Am: Sa, 5. September 2026
Zwei führende Politiker in Deutschland haben sich die AfD "vorgeknöpft". Ihr Urteil: Man sollte sie - jedenfalls teilweise - als Partei verbieten lassen. Ein Punkt, der diese Politiker umtreibt: Geschichte könnte sich wiederholen. Und das ist ein Punkt, der uns als Christen auch betrifft. Denn wenn man in die Geschichte in der Bibel hineinschaut, wie das Volk Gottes im Alten und im Neuen Testament mit der Geschichte umgegangen ist, muss man feststellen: Man hat aus der Geschichte nicht gelernt.
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Ja, Geschichte wiederholt sich. Und warum wir aus der Geschichte leider nicht lernen,
obwohl wir es besser machen könnten. Schauen wir ein Stück zurück.
Am 28. August haben Cem Özdemir, der grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs,
und Boris Pistorius, der SPD-Bundesminister der Verteidigung,
in einem Zeitungsartikel eindringlich davor gewarnt,
dass wir dabei sind, genau dieselben Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.
Man kann ihre Kernaussage, dieses Namensartikels,
vielleicht als das gesellschaftliche Problem unserer Tage,
wie sie aus ihrer Sicht sich darstellt, so zusammenfassen.
Wir blicken auf historische Krisen, Konflikte und gesellschaftliche Fehlentwicklungen zurück,
tun aber so, als wären diese Erfahrungen heute wertlos.
Man meint, modern genug zu sein, um nicht mehr in die alten Fallen zu tappen
und stolpert doch blindlings wieder hinein.
Dieser Zeitungsartikel soll sagen, die Menschheit leidet an kollektiver Amnesie.
Wir lernen schlichtweg nicht aus der Geschichte.
Doch was im politischen und gesellschaftlichen Bereich diskutiert wird, (00:01:02)
ist letztlich kein neues Phänomen.
Es ist ein geistliches Problem, so alt wie die Menschheit selbst.
Der Blick in das Wort Gottes zeigt uns nämlich,
der Mensch ist ein Meister darin, seine Fehler zu recyceln.
Gehen wir zum Beispiel in den Abwärtsstrudel, der uns im Richterbuch vorgestellt wird.
Schon dort sehen wir ein Muster, das sich wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte zieht.
Es ist nicht einfach ein Kreislauf von immer denselben Fehlern,
sondern eine Spirale, die sich mit jedem Durchgang weiter nach unten schraubt.
Das Prinzip war immer dasselbe.
Gott schenkte Frieden, die Menschen wurden satt, vergaßen Gott, gerieten in Not, schrien zu Gott,
Gott schickte einen Retter und kaum war der Retter tot, ging das Ganze von vorn los
bis hin zur Hurerei und zu Götzendienst.
Aber es war dann in jedem neuen Fall immer wieder schlimmer.
In Richter 2 Vers 19 wird ja diese Spirale, ich will mal sagen, präzisiert. (00:02:12)
Schauen wir uns konkrete Beispiele an, da ist beispielsweise Gideon.
Gott schenkt ihm einen großartigen Sieg über die Midianitter, doch was macht Gideon kurz darauf?
Er baut ein goldenes Ephod, eine Priesterkleidung, dass nämlich das Ephod für ganz Israel zur Falle wird.
In Richter 8 Vers 27 lesen wir
Und Gideon machte daraus ein Ephod und stellte es in seiner Stadt auf, in Ophrah.
Und ganz Israel hurte diesem dort nach und es wurde Gideon und seinem Haus zum Fallstrick.
Hatten sie das vorher nicht immer wieder gemacht und Gott hatte Gericht geübt?
Er macht wieder dasselbe.
Kaum ist Gideon tot, geht die Spirale weiter nach unten.
Sein Sohn Abimelech, sicherlich ein ungläubiger Mann, reißt die Macht an sich und ermordet 70 seiner eigenen Brüder.
Gewalttat.
Später sehen wir Simson.
Gott gibt ihm übernatürliche Kraft, aber Simson stolpert immer wieder über dieselbe Schwachstelle,
seine Begierden und seine Kompromisse, die er schließt. (00:03:03)
Ist es ein Stolper? Nein.
Er geht sehenden Auges von Sünde zu Sünde und zu schwerwiegenderer Sünde, die ihn letztlich zu Fall bringt.
So könnte man noch manche anderen Beispiele in diesem Buch nennen.
Kaum erholt von Götzendienst und Horerei fängt man wieder damit von vorn an,
obwohl Gott in seiner Barmherzigkeit den Segen einer Zeit des Friedens und der Befreiung von Feinden geschenkt hat.
Am Ende steht in Richter 21 Vers 25 der traurige Tiefpunkt des ganzen Buches,
aber auch eine Charakterisierung der damaligen Zeit und man könnte sagen geistlicherweise auch der heutigen Zeit.
In jenen Tagen war kein König in Israel.
Jeder tat, was recht war in seinen Augen und so ging es weiter und so ist es auch heute.
Es gibt niemanden, den man als Herrn in seinem Leben akzeptiert.
Wir sprechen zwar von dem Herrn Jesus Christus, aber hat er wirklich diese Herrschaft über uns?
Jeder tut, was recht ist in seinen Augen und sagt, das ist auch gut so.
Das ist auch das, was ich vor dem Herrn in meinem persönlichen Gewissen tue und es geht weiter nach unten.
Wie ist das bei den Königen? Sie starten gut und fallen tief. (00:04:03)
Denn die Richterzeit ist keine Ausnahmezeit.
Auf die Richter folgten die Könige in Israel und Judah und man könnte meinen, mit einem König wird alles besser.
Schließlich haben sie ja die Propheten, die Priester und sogar das Gesetz Gottes.
Aber auch in den Königs- und Chronikerbüchern sehen wir genau dieselbe Misere.
Die Könige beginnen immer wieder dieselben Sünden.
Besonders erschreckend ist, wie viele von ihnen gut und geistlich anfingen,
aber am Ende ihres Lebens leider versagten, teilweise total versagten.
Nehmen wir als erstes Beispiel Salomo.
Er startete mit unvergleichlicher Weisheit von Gott gegeben,
baute den herrlichen Tempel und erlebte Gottes Segen.
Doch im Alter ließ er sich von seinen Leidenschaften mitreißen.
In 1. Könige 11 Vers 4 heißt es,
Und es geschah zu jener Zeit, als Salomo alt war,
dann neigten seine Frauen sein Herz anderen Göttern zu.
Und sein Herz war nicht ungeteilt mit dem Herrn, seinem Gott wie das Herz seines Vaters David.
Oder denken wir an den König Aser von Judah. (00:05:03)
Er begann vorbildlich, vertraute Gott und schaffte die Götzendienste ab.
Doch als er im Alter von Syrern bedroht wurde,
vertraute er plötzlich auf Geld und menschliche Allianzen,
anstatt auf Gott zu trauen.
Als der Prophet Hanani ihn zurecht wies, wurde Aser zornig und sperrte ihn ein.
Und dann lesen wir in 2. Chronika 16 Vers 12,
Und was ist mit Hiskia?
Gott erhürte sein Gebet, heilte ihn von einer tödlichen Krankheit
und schenkte ihm sogar 15 zusätzliche Jahre Lebenszeit.
Doch kaum war er gesund, wurde sein Herz hochmütig.
Er stolzierte letztlich vor den Gesandten aus Babel und zeigte ihnen seinen gesamten Reichtum.
2. Chronika 32 Vers 25 lesen wir, (00:06:01)
Immer wieder dieselben Sünden, Stolz, Bequemlichkeit, Götzendienst, Hurerei,
falsches Vertrauen auf Menschen, Kompromisse im Alter,
Kompromisse mit der Wahrheit und mit den Feinden.
Das Zeugnis der Könige zeigt uns also schonungslos auf,
niemand ist automatisch sicher, nur weil er gut angefangen hat oder weil er ein Gläubiger ist.
So haben wir auch im Neuen Testament einen Warnspiegel.
Denn wer nun denkt, das alles sei nur ein alttestamentliches Problem, liegt falsch.
Das Neue Testament hält uns im 2. Petersbrief und im Judasbrief einen echten Warnspiegel vor.
Schon in der frühen Christenheit schleichen sich exakt dieselben Verhaltensmuster wieder ein.
Lässigkeit, Selbstsucht, Wegdiskutieren von Gottes Maßstäben,
Egoismus, das Leben nach eigenen Gedanken im Eigenwillen.
Petrus warnt eindringlich davor, dass Menschen den Weg der Wahrheit verlassen und alten Begierden nachlaufen.
Das war in der Entwicklung der christlichen Zeit so und hat heute seinen Höhepunkt gefunden.
2. Petrus 2 Vers 15 heißt es, (00:07:02)
William steht für das Prinzip, man nutzt geistliche Dinge für den eigenen Vorteil oder den materiellen Gewinn.
Auch Judas beschreibt diesen ständigen Verfall und erinnert sich daran, dass wir wachsam bleiben müssen.
Er schreibt in Judas 1 Vers 11,
Kain steht unter anderem für lieblosen, eifersüchtigen, religiösen Hass.
William für Habgier, Korah für Rebellion gegen Gottes Ordnung, ja gegen Gott und die seinen, seine Diener.
Alte Sünden letztlich neu verpackt.
Die Versuchung, Kompromisse einzugehen und die Gnade Gottes als Freibrief für Egoismus zu nutzen,
bleibt durch alle Zeiten letztlich dieselbe.
Was ist die Konsequenz?
Lernen wir aus Gottes Wort und durch das Vorbild von dem Herrn Jesus?
Was fangen wir also jetzt an mit dieser, wie man das vielleicht bezeichnen könnte, XXL-Fehler-Historie an? (00:08:06)
Die Konsequenz ist klar, wenigstens wir als Gläubige sollten anfangen aus der Geschichte zu lernen.
Dabei nehmen wir nicht in erster Linie weltliche Geschichtsbücher oder menschliche Trends als Lernmaßstab,
sondern Gottes Wort und das einzigartige Vorbild unseres Herrn Jesus.
Gottes Wort zeigt uns klipp und klar, wie wir leben sollen.
Wir lesen beispielsweise in 2. Timotheus 3 Verse 16 und 17.
Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützt dich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit,
damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt.
Und im Psalm 119 Vers 105 bestätigt der Psalmist oder bekräftigt er,
dein Wort ist Leuchte meinem Fuß und Licht für meinen Pfad.
Aber das stärkste Korrektiv gegen den Verfall ist der Blick auf den Herrn Jesus selbst.
Er hat uns vorgemacht, was es heißt, entschieden, treu und hingebungsvoll zu leben, ohne Kompromisse, ohne spätes Einknicken.
Paulus fordert uns in Epheser 5 genau dazu auf.
Seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder und wandelt in Liebe, wie auch der Christus uns geliebt (00:09:05)
und sich selbst für uns hingegeben hat, als Darbringung und Schlachtopfer Gott zu einem duftenden Wohlgeruch.
Der Hebräer bricht fast zusammen, wie wir das Ziel im Auge behalten und nicht auf den letzten Metern, ich sage einmal schlapp machen.
Hebräer 12 Vers 1 und 2 heißt es.
Wenn wir Gottes Wort als Kompass nehmen und den Blick wirklich auf den Herrn Jesus richten,
können wir treu und mit Ausharren leben, von Anfang an bis zum Ziel.