Wer sollte am Tisch des Herrn sein?

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In Apg. 2 fügte der Herr zu der Versammlung jeden Erretteten hinzu. Alles war klar und unmissverständlich. Aber, in 2.Timotheus haben wir bereits das große Haus, Gefäße zur Unehre, falsche Lehrer, alle Arten von Fehlern, Böses und Schwierigkeiten. Wenn wir „nützlich dem Hausherrn“ sein wollen, dann müssen wir uns reinigen von den Gefäßen zur Unehre; „die jugendlichen Lüste fliehen“, uns wegwenden von den falschen Lehrern. Diese Dinge erfordern eine ständige Übung unserer Herzen und unseres Gewissens und die größte Wachsamkeit und Sorgfalt bei der Aufnahme am Tisch des Herrn.

Ich betrachtete kürzlich sehr interessiert die 1.Korinther 11. Es gab Spaltungen in der Versammlung von Korinth, und der Apostel sagt, „Denn es müssen auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten unter euch offenbar werden.“ Ich glaube, die „Bewährten“ standen im Gegensatz zu denen, die „Parteiungen“ bildeten oder Eigenwillige waren. Die Bedeutung des Wortes „Parteiung“ ist Eigenwille, welcher die Wurzel von Spaltungen ist. Folglich sagt er, „Ein jeder prüfe sich selbst, und also esse er“. Dieses „prüfen“ bedeutet „bewähren“ – es ist dasselbe Wort wie das Wort „Bewährte“ in Vers 19. Er sagt nicht, „Ein jeder sei ein Christ, und also esse er.“
Wenn Parteiungen oder Eigenwille herrschen, und Spaltungen sind das Ergebnis derselben, dann müssen wir uns „prüfen“, was unsere moralischen und geistlichen Zustand betrifft, und so unseren Platz am Tisch des Herrn einnehmen, wo nicht unsere Rechte und Provilegien oder die von anderen hervorragen, sondern die Ansprüche des Herrn als dem Haupt des Leibes.

Ich könnte nie – durch Gottes Gnade – einen anderen Grund der Gemeinschaft akzeptieren, als die ruhmreiche Wahrheit, die in Epheser 4 dargelegt ist, „Da ist ein Leib“. Der Tisch des Herrn ist kein Ort, an dem wir Menschen Komplimente machen, oder an dem wir unsere große Freigebigkeit zeigen, unsere Gedankenvielfalt oder unsere geistliche Toleranz. Nein. Es ist ein Ort, an dem die Ansprüche Christi aufrechterhalten werden müssen; ein Ort, an dem Wahrheit, Heiligkeit und praktische Gerechtigkeit die großen Tugenden sein sollten.1

Das Kapitel 1. Korinther 9 verdient unsere sorgfältige Aufmerksamkeit, besonders bezüglich seiner Aussagen über das Thema „Parteiungen“. Die gewöhnliche Auffassung von diesem Wort ist falsche Lehre. In der Kirchengeschichte war jemand, der solche Parteiungen bildete, auch Ketzer genannt, ein Mensch, der Dinge lehrte, die gegen den orthodoxen Glauben waren. Aber die wirkliche Bedeutung des Wortes „Parteiung“ ist Eigenwille; und wo immer dieser Eigenwille herrscht, da besteht die Tendenz, dass innerhalb der Versammlung Sekten gegründet werden und Spaltungen entstehen. Es mag wegen einer Lehrfrage sein oder aus Gründen verschiedener Praxis; ganz gleich aus welchem Grund, Eigenwille ist in seiner Auswirkung entzweiend. Der Mensch hat kein Recht, seinen Willen in der Versammlung Gottes auszuüben; wenn er es tut, so ist er ein „Parteiischer“, und die Frucht seines Tuns wird ein Spaltung in der Versammlung sein.

Nun müssen wir bedenken, dass der Brief an die Korinther nicht nur an eien lokale Versammlung gerichtet war, sondern an „alle, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen“. Also ist es auch an uns gerichtet, und daher sind wir aufgerufen, dieses schwerwiegende Problem des Eigenwillens zu beachten und zu fragen, inwieweit wir danach trachten uns selbst zu „prüfen“ inmitten von Sekten und Spaltungen in der Christenheit.

Fußnoten

  • 1 Der Tisch des Herrn ist nicht unser sondern des Herrn. Dies ist eine schwerwiegende Tatsache, welche unsere ernsthafte Beachtung verdient. Es ist Sein Vorrecht, nicht unseres, die Merkmale derer zu bestimmen, die an Seinem Tisch Platz nehmen.
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