Wer im Sommer frühmorgens an einem Feldrand entlanggeht, entdeckt sie vielleicht: die Zichorie, auch „Gemeine Wegwarte“ genannt. Ihre leuchtend blauen Blüten fallen sofort ins Auge. Doch wer am Nachmittag noch einmal denselben Weg geht, wird überrascht sein: Viele Blüten haben sich bereits geschlossen und sind verwelkt. Die Schönheit dieser Pflanze ist von erstaunlich kurzer Dauer. Jede einzelne Blüte lebt oft nur einen einzigen Tag.
Die Vergänglichkeit des Menschen
Wir kennen vielleicht die Bibelverse zur Vergänglichkeit des Menschen:
- Mose betet: „So lehre uns denn zählen unsere Tage, damit wir ein weises Herz erlangen“ (Ps 90,12)!
- David schreibt: „Der Mensch – wie Gras sind seine Tage; wie die Blume des Feldes, so blüht er. Denn ein Wind fährt darüber, und sie ist nicht mehr, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr“ (Ps 103,16).
- Jakobus mahnt: „… die ihr nicht wisst, was der morgige Tag bringen wird; denn was ist euer Leben? Ein Dampf ist es ja, der für eine kurze Zeit sichtbar ist und dann verschwindet“ (Jak 4,14).
Auch die Zichorie erinnert uns daran, wie vergänglich unser eigenes Leben ist.
Wie blüht die Zichorie?
Die Pflanze bildet von Juli bis Oktober fortlaufend neue Blüten. An einem Stängel sitzen zahlreiche Blütenknospen, die nicht alle gleichzeitig, sondern nacheinander aufgehen. Eine einzige geöffnete Blüte besteht aus etwa 15–25 Einzelblüten, die gemeinsam wie eine große Blüte aussehen.
Der typische Tagesablauf ist:
- Frühmorgens (oft schon kurz nach Sonnenaufgang) öffnen sich die Blüten.
- Am Vormittag leuchten sie intensiv himmelblau.
- Gegen Mittag oder am frühen Nachmittag schließen sie sich wieder.
- Danach welken sie – dieser Blütenkorb öffnet sich nicht noch einmal.
Impulse für uns
- Nach außen: Motivation, das Evangelium weiterzugeben. Unsere Tage sind begrenzt.
- Nach innen: Bewusstes Leben als Christen – das Wesentliche suchen. Keine Zeit vergeuden. Sich nicht auf das Vergängliche verlassen. Sich konzentrieren auf das, was ewig Bestand hat.
Quelle: bibelpraxis.de/a10393.html