Adam und Eva, das erste Meschenpaar, gleich nach der Übertretung von Gottes Gebot aus seiner Gemeinschaft entfernt. Und ein Engel mit flammendem Schwert stand am Eingang von Eden und wehrte den Menschen dorthin die Rückkehr. Dort war also keine Tür zu Gott.

Aber Gottes Herz schlug deshalb immer noch für die Menschen, gab ihnen nicht nur "Regen und fruchtbare Zeiten", Er erwählte sich ein Volk aus allen Völkern und hatte in dessen Mitte eine Wohnung, das Heiligtum in Jerusalem, den Tempel.

Dort war nun zwar eine Tür, aber sie war nicht offen. Ein schwerer, bedeutungsvoller Vorhang hing im Tempel, der dem Menschen den Weg zu Gott vertrat und ihm gleichsam allezeit zurief: „Gott ist drinnen, du aber bist draußen. Die Sünde ist noch da, sie muss erst hinweg, muss erst gesühnt, gerichtet werden, ehe du Gott nahen darfst!“ - Einmal im Jahr, am Versöhnungstag, trat nun der Hohepriester zwar für wenige Augenblicke ins Allerheiligste ein mit dem Blut eines reinen Opfertieres in goldener Schale, um Versöhnung zu bringen. Aber der Vorhang blieb, da noch immer keine offene Tür zu Gott.

Da kam Jesus Christus, der reine und heilige, vollkommene Mensch, Gottes Sohn, Gott geoffenbart im Fleisch. Und Er starb für uns am Kreuz, vergoss Sein Blut für unsere Missetaten, wie geweissagt war von Jahrhunderten und Jahrtausenden her. Er selbst sagt von sich, dass er gekommen sei, „um Sein Leben als Lösegeld zu geben für viele.“ (Mark. 10,45) Nur durch Sein Kreuz konnte Gottes heilige Gerechtigkeit gegen die Sünde mit der vergebenden Gnade für den Sünder in Einklang gebracht werden. Und als Jesus Christus für uns Sein Leben ließ und „sich selbst ohne Flecken im ewigen Geist Gott opferte“, da zerriss der Vorhang, und der Weg zu Gott war frei!

Jetzt wirst du Jesu Christi herrliche Worte verstehen: „Ich bin die Tür.“ Durch Ihn gibt es nun einen freien, offenen Zugang zu Gott; aber nur durch Ihn. Er ist „der Weg, „die Tür“. Wie es an der Arche Noah nur eine Tür gab, so gibt es auch nur eine Tür zu Gott und Seiner ewigen Herrlichkeit. Es ist Jesus Christus, der Sohn Gottes, der für dich gestorben und auferstanden ist. Darum sagt Er: „Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ (Joh. 14,6)

Aber diese eine Tür ist frei und offen für jeden und jedermann. Wir hören Jesus rufen: „Kommt her zu mir alle!“ (Matth. 11,28) Und: Wer zu mir kommt (einerlei, wer er auch sei), den werde ich nicht hinausstoßen!“ (Joh. 6,37). Auch wird allen, die zu Ihm kommen, der gleiche Empfang und Segen zu teil. Jesus sagt: „Wenn jemand durch mich eingeht, so wird er errettet werden und wird ein- und ausgehen und wir Weide finden.“ (Joh. 10,9) Drei herrliche Dinge sind dies: 1. Rettung von Schuld und Gericht; 2. Freiheit von des Gesetzes Fluch, von der Sünde Joch und Satans Macht; 3. Weide, d.h. selige Gemeinschaft mit Gott für Zeit und Ewigkeit.

Teurer Leser, sag, willst du nun draußen bleiben, außerhalb der Gemeinschaft Gottes, und verloren gehen? Du hörst doch aus Gottes eigenem Wort: Es gibt eine Tür zu Gott und in Seinen Himmel, und diese Tür ist offen auch für dich. Er, der Herr und Heiland, Jesus Christus, ruft dir heute wieder zu: „Ich bin die Tür!“ Noch steht sie offen; geh hinein! Bald wird sie sonst vor die auf ewig geschlossen werden, und du wirst draußen sein in Schmerz, Schmach und Schande.

Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Der Turmbau zu Babel Stefan Drüeke Die Menschheit war noch ein einziges Volk und hatte nur eine Sprache. Da hatte jemand einen Plan: Lasst uns einen Turm bauen, der bis an den Himmel reicht. Ein Symbol der Auflehnung. Man wollte sein wie Gott. Der Idee folgten Taten. Da griff Gott ... Video ansehen
Stellvertretung und Sühnung (6) Frank B. Hole, Manuel Seibel In Gottes Wort lernen wir, dass der Herr Jesus sowohl stellvertretend für diejenigen, die an Ihn glauben würden, in das Gericht Gottes gegangen ist. Zugleich hat sein Werk auf Golgatha Sühnung getan, und zwar für die ganze Welt. Warum ist es ... Artikel lesen
Denn so hat Gott die Welt geliebt ... Michael Hopp Wer kennt nicht den bedeutsamen Vers aus Johannes 3? Er spricht in einzigartiger Weise über die Liebe Gottes und über das, was der Herr Jesus, der ewige Sohn Gottes, getan hat. Es lohnt sich, sich immer wieder mit diesem Bibelvers zu beschäftigen. Artikel lesen
Herrlichkeiten Jesu Christi (09) - der Sohn des Menschen Manuel Seibel Die Person des Herrn Jesus umfaßt unzählbare Herrlichkeiten, die wir als Menschen nur teilweise anschauen und bewundern können. Im Neuen Testament gibt es hierzu drei besondere Abschnitte: Johannes 1; Kolosser 1 und Hebräer 1. Natürlich finden ... Artikel lesen
Dieser war mit Jesus Manuel Seibel Es sind Worte, die man nur selten hört. Dass ein Bundespräsident über seinen Vorgänger und dessen Glauben spricht, ist außergewöhnlich. Genau wie das, was er über diesen und als Anspruch für Christen hinzugefügt hat ... Podcast anhören
Stellvertretung und Sühnung (1) Frank B. Hole, Manuel Seibel In Gottes Wort lernen wir, dass der Herr Jesus sowohl stellvertretend für diejenigen, die an Ihn glauben würden, in das Gericht Gottes gegangen ist. Zugleich hat sein Werk auf Golgatha Sühnung getan, und zwar für die ganze Welt. Was ist ... Artikel lesen