Der Terroranschlag auf den CSD: Ein Eingreifen Gottes? (FMN)

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Ist der Terroranschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) eine Intervention Gottes gewesen oder wie kann man ein solches Ereignis einordnen?

Eine eindeutige Antwort auf diese Frage lässt sich nicht geben, weil wir Gottes Handeln im Einzelnen nicht kennen. Die Antwort lautet daher: Ja und Nein. Die Frage kann bei Christen verständlicherweise deshalb aufkommen, weil die LGBTQ+-Bewegung, die unter anderem Motor des CSD ist, vollkommen im Widerspruch zu Gottes Schöpfungsordnung steht. Sie ist unbiblisch, widernatürlich und böse. Die Abkürzung steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, queere und questioning Menschen. Das Plus schließt weitere Identitäten ein, wie etwa intergeschlechtliche, asexuelle oder pansexuelle Personen.

Vor diesem Hintergrund fragen sich manche Christen und positionieren sich dazu öffentlich: Wenn auf einer Veranstaltung wie dem CSD eine solche Lebensweise öffentlich gefeiert wird und dann ein Terroranschlag passiert: War das Gottes Eingreifen? War das eine Intervention Gottes im Gericht)

Ja und Nein

Es kann sein, dass Gott dahinter stand, es muss aber nicht so sein: Ja und nein.

Warum „Ja“? – Gott behält die Kontrolle und kann sogar das Böse, das Geschöpfe planen und tun, für seine eigenen, viel tiefer liegenden Zwecke benutzen, wie einige Beispiele der Schrift (s.u.) zeigen.

Ja, denn auf dieser Erde passiert nichts, was nicht an Gottes Auge vorbeigegangen ist. Der Prophet Amos macht deutlich: „Geschieht etwa ein Unglück in der Stadt, und der Herr hat es nicht bewirkt?“ (Am 3,6). Hier geht es zwar im Kern um ein direktes Gericht Gottes über sein Volk oder die Nationen, aber die Stelle zeigt: Nichts läuft ab auf dieser Erde ohne Gottes Zulassung. Vor allem dürfen wir nicht übersehen, dass wir uns in einem sogenannten ehemaligen „christlichen Abendland“ befinden, also da, wo man behauptet(e), Volk Gottes zu sein.

Gott ist in der Lage, selbst böse Mächte und Handlungen für seine Absichten zu nutzen. In Römer 9,20 fragt der Apostel Paulus: „Oder hat nicht der Töpfer Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre und das andere zur Unehre zu machen?“ Gott kann auch schwierige Umstände erlauben und böse Menschen handeln lassen, um seine Ziele zu erreichen.

Hiob ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür: In Hiob 1,8 war es Gott selbst, der Satan auf Hiob aufmerksam machte: „Hast du achtgehabt auf meinen Knecht Hiob?“

Israel und die Chaldäer (Babylon) sind ein weiterer Beweis: Gott benutzte feindliche und gewalttätige Völker, um sein eigenes Volk zu erziehen: „Denn siehe, ich erwecke die Chaldäer, das grimmige und ungestüme Volk ... Es ist schrecklich und furchtbar; sein Recht und seine Hoheit gehen von ihm selbst aus.“ (Hab 1,6–7)

Es gibt sogar den umgekehrten Fall, dass Gott Gutes durch böse Menschen tun lässt: Gott nutzte den habsüchtigen Propheten Bileam, um eine der gewaltigsten Segensreden der Bibel auszusprechen (4. Mo 22–24). Und sogar Judas Iskariot bewirkte durch Christus Wunder und Heilungen (Mt 10,1; Mk 6,7.13).

Warum „Nein“? – Wir halten zunächst einmal fest: Gott ist nicht der Urheber des Bösen!

Nein, denn Gott ist niemals der Verursacher von Sünde und Gewalt. Als zu Lebzeiten Jesu etliche Personen durch die Brutalität des Pilatus oder den Einsturz des Turms von Siloam starben, sprach Jesus nicht davon, dass Gott etwas mit diesem Unglück zu tun gehabt hätte (Lk 13,1–5). Er machte deutlich: Die Opfer dieser Gewalt waren keine größeren Sünder als die anderen Menschen. Alle waren sündig und verloren!

Wenn es in Jesaja 45,7 heißt, dass Gott „Unglück schafft“, bedeutet das nicht, dass das moralisch Böse von Ihm ausgeht. Gerade nicht! Gott ist gut und versucht niemanden zum Bösen (Jak 1,13).

Gott setzt zwar Obrigkeiten ein, also die Staatsgewalt (Röm 13,1). Aber Machthaber wie Nero, Adolf Hitler oder heutige Diktatoren handeln in eigener Verantwortung. Sie können sich für ihre Verbrechen nicht auf Gott als „Auftraggeber“ berufen. Genauso trägt für Morde, Vergewaltigungen, Kindesmissbrauch oder Terroranschläge allein der ausführende Mensch die Verantwortung – niemals Gott.

Die biblische Bewertung des CSD

Aus biblischer Sicht ist gelebte Homosexualität eine Abkehr von Gottes Ordnung. Auch andere sexuelle Ausschweifungen gehören zu diesem Wegwenden von Gott. Wenn sogenannte christliche Parteien, ja selbst manche Kirchen diese Praktiken gutheißen oder gar als bibeltreu darstellen, ist das eine Verdrehung der Schrift. Das ist ein antichristlicher Geist.

Nach Römer 1,21–27 ist die Abkehr von Gott hin zur Homosexualität und letztlich auch zu anderen Ausschweifungen bereits in sich selbst eine Folge der menschlichen Gottlosigkeit: „Weil sie, Gott kennend, ihn weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen in Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde“ (Röm 1,21). Paulus fügt hinzu: „Darum hat Gott sie hingegeben in den Begierden ihrer Herzen zur Unreinheit, ihre Leiber untereinander zu schänden … den gebührenden Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfingen“ (Röm 1,24.27).

Das bedeutet: Diese unmoralische Rebellion gegen Gottes Schöpfungsordnung trägt das Gericht gewissermaßen schon in sich selbst. Es bedarf dafür keines zusätzlichen Terroranschlags.

Wichtig ist jedoch die Einordnung: Paulus stellt in Römer 1,28–31 die Homosexualität in eine Reihe mit vielen anderen Sünden – wie Ungerechtigkeit, Habsucht, Neid, Mord, Streit, List und Tücke.

Beachten wir: Gott macht hier keinen Unterschied, den wir so leicht einführen, um anderes Böse, auch andersartige Unzucht, wozu wir vielleicht eher neigen, als nicht so schlimm einzuordnen. Würde Gott alle Sünden jedes Mal sofort durch sein Eingreifen richten, könnte kein einziger Mensch noch auf dieser Erde leben.

Katastrophen: Ein Aufruf zur Umkehr

Warum lässt Gott solche Schreckensereignisse zu? Er nutzt sie als Warnsignal an die Überlebenden:

Weckruf an sein Volk: Im Alten Testament sprach Gott durch Hungersnöte und Katastrophen zu Israel, damit sie vom Götzendienst umkehrten (Amos 4,6–11). Leider hörten sie nicht darauf, wie auch heute viele Christen, die sich als Volk Gottes sehen, mit ihren Sünden weitermachen.

Weckruf an die Nationen: Selbst im heidnischen Ägypten dienten die Plagen nicht nur dazu, Gottes Macht zu demonstrieren. Sie beinhalteten die Botschaft an das ungläubige ägyptische Volk, anzuerkennen, dass Gott der Herr ist über alle und alles. Einige Diener des Pharao wendeten sich daraufhin Gott zu und hörten auf sein Wort (2. Mose 7,5; 9,20).

Weckruf an den einzelnen Gläubigen: Angesichts von Terror und der Ausbreitung des Bösen rüttelt der Herr auch uns Christen auf, die gute Botschaft weiterzugeben. Wir kennen den Schrecken des Herrn, zugleich drängt uns die Liebe des Christus – als seine Boten die Versöhnung zu bezeugen (2. Kor 5,10-20).

Halten wir fest: Ein solcher Terroranschlag ist kein selektiver Racheakt Gottes gegen bestimmte Sünder. Es ist eine sündhafte Handlung von Terroristen und bösen Personen. Aber Gott nutzt derartige dramatische Ereignisse, um den Menschen die Vergänglichkeit des Lebens vor Augen zu führen. Sie sollen wissen: Man muss sich bekehren, um vor dem Gericht Gottes geschützt zu sein.

Das alles ist eine Mahnung an jeden Einzelnen – auch an Gläubige, die in Sünde leben –, innezuhalten, das eigene Leben zu prüfen und zu Gott umzukehren. Noch ist dafür Zeit.

Folge mir nach – Heft 9/2026

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