4. Abschlussvorschriften1
Bisher haben wir drei Themenfelder aus den Belehrungen des Wochenfestes kennengelernt:
- die zeitliche und typologische Einordnung, die auf Pfingsten hinweist;
- das neue Speisopfer der Webebrote, das die Versammlung mit allen Erlösten vorbildet;
- die zusätzlichen Opfer, die das eine Opfer des Herrn Jesus vorschatten, durch das die Versammlung Gott nahen kann.
In den weiterführenden Belehrungen zum Fest werden nun zusätzliche Anweisungen gegeben, die ebenfalls eine typologische Bedeutung haben.
Die Webegarbe
Beim Fest der Wochen webte der Priester die Brote des neuen Speisopfers vor dem Herrn.2 Danach durfte er auch davon essen. So musste zuerst Gott die Garbe geopfert werden, bevor die Ernte für den eigenen Bedarf Verwendung finden konnte.
Als Priester dürfen wir die Wahrheit von der Versammlung als Zeugnis Gottes auf der Erde – als „Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit“ (1. Tim 3,15) – vor Gott bringen. Wir dürfen Ihm zeigen, welchen Wert diese Wahrheit für Ihn und für uns besitzt. Das ist geistliche Nahrung für uns und gibt uns Kraft, diese Wahrheit in unserem Leben zu verwirklichen.
Der Ruf und die heilige Versammlung
Beim Fest der Wochen durfte keinerlei Dienstarbeit getan werden. Stattdessen sollte an diesem Tag ein Ruf ergehen und eine heilige Versammlung stattfinden (3. Mo 23,21).
- Der Ruf erinnert an den Ruf der Gnade Gottes, der bis heute an alle Menschen ergeht. Jeder darf im Glauben diesem Ruf Folge leisten und Annahme bei Gott finden. Diese wird nicht durch „Dienstarbeit“ erlangt – nicht durch eigene Werke und auch nicht durch das Halten des Gesetzes. Allein der Glaube an den Herrn Jesus rettet. Jeder, der diesem Ruf im Glauben folgt und mit dem Heiligen Geist versiegelt wird, wird der Versammlung Gottes hinzugefügt.
- Die heilige Versammlung erinnert daran, dass der Herr nicht möchte, dass Zusammenkünfte lediglich als eine Form von Dienst oder menschliche Aktivität verstanden werden. Er möchte, dass sie als „Fest“ abgehalten werden, das Ihm gilt.
Der Feldrand
Im Anschluss an das Fest der Wochen durfte der Rand des Feldes bei der Weizenernte nicht vollständig abgeerntet und keine Nachlese gehalten werden. Die Anweisung hat das Ziel, dem Armen und Fremden Nahrung zu überlassen, die gesammelt werden kann (3. Mo 23,22).
Im übertragenen Sinn zielt die Anweisung auf Heilige ab, die nach der Entrückung der Versammlung von Gott gesammelt werden. Dabei handelt es sich um Menschen aus Juden und Nationen, die das Evangelium der Gnade nicht gehört haben, in der Drangsalszeit jedoch die Botschaft der jüdischen Sendboten im Glauben annehmen (Mt 24,14; 25,40). Sie gehören nicht zur Versammlung Gottes, die im neuen Speisopfer vorgebildet wird. Sofern sie während der Drangsalszeit sterben, zählen sie zu den himmlischen Heiligen. Überleben sie diese Zeit, gehen sie als Gläubige in das Tausendjährige Reich ein und gehören zu den Heiligen auf der Erde.
Ausblick und Ansporn
Das Fest der Wochen bildete den Abschluss der vier Feste im Frühjahr, die Israel nach dem Festkalender feierte. Die übrigen drei Feste lagen im Herbst. Zwischen den Festen im Frühling und Herbst lag eine längere Dauer. Diese symbolisiert die Zeit der Gnade, die schon lange anhält.
In der Zeit der Gnade bildet Gott seine Versammlung, die im Fest der Wochen vorgeschattet wird. Diese ist wertvoll für Ihn – so wertvoll, dass Er sie mit einer sehr kostbaren Perle vergleicht (Mt 13,45.46). Das spornt uns an, uns mit diesem Thema weiter zu befassen, damit die Versammlung auch in unseren Augen tiefer an Bedeutung gewinnt. Für Christus bedeutete sie die Hingabe bis in den Tod. Was bedeutet sie dir?
Fußnoten
Quelle: bibelpraxis.de/a10251.html