4 Jahre Zugunglück in Eschede

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Wir leben in schnelllebiger zeit. Die Informationsflut erdrückt uns. Atemlos und oft gefühllos. Man könnte ein ganzes Unglücks-Buch schreiben. In Fortsetzung. War da nicht diese grausame Bahnkatastrophe in Eschede bei Celle? - Der ICE 884 „Wilhelm Conrad Röntgen" ist - wie an jedem Tag - auf seiner planmäßigen Fahrt von München nach Hamburg. Um 10.59 Uhr geschieht das Unfassbare. An einem Waggon hatte sich ein defekter Radreifen gelöst. Bei Tempo 200. Der schnittige, silberweiße Zug entgleist. Er rast gegen eine Straßenbrücke. Alles mit unvorstellbarer Wucht. Die Wagen schieben sich ineinander. Sie reißen die Brücke ein. Und die schweren Betonmassen begraben Menschen und Wagen. Ein unbeschreibliches Bild des Grauens. Die schreckliche Bilanz: 101 Tote und viele Schwerverletzte. ...

Wozu diese Berichte? Sollst du etwa nicht mehr mit der Bahn ... fahren? Wenn man an die Tausende von Toten denkt, die der Straßenverkehr in der Bundesrepublik Jahr für Jahr fordert, könnte man fast zu diesem Schluss kommen. Aber wo ist man schon sicher? Nirgends. - Unglückfälle, Krankheiten können dir auch zu Hause begegnen, können Alt und Jung treffen. Ich habe ein Foto, das zeigt vier meiner Freunde und mich kurz vor dem Abitur. Fünf junge Burschen, gesund und voller Optimismus. Nicht lange danach waren zwei von uns fünf von der Erde abgerufen. Durch Autounfall der eine, durch eine schwere Krankheit der andere. Und gerade er, der Sportlichste und Stärkste von uns, musste diesem heimtückischen Leiden erliegen.

Oder später in einer meiner ersten Klassen der Lausejunge mit den rotblonden Locken. Quicklebendig. Der reinste Sausewind. Er ging über Tisch und Bänke. Dabei war er so grundecht, so jungenhaft frisch und ehrlich, dass er mir besonders ans herz gewachsen war. Hätte je einer geglaubt, dass gerade er so schwer erkranken würde? Als ich dann im Krankenhaus an seinem Bett saß und er mich mit seinen hellen Jungenaugen ansah, ahne er nicht, was ich bereits wusste. Die Ärzte hatten ihn aufgegeben. Ganze fünfzehn Jahre war er. Und bald standen seine jungen Kameraden vor einem offen Grab... Seine Uhr war abgelaufen. Alle Uhren laufen einmal ab, die eine früher, die andere später.

Als ich vor Jahren in London die große Aufregung und Bestürzung um das Zugunglück von Harrow miterlebte und die Bilder in den Zeitungen sah, war auf einem Bild eine Uhr zu sehen. Es war die Bahnhofsuhr auf dem Bahnsteig des völlig zertrümmerten Vorortzuges. Ihre Zeiger standen auf 8.19 Uhr. Sie war stehen geblieben. 8.19 Uhr, das war genau der Augenblick des Zusammenstoßes. Aber neben der Uhr war noch etwas zu sehen. Dort hing ein Plakat mit den Worten:

Schicke dich an, deinem Gott zu begegnen! - nach Amos 4,12

Wie wenige werden die Worte auf dem Plakat gelesen, und noch weniger werden darüber nachgedacht haben. Aber plötzlich sprachen diese Worte mit Donnerstimme. Und viele Menschen mussten in diesem Augenblick Gott begegnen. Ihre Uhr war abgelaufen. ...

Bist du geborgen in Jesus Christus?

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