Wie sollten wir als gläubige Christen dieser Entwicklung gegenüberstehen? Auf den ersten Blick wirkt der Vorschlag verlockend. In diesen Netzwerken findet sich schließlich im Übermaß Verdorbenes und Gottloses. aber nicht ausschließlich.
Vorteile?
Es scheint nur folgerichtig und begrüßenswert, wenn der Staat unsere Kinder vor diesen Einflüssen abschirmt. Dies könnte Eltern zudem die Erziehungsarbeit erleichtern, da der Druck entfällt, sich ständig gegen das Argument behaupten zu müssen, dass andere Gleichaltrige diese Dienste nutzen dürfen. Man hofft auf eine Entlastung der häuslichen Atmosphäre und Schutz vor psychischen Erkrankungen.
Man könnte meinen, die Regierung schlage etwas Gutes vor – im Gegensatz zu vielen anderen, moralisch fragwürdigen Gesetzen bzw. Gesetzesvorhaben der jüngeren Vergangenheit. Auch die erhofften Auswirkungen erscheinen positiv: Kinder könnten sich wieder vermehrt der realen Welt, der Natur und dem gemeinsamen Gespräch widmen, anstatt ständig in Bildschirme zu starren. Nicht zuletzt werden gesundheitliche Vorteile für die Seele angeführt. Mediziner weisen immer wieder darauf hin, dass ein erheblicher Teil von Angstzuständen, Depressionen und Selbstwertproblemen in Verbindung mit einer übergroßen Nutzung sozialer Medien verursacht wird. Ein Verbot kann Kinder schließlich vor dem bösartigen Cybermobbing bewahren und das Risiko einer Suchtentwicklung mindern.
Es gibt also eine Reihe von Aspekten, die für eine solche Maßnahme zunächst einmal positiv zu vermerken sind und denen man als verantwortungsbewusster Mensch zunächst aufgeschlossen gegenüberstehen möchte. Man sehnt sich nach einer Welt, in der die Reinheit der Kinder bewahrt bleibt (Spr 22,6).
Ein kritischer Blick auf die Absichten des Staates
Nun stellt sich die Frage, ob der Staat wirklich unser Bestes im Sinn hat. Wir sollten uns dabei nicht von wohlklingenden Worten blenden lassen. Die Heilige Schrift mahnt uns, diese Welt Gott gemäß zu beurteilen (1. Joh 2,16.17). Die Regierungen agieren innerhalb eines Systems, das dem Widersacher Gottes untersteht. Zwar ist die Obrigkeit als Autorität von Gott eingesetzt (Röm 13,1), doch die konkrete Ausübung der Macht dient vielfach Zielen, die seinem Wort zuwiderlaufen.
Die Strategie des Feindes und das „gute Wollen“ des Staates
Welche Absicht verfolgt der Feind eigentlich mit dem Handeln von Regierungen dieser Welt? Blicken wir ein Stück zurück: In der sogenannten Corona-Zeit haben wir neben Gottes prüfender und züchtigender Hand über uns von Beginn an die List des Widersachers gespürt. Wer am Anfang dachte, die Staatsführung wolle uns sicher Gutes für die Gesundheit tun, wurde früher oder später eines besseren belehrt. Zwar steht Gott über allem, doch wurde offenbar, dass der Teufel seine Hand im Spiel hatte. Es ist nicht immer leicht, seine Strategie zu durchschauen.
Was der Feind immer will: Er möchte Christus schaden, indem er die Verbindung zum Haupt und untereinander angreift. Das erleben wir auch heute im Blick auf das, was Gottes Wort die „Einheit des Geistes“ nennt. Er möchte das Vertrauen zu Eltern und geistlichen Autoritäten schwächen, ja sogar zerstören. Er will auch die Familie in ihrer Existenz auflösen und bewirken, dass Eltern keinen Einfluss des Glaubens auf ihre Kinder ausüben können.
Vor dem Hintergrund dieses Handelns des Teufels, Christus und den Seinen grundsätzlich schaden zu wollen, müssen wir uns fragen: Welche tiefere Absicht verbirgt sich wirklich hinter dem Verbot für junge Leute, in sozialen Netzwerken aktiv zu sein?
Erkennen wir das Muster des Feindes (2. Kor 2,11), das auch jetzt wirksam ist: die Jungen und die Alten auseinanderzubringen, wie es Satan schon in Ägypten tun wollte (2. Mo 10,8-11).
Schwächung der elterlichen Verantwortung
Ein entscheidender Kritikpunkt ist die Frage der Erziehung. Stärkt es die Eltern wirklich, wenn der Staat ihnen fundamentale Entscheidungen abnimmt, um nicht zu sagen: wegnimmt? Nein, es schwächt unsere Autorität, wenn Verantwortung an staatliche Stellen delegiert wird. Gott hat ausdrücklich uns aufgetragen, unsere Kinder selbst zu erziehen (Eph 6,4; vgl. Heb 11,23).
Selbst in einer nachchristlichen Gesellschaft liegt das Erziehungsrecht (und die Erziehungspflicht) primär bei den Eltern, auch wenn Institutionen wie Schulen oder Kitas dieses Recht zunehmend an sich ziehen. Das geht im Übrigen auch weiter als beispielsweise das Verbot von Alkoholverkauf für Personen unter 16 Jahren, wo man „zu Hause“ Dinge anders handhaben kann, als sie an Verkaufsstellen vorgeschrieben sind.
Die Gefahr der Heuchelei und des Umgehens
Staatliche Verbote ändern zudem nicht das Herz des Menschen, sondern fördern letztlich Unaufrichtigkeit. Das Gesetz macht die Sünde erst recht sichtbar, da es den Reiz des Verbotenen verstärkt (Röm 3,20; 5,20). Berichte aus Australien zeigen bereits, dass Jugendliche Wege finden, die Sperren technisch zu umgehen. Das zeigt: Der facto funktioniert das Eingreifen des Staates nur bedingt, was sein Handeln aber nicht besser macht. Doch es ist ein weitere Meilenstein auf dem Weg, in die Häuser hinein zu regieren, wie es der Pharao in Ägypten getan hat (2. Mo 1-2). Klar ist jedenfalls: Ein Verbot ohne Herzensänderung führt lediglich zur Heuchelei: Man hält sich nach außen hin an das Gesetz, handelt aber im Geheimen ganz anders.
Vorbild sein
Anstatt auf staatliche Verbote zu hoffen, sollen wir als Eltern selbst Vorbilder sein. Wenn unsere eigene Mediennutzung fragwürdig ist, verlieren wir die moralische Kraft, unseren Kindern glaubwürdige Grenzen zu setzen (1. Tim 4,12; 1. Thes 1,7).
Die wahre Ursache psychischer Not
Schützt ein Verbot wirklich die Psyche der Jugendlichen vor Angstzuständen und Depressionen? Anders gefragt: Sind diese Probleme wirklich die Folge technischer Dienste? Oder ist das „Schwimmen“ in sozialen Netzwerken nicht vielmehr ein Symptom für den Zustand unserer gesamten Gesellschaft, den Paulus treffend beschreibt (2. Tim 3,1-4).
Die strategischen Absichten des Widersachers
Was bezweckt der Feind Gottes wirklich mit solchen Maßnahmen? Das sieht man auf den ersten Blick oft nicht. Aber genau hier liegen die entscheidenden Gefahren, die wir als Christen erkennen müssen. Denn hinter dem Deckmantel des Jugendschutzes verbergen sich weitreichende Strategien des Feindes, ob sich die Regierungen dessen bewusst sind oder nicht. Sie sind eben Teil seiner Welt, in der Er ihr Gott ist.
- Deutungshoheit des Staates: Der Staat möchte selbst entscheiden, welche Inhalte Kindern vermittelt werden. Das ist vermutlich das eigentliche Ziel des Feindes. Das wird in der ganz aktuellen Stellungnahme des sogenannten Deutschen Ethikrates deutlich: „Suchtfördernde Algorithmen, Manipulation, Gewalt, Cybermobbing, Pornographie, Extremismus: Digitale Risiken sind allgegenwärtig, aber sie gehen von Inhalten und Funktionen aus, die es nicht nur in den sozialen Medien gibt“, sagte die Hamburger Philosophin und Sprecherin für diese Stellungnahme, Judith Simon. Was Extremismus beispielsweise ist, bestimmt wer?
Dieses Problem sieht man daran, dass der Staat bestimmt, welche Inhalte (Identität, Selbstbestimmung, Evolution, Religionen usw.) im Schulunterricht, zum Teil schon in Kindergärten (Dragqueen), gelehrt und vorgestellt werden. Der Feind will verhindern, dass junge Menschen unabhängig kommunizieren und sich eine eigene Meinung bilden. - Ausschluss christlicher Inhalte: Mit einem allgemeinen Verbot werden auch wertvolle christliche Kanäle und Botschaften für junge Menschen unerreichbar gemacht. Das Feld wird allein der staatlichen, oft antichristlichen Pädagogik überlassen. So ist es in Schulen heute schon.
- Verlust des Erziehungsspielraums: Die staatliche Oberhoheit über die Familien wird weiter gefestigt. Was heute an Kindern erprobt wird, kann morgen zur Beschränkung der Meinungsfreiheit für alle Erwachsenen dienen.
- Gesteuerte Indoktrination: Während soziale Medien verboten werden sollen, wird die Identitätspolitik, das Gendern und andere atheistische Infiltration über staatliche Bildungseinrichtungen ungehindert in die Herzen der Kinder getragen. Diese Taktik verfolgt der Feind natürlich auch ohne das Verbot der sozialen Medien. Aber dort wird sie in verschärftem Maß sichtbar und auf diese Weise gefördert.
Schlussfolgerung: wachsam werden!
Wir müssen unsere Sinne durch das Wort Gottes schärfen lassen. Diese Welt ist und bleibt durch Gewalttat und Verdorbenheit geprägt (1. Mo 6,11). Wir dürfen nicht blauäugig darauf vertrauen, dass eine Regierung, die Gott ablehnt und unter der Herrschaft Satans steht, geistlich gute Früchte hervorbringen kann, ja will.
Wahre Hilfe und echten Schutz für unsere Kinder finden wir nicht in staatlichen Verordnungen, sondern in der Nähe zu Ihm und in einer Erziehung, die Ihn ehrt. Römer 12,2 ist eine gute Leitlinie für unser Glaubensleben inmitten solcher staatlicher Versuchungen.
Quelle: bibelpraxis.de/a10204.html