Synergeo – mitwirken/mitarbeiten
Als Verb kommt das Wort nur fünf Mal in der Bibel vor und aus diesen Stellen können wir vieles lernen:
- Zunächst staunen wir darüber, dass der Herr diesen Begriff mit sich selbst verbindet. Als die Jünger nach der Himmelfahrt das Evangelium verkündigten, wirkte der Herr vom Himmel her mit, indem Er die Botschaft durch Zeichen bestätigte, die durch die Jünger geschahen (Mk 16,20). Wie anbetungswürdig ist unser Herr, dass Er sich selbst als Mitwirkender seiner Jünger bezeichnen lässt! Wie vollkommen zeigt sich hier der unermüdliche Knecht Gottes, der sogar vom Himmel aus weiterwirkte – ja, mitwirkte und dadurch den Dienst der Jünger mit seinem Siegel versah. Ist es heute nicht prinzipiell genauso? Zugleich passt dies wunderbar zum Charakter des Markus-Evangeliums, das uns den Herrn als vollkommenen Diener und Propheten vorstellt.
- Des Weiteren finden wir „synergeo“ als Beschreibung des Zusammenwirkens von Glaube und Werken. Die Errettung eines Menschen geschieht allein durch Glauben (Röm 4,1-8; 5,1), sie ist aus Gnade und gleichzeitig Gottes Gabe, nicht aus Werken (Eph 2,4-9). So geschieht die Rechtfertigung vor Gott, der in unsere Herzen sieht. Doch wenn für Menschen sichtbar werden soll, dass jemand von Gott errettet worden ist, dann muss mit dem Mund bekannt werden zum Heil (Röm 10,10) und dann wird man in den guten Werken wandeln, die Gott zuvor bereitet hat (Eph 2,10). Nur auf diese Weise erfüllt sich, was Jakobus in Kapitel 2 Vers 22 schreibt: Glaube und Werke wirken derart zusammen, dass Gottes Werk in uns sichtbar wird und dadurch weitere Frucht für Ihn hervorbringt.
- Dann hatte sich der Apostel Paulus mit großer Mühe dafür eingesetzt, dass die Korinther Gott in ihrem Leben ehrten. Er schrieb Briefe unter Tränen, redete anderen zu, sie zu besuchen und betete für sie. Dabei ergriff er vielfältige Initiativen zu ihrem Segen. Dennoch bezeichnet er sich als einen, der zusammen mit anderen unter Gottes Autorität an ihnen arbeitete (2. Kor 6,1). Er sah sich also nur als einen unter mehreren Mitarbeitern. Welche Demut wird hier erkennbar und welche praktische Bedeutung hat dies für uns! Wollen und können wir Mitarbeiter sein oder sind wir Einzelgänger, die nur schwer mit anderen zusammenarbeiten können? Sind wir bereit, uns unterzuordnen und uns als Teil der Mitarbeiterschaft Gottes und seines Werkes zu sehen oder halten wir uns vielleicht sogar für unersetzlich?
- In Korinth gab es ferner solche, die sich dem Dienst für die Heiligen gewidmet hatten und dadurch am Werk des Herrn mitwirkten (1. Kor 16,16). Ach, wenn wir doch nur die Aufgaben wahrnehmen würden, die der Herr uns z.B. in der örtlichen Versammlung unmittelbar vor die Füße legt! Wenn wir nach Vermögen mehr einander nachgingen, füreinander Zeit hätten, einander einlüden und einander dienten – welche Frucht könnte daraus entstehen! Und sollten wir solche Gläubigen kennen, dann wollen wir uns ihnen unterordnen, damit auch ihre Mühe nicht vergeblich ist im Herrn (1. Kor 15,58).
- Schließlich kann es sein, dass wir in dieser Welt die Folgen des Sündenfalls schmerzlich erleben. Manchmal wissen wir nicht einmal, was wir bitten sollen, wie es sich gebührt. Doch wir haben den Heiligen Geist in uns, der sich für uns in unaussprechlichen Seufzern verwendet und uns daran erinnert, dass uns alle Dinge zum Guten mitwirken (Röm 8,26-28). Was uns auch begegnet, Angenehmes oder Unangenehmes, es wirkt zum Guten mit. Es entfaltet seine von Gott beabsichtigte fördernde Wirkung und dient dazu, etwas Gutes in uns und unserem Leben hervorzubringen. Wir verstehen es vermutlich nicht sofort, vielleicht verstehen wir es auf der Erde auch gar nicht. Doch spätestens beim Herrn werden wir in Dankbarkeit erkennen, welche Ziele unser Herr durch solche Erlebnisse mit uns verfolgt und erreicht hat!
Schlussfolgerung
Sind wir nicht beeindruckt von den „Synergieeffekten“, die entstehen, wenn wir den Herrn im Zeugnis für Ihn als Mitwirkenden an unserer Seite haben? Und welch fördernde Wirkung entsteht, wenn wir unseren Glauben vor den Menschen durch Werke bestätigen, wenn wir uns in Demut als Mitarbeiter am Werk des Herrn verstehen, wenn wir uns den Heiligen zum Dienst zur Verfügung stellen und in Schwierigkeiten vor Augen haben, dass Er damit ein gutes Ziel verfolgt!
Quelle: bibelpraxis.de/a10215.html