Darius (Dan 6)
König Darius zeigte in seinem Verhalten gegenüber Daniel einen positiven Eindruck. Er war gerecht, verantwortungsbewusst und erkannte Daniels außergewöhnliche Treue an. Deshalb wollte er ihn über das ganze Reich setzen.
Als Daniel in die Löwengrube geworfen werden musste, litt Darius mit ihm. Er fastete, konnte die ganze Nacht nicht schlafen und setzte alles daran, Daniel zu retten. Nach dessen wunderbarer Bewahrung bekannte er öffentlich die Größe des Gottes Daniels.
Dennoch fällt etwas auf: Darius spricht immer vom „Gott Daniels“. Natürlich wissen wir, dass dies eine prophetische Bedeutung hat – weil die Nationen durch den Gott Israels zum Glauben finden werden. Dennoch fällt auf, dass die Bibel nie sagt, dass dieser Gott auch sein Gott geworden wäre. Darius konnte Daniel nicht retten – und letztlich konnte ihn auch seine eigene Güte nicht retten. Er bewunderte Gott, aber Bewunderung ist nicht dasselbe wie Glaube. Er ehrte den Gott Daniels, doch aus der Schrift können wir nicht eindeutig zum Schluss kommen, dass er selbst zu diesem Gott gehörte.
Der reiche Jüngling (Mk 10,17-22)
Der reiche Jüngling war moralisch, gewissenhaft, ernsthaft, religiös und aufrichtig suchend. Der Herr Jesus selbst liebte ihn. Dennoch ging dieser Mann traurig weg, weil ihm sein Besitz wichtiger war als Christus.
Herodes Agrippa II (Apg 26)
Agrippa lebte in einer bösen Beziehung mit seiner Schwester Berenike. Als er die eindrucksvolle Verteidigungsrede des Apostels Paulus hörte, verstand er ihre Botschaft und sagte: „In kurzem überredest du mich, ein Christ zu werden“ (V 28). Doch ein „beinahe“ genügt nicht. Zwischen Überzeugung und persönlichem Glauben besteht ein entscheidender Unterschied.
Die gemeinsame Lektion
Alle drei zeigen auf unterschiedliche Weise dieselbe Wahrheit: Selbst ein aufrichtiger und moralisch vorbildlicher Mensch geht verloren, wenn er den Herrn Jesus ablehnt. Ein guter Ruf, religiöse Achtung oder Bewunderung für Gott können den persönlichen Glauben an Christus nicht ersetzen.
Und heute?
Auch heute begegnen wir diesen Menschen: Sie sind ehrlich, hilfsbereit, sozial engagiert und verantwortungsbewusst. Sie genießen Ansehen, setzen sich für Gerechtigkeit ein und handeln oft edler als manche Christen. Sie sind gute Nachbarn, gute Kollegen und verlässliche Bürger. Aber die entscheidende Frage lautet nicht: „Wie gut bin ich?“, sondern: „Was habe ich mit Jesus Christus getan?“
Ist Er nur der Retter anderer Menschen – oder ist Er mein persönlicher Retter? Bewundere ich das Evangelium lediglich, oder habe ich meine Sünden bekannt und mein Vertrauen auf den Sohn Gottes gesetzt, der gesagt hat:
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich“ (Joh 14,6).
„… damit sich vor Gott kein Fleisch rühme“ (1. Kor 1,29).
Quelle: bibelpraxis.de/a10248.html