Der Wert gläubiger Frauen in Gottes Wort (70): 1. Korinther 11 - die Kopfbedeckung der Frau (1): Einleitung


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(00:00:00) Wir kommen jetzt zu einem Thema, wo man den Eindruck haben könnte, es hat in besonderer Weise mit gläubigen Schwestern zu tun. Wenn man den Bibeltext in 1. Korinther 11 allerdings etwas genauer durchdenkt, wird man feststellen, dass es hier um Prinzipien geht, die gläubige Männer UND gläubige Frauen betrifft, mit allerdings unterschiedlichen, zum Teil sogar gegensätzlichen Schlussfolgerungen. Oder hast du schon einmal einen gläubigen Mann in einer Konferenz oder in einem Zusammenkommen zum Brotbrechen gesehen, der seinen Kopf bedeckt hat? Gleichwohl hat ein größerer Teil von 1. Korinther 11 Verse 2 bis 16 Bezug zu Schwestern. Ganz sicher gilt, wenn sie den Willen des Herrn ausführen wollen, werden sie, wie wir alle hoffentlich, den Ausführungen des Apostels von Herzen gehorsam sein, nicht nur an dieser Stelle, sondern auch in den übrigen biblischen Texten. Es handelt sich in 1. Korinther 11 um eine vordergründig äußerliche Frage, wo es konkret um die Frage der Kopfbedeckung geht. Aber wie immer bei äußeren Fragen geht es dem Apostel, das heißt dem Geist Gottes, der Paulus inspiriert hat, zu schreiben, in erster Linie um die Herzenshaltung, die sich dann in der äußeren Art und Weise des Betragens niederschlägt. Das heißt, durch das Kopfbedecken oder Nicht-Kopfbedecken soll eine innere Haltung ausgedrückt werden. (00:01:03) Gehen wir zunächst einmal auf den Zusammenhang dieses Abschnittes ein. Auf der einen Seite geht es jetzt ab Kapitel 11 bis Kapitel 14 um die Versammlung Gottes und ganz besonders um die Zusammenkünfte. In Kapitel 11 geht es um das Mahl des Herrn, in Kapitel 12 sehen wir, dass uns der eine Leib gezeigt wird, in dem der Herr geistliche Gaben geschenkt hat, die dann in der rechten Haltung, Kapitel 13, nämlich in Liebe, in der Versammlung, 1. Korinther 14, also gerade in den Zusammenkünften ausgeübt werden sollen. Der Rahmen ist thematisch also die Versammlung Gottes. Wir haben zudem in 1. Korinther 10 die Beschreibung dessen, was nach Gottes Gedanken der Tisch des Herrn ist und wie man sich in Verbindung mit dem Tisch des Herrn gottgemäß verhalten soll. Tisch des Herrn, das ist das Brotbrechen, aber gesehen unter der gemeinschaftlichen Verantwortung im Blick auf die Gemeinschaft, die wir miteinander und mit dem Herrn haben. 1. Korinther 11 zeigt uns das Mahl des Herrn. Das ist exakt dasselbe, nur unter einem anderen Blickwinkel gesehen, nämlich, dass es ein Gedächtnismahl für den Herrn ist, verbunden mit unserer persönlichen Verantwortung. Beides ist mit dem Herrn verbunden, beides mit seiner Autorität und dem Gehorsam, der auf unserer Seite gefordert wird. (00:02:05) Aber hier wird mehr die persönliche Seite vorgestellt, also in Kapitel 11. Zugleich geht es jeweils auch um unser persönliches Verhalten. In welcher Haltung nehme ich ganz persönlich das Mahl des Herrn ein, Kapitel 11? Erfülle ich meinen Zweck im Leib Christi und führe meine Gabe in diesem einen Leib auch aus, Kapitel 12? Mit welchem Motiv bin ich tätig? Ist es wirklich die Liebe, Kapitel 13? Ist es mein persönliches Ansinnen zur Auferbauung der Versammlung beizutragen, Kapitel 14? Wir sehen also die persönliche Seite und die Seite der Zusammenkünfte und der Versammlung gehen in diesem Kapitel Hand in Hand. Kommen wir jetzt zu dem Thema in 1. Korinther 11 Vers 2 bis 16. In diesem Rahmen lesen wir ja die Belehrung über die Kopfbedeckung der Frau oder die Nichtbedeckung des Hauptes des Mannes. Und das ist jetzt nur ein Beispiel dessen, was Kapitel 11 uns vorstellt. Wir sollten vielleicht besser sagen, es geht hier um die Schöpfungsordnung Gottes in der Versammlung. Das heißt, darüber belehrt der Apostel Paulus jetzt die Korinther. Und das macht deutlich, es geht hier nicht, jedenfalls nicht nur um den privaten Bereich, sondern auch um den gemeinschaftlichen Bereich. (00:03:06) Es geht aber auch nicht nur um die Zusammenkünfte, Konferenzen und so weiter, sondern auch um den persönlichen Bereich. Vielleicht wendet jemand, der den Bibeltext gut kennt, sofort ein. Naja, aber in 1. Korinther 11 heißt es doch in Vers 5, Jede Frau aber, die betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, entehrt ihr Haupt, denn es ist ein und dasselbe, als wenn sie geschoren wäre. Nach 1. Korinther 14 Vers 34 sollen die Frauen in den Versammlungen schweigen, denn es ist ihnen nicht erlaubt zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. Schlussfolgerung, das kann sich ja in 1. Korinther 11 niemals auf die Zusammenkünfte beziehen. Dieser Punkt, dieser Einwand ist ernst zu nehmen und ich komme darauf zurück. Es erscheint mir aber in einem ersten Schritt gut, zunächst einmal die Verse im Überblick anzusehen. Schauen wir uns also das Thema und die Vorgehensweise der Belehrung des Apostels hier in 1. Korinther 11 Vers 2 bis 16 etwas genauer an. Die Einzelheiten kommen dann in weiteren Podcasts vor uns. In Vers 2 lesen wir die Grundlage dessen, was wir tun und tun sollen, nämlich die Überlieferung der Apostel und Propheten, also das Wort Gottes. (00:04:07) Das ist maßgebend nicht Tradition, nicht Meinung, nicht Kultur, sondern das Wort Gottes. Zweitens lernen wir in Vers 3, dass Paulus zeigt, dass die Schöpfungsordnung Mann und Frau betrifft, ja sogar Christus sich darin gewissermaßen einordnet. Wann gilt diese Ordnung für uns? Nur im persönlichen Bereich? Nur in der Versammlung? Nein, immer und überall. In den Versen 4 und 5 zeigt der Apostel dann, warum er die Schöpfungsordnung hier genannt hat, nämlich an dieser Stelle, denn sie hat Auswirkungen auf uns. Der Apostel bezieht sie jetzt auf die geistlichen Aktivitäten von gläubigen Männern und gläubigen Frauen. Beten, wir sind nach oben hin zu Gott tätig. Weissagen, wir geben das, was Gott möchte, von ihm aus gesehen nach unten zu den Gläubigen oder Ungläubigen weiter. Das heißt, der Apostel wendet diesen Grundsatz der Schöpfungsordnung auf alles an, wo ein Bruder oder eine Schwester geistlich aktiv ist. Es ist gewissermaßen die Klammer von unten nach oben, von oben nach unten. Es schließt alles ein, was geistliche Aktivitäten umfasst. (00:05:05) Wo finden solche geistlichen Aktivitäten statt? A. Im persönlichen Umfeld. B. Im Dienst. C. In den Zusammenkünften und womöglich noch mehr. Dass es in Zusammenkünften so ist, braucht wahrscheinlich nicht weiter betont zu werden. Die Versammlung ist eine betende und weissagende Versammlung, wie man in der Apostelgeschichte unschwer erkennen kann. Und eine Schwester ist dort hoffentlich nicht passiv, wenn sie sich auch nicht hörbar äußert. Aber nicht hörbar zu äußern heißt nicht, dass sie passiv da sitzt. Hoffentlich nicht. Auf dieses Thema komme ich später noch einmal zurück. Viertens finden wir dann in Vers 6, dass in Korinth offenbar ein besonderes Problem darin bestand, vielleicht durch die heidnische Herkunft, dass Frauen den Platz der Unterordnung verlassen haben und die Hauptschaft des Mannes nicht mehr anerkannten. Daher finden wir hier in dem 6. Vers eine besondere Schärfe in der Konsequenz, wenn eine Frau eben diese Unterordnung nicht bereit ist anzunehmen. Fünftens finden wir in den Versen 7 bis 9, dass der Apostel weitere Begründungen angibt, warum eine Frau sich bei geistlichen Aktivitäten bedecken soll, ein Mann aber nicht. (00:06:05) Sie beziehen sich auf die eben genannten drei Bereiche der Aktivitäten. Bereits von der Erschaffung an hat Gott diese Unterschiede gemacht bzw. sogar deutlich werden lassen. Sechstens finden wir dann in Vers 10, dass der Apostel eine Schlussfolgerung zieht und von den Engeln spricht. Diese höchsten Geschöpfe bedecken sich selbst, Jesaja 6, in dem Bewusstsein vor Gott zu sein. Jetzt sehen sie auf diejenigen, die durch das Erlösungswerk Christi Gott viel näher gebracht worden sind, als sie selbst stehen. Und in der Versammlung sehen sie deshalb bei uns Menschen etwas von Gottes Weisheit. Aber sie sehen nicht nur Gottes Weisheit, sie sollen zugleich den Gehorsam der erlösten Menschen durch das Bedecken bzw. Nicht-Bedecken sehen, ob sie versammelt sind oder anderweitig geistlich aktiv sind. Siebtens finden wir in den Versen 11 und 12, dass diese Ordnung nicht dazu führen darf, zu meinen, der Mann stehe in sich selbst höher als die Frau. (00:07:03) Nein, Gott hat schon in der Schöpfung eine gegenseitige Abhängigkeit voneinander geschaffen, um deutlich zu machen, dass der Mann die Frau nötig hat, die Frau den Mann. Dann finden wir achtens in den Versen 13 bis 15, dass der Apostel an den Anstand und das nach wie vor selbst nach dem Sündenfall existierende natürliche Empfinden des Menschen sowohl im Blick auf den Mann als auch auf die Frau appelliert. Mit anderen Worten, Gott hat beides in den Menschen hineingelegt und er kann dies durch Bedecken der Mann bzw. die Frau hier oder Nicht-Bedecken der Mann zeigen, nämlich dass sowohl der Anstand als auch das natürliche Empfinden noch vorhanden ist. Neuntens und abschließend in Vers 16, Paulus schließt diese Belehrungen damit ab, dass er auf wir, ihn selbst als Apostel und Diener, auch auf seine Mitarbeiter, also auf sie persönlich hinweist, als auch auf die Versammlungen gemeinschaftlich. Wir persönlich und gemeinschaftlich machen es so, wie Gott es von Anfang an vorgesehen hat und wollen nicht irgendeiner Innovation, einer Erneuerung nachlaufen. (00:08:05) Wenn man diese Linie vor Augen hat, kann man erkennen, Paulus spricht von Grundsätzen, die sich nicht exklusiv auf die Zusammenkünfte, auf Konferenzen oder feierliche Zusammenkünfte wie Hochzeiten, Beerdigungen usw. beziehen, auch nicht exklusiv auf das persönliche Leben. Es sind Prinzipien, die allgemeine Anwendung finden. Jetzt gehen wir auf den Einwand ein, den ich vorhin schon genannt habe, was die Zusammenkünfte betrifft. Kann es sich überhaupt 1. Korinther 11 Vers 2 bis 16 auf die Zusammenkünfte beziehen, wenn doch nach 1. Korinther 14 Vers 34 die Frauen in den Versammlungen schweigen sollen, weissagen, aber nur möglich ist bei einem hörbaren Aussprechen und das ja gar nicht in den Zusammenkünften möglich ist. Man darf eben nicht meinen, dass die Belehrung des Apostels gerade in diesem Brief an einer Stelle alles uns zeigt. Nein, diese Belehrung ist fortschreitend. Ich nehme jetzt zwei Beispiele aus diesem Brief dazu, die das deutlich machen und ich benutze noch eines aus den Belehrungen des Herrn Jesus selbst. (00:09:04) Fangen wir in 1. Korinther 8 und 10 an. In 1. Korinther 8 lesen wir in Vers 10, denn wenn jemand dich, der du Erkenntnis hast, in einem Götzentempel zu Tisch liegen sieht, wird nicht sein Gewissen, da er schwach ist, bestärkt werden, die Götzenopfer zu essen? Der Fokus in 1. Korinther 8 liegt im Blick auf die Götzenopfer darauf, dass ich mit der rechten Haltung handle, nämlich mit der Haltung der Liebe meinem Bruder gegenüber, der damals aufgrund seiner jüdischen Herkunft ein Problem mit dem Essen von Fleisch hat, das einmal auf einem Götzenalltag gebraten wurde. In Vers 3 heißt es, wenn aber jemand Gott lebt, der ist von ihm erkannt. Paulus macht also deutlich, dass die Haltung im Miteinander die Liebe sein soll, eben in Vers 10, dass ich nicht durch meine Freiheit im Gewissen einen anderen zu Fall bringe. Deshalb hat man in 1. Korinther 8 Vers 10 den Eindruck, man könne in einem Götzentempel zu Tisch liegen. Sagt Paulus das? Offensichtlich nicht. Denn man liest in 1. Korinther 10 auf einmal in Vers 19, Paulus sagt dort, was sage ich nun, dass ein Götzenopfer etwas sei oder dass ein Götzenbild etwas sei? (00:10:02) Nein, sondern dass das, was die Nationen opfern, sie den Dämonen opfern und nicht Gott. Ich will aber nicht, dass ihr Gemeinschaft habt mit den Dämonen. Ihr könnt nicht das Herrnkelch trinken und der Dämonenkelch. Ihr könnt nicht des Herrn Tisches teilhaftig sein und des Dämonentisches. Mit anderen Worten, der Apostel Paulus macht in 1. Korinther 10 völlig klar, selbst wenn ich es nur um meines Bruders Willen unterließe, im Götzentempel zu essen, kommt es nach 1. Korinther 10 auf den Gesichtspunkt an, womit ich Gemeinschaft pflege. Denn äußere Teilhabe, äußere Beziehung bedeutet im kirchlichen Bereich innere Gemeinschaft. Daher ist es in Gottes Augen völlig undenkbar, dass ich mich in einen Götzentempel hineinbewege und dort esse. Denn das bedeutet, am Tisch der Dämonen zu essen. Aber hat Paulus das Essen von Götzenfleisch im Tempel denn nicht in 1. Korinther 8 erlaubt? Keineswegs. Dort geht Paulus auf diesen Punkt noch gar nicht ein, obwohl er ihn natürlich inspiriert durch den Geist Gottes in 1. Korinther 10 völlig klar behandelt, dass es nämlich unmöglich ist, im Götzentempel zu essen und zu sein. Aber in 1. Korinther 8 liegt sein Fokus eben auf dem Miteinander von Gläubigen und er beschränkt sich dort auf diesen Punkt. (00:11:01) Erst in 1. Korinther 10, wenn es um die Frage der Gemeinschaft geht und darum, dass äußere Teilnahme innere Gemeinschaft bedeutet, macht er klar, dass das gar nicht möglich ist. Zweites Beispiel in 1. Korinther 6. Dort geht es darum, dass Gläubige in Korinth Rechtshände miteinander vor weltlichen Gerichten ausforten. Es heißt in Vers 1, darf jemand unter euch, der eine Sache gegen den anderen hat, vor den ungerechten Rechten und nicht vor den Heiligen? Dann in Vers 4, wenn ihr nun über die Dinge dieses Lebens zu rechten habt, so setzt diese ein, die in der Versammlung gering geachtet sind. Man hat also den Eindruck, wenn man einen Rechtshandel, ein Rechtsproblem mit einem Bruder hat, dann sollen diejenigen nicht vor Gericht gehen, sondern solche, die gering geachtet sind, diese Frage behandeln lassen. Will Paulus das sagen? Absolut nicht. Er macht aber deutlich, dass es für ein Urteil keiner großen Einsicht und Weisheit bedarf. Nur kurz später fügt er dann in Vers 7 nämlich hinzu, es ist nun schon überhaupt ein Fehler an euch, dass ihr Rechtshandel miteinander habt. Warum lasst ihr euch nicht lieber Unrecht tun? Warum lasst ihr euch nicht lieber übervorteilen? (00:12:01) Das heißt, der Apostel macht in diesem Vers ganz deutlich, dass es Rechtshandel unter Gläubigen überhaupt nicht geben darf. Man hat also in Vers 4 den Eindruck, wenn es so etwas gibt, dann sollen es die Geringen entscheiden. Aber das dient nur dazu, deutlich zu machen, dass dies eine Sache ist, die selbst der Einfachste entscheiden könnte. Dann fährt er in seiner Belehrungsstruktur fort und zeigt in Vers 7, es kommt überhaupt nicht in Frage, diesen Rechtshandel miteinander auszutragen, sondern ihr sollt euch lieber übervorteilen lassen. Ihr sollt bereit sein, den unteren Weg zu gehen. Das ist die fortschreitende Belehrung. Und das ist auch bei dem dritten Beispiel so, dass wir bei dem Herrn Jesus selbst finden. In Matthäus 18 Vers 20 sagt er, dass er in der Mitte der zwei oder drei ist, die sich in seinem Namen versammeln. Darf man daraus schließen, dass sich drei Schwestern versammeln können und dann die Wirklichkeit dieses Verses verwirklichen und erleben dürfen, der Herr in ihrer Mitte? Nein. An dieser Stelle zeigt der Herr nur, dass es keiner großen Versammlung bedarf, damit er in der Mitte ist. Es reichen zwei oder drei. Aus 1. Korinther 14 wissen wir, dass es mindestens ein Bruder sein muss, denn Schwestern müssen schweigen. Das sagt der Jesus aber nicht in Matthäus 18, sondern er lässt es den Apostel viel, viel später in 1. Korinther 14 deutlich machen. (00:13:04) Aus 1. Korinther 5 lernen wir zudem, dass Zucht möglich sein muss. Ist das der Fall, wenn man mit einem Zusammenkommen beginnt, was nur aus einer Familie besteht? Ich fasse zusammen. Aus diesen drei Beispielen lernen wir, wir dürfen nicht meinen, die volle Belehrung über einen Punkt finden wir an einer einzigen Stelle. Wir müssen das, was der Geist Gottes über ein solches Thema an anderer Stelle sagt, immer mit einbeziehen. So auch in 1. Korinther 11. Hier behandelt der Apostel Paulus die Schöpfungsordnung, die in der Versammlung Gottes zum Tragen kommt. Und er macht sie deutlich an dem Beispiel von Beten und Weissagen mit der Schlussfolgerung, wie sich dann ein Mann bzw. eine Frau verhalten soll. Das heißt, es geht hier von Anfang an um den gesamten geistlichen Bereich, sei es persönlich, mit mehreren oder in der Versammlung. Bestimmte zusätzliche Einschränkungen, die nach Gottes Wort, nach seinen Gedanken mit hineinspielen, behandelt der Apostel an anderer Stelle, wohin sie inhaltlich nach Gottes Weisheit gehören. Dass eine Frau nicht lehren darf, wird in 1. Korinther 11 nicht behandelt, sondern in 1. Timotheus 2. (00:14:01) Obwohl Weissagen natürlich auch Lehre beinhalten kann. Aber in 1. Korinther 11 geht es um Mann und Frau ganz grundsätzlich. Nicht darum, was in dem einen oder anderen Fall das Weissagen beinhaltet. In 1. Timotheus 2 dagegen behandelt der Apostel die äußere Ordnung im Haus Gottes und macht deutlich, Lehren kommt für eine Frau nicht in Frage. Dass eine Frau in den Zusammenkünften nicht reden darf, steht hier auch nicht, sondern in Kapitel 14. Obwohl in den Zusammenkünften natürlich gebetet und geweissagt wird. Ja, dass sogar der Charakter der Zusammenkünfte genauso ist. Aber in 1. Korinther 11 geht es um Mann und Frau ganz prinzipiell. Daher wird dieser Punkt da aufgeführt, wo es um die Ordnung in der Versammlung geht. Nicht in erster Linie um die Schöpfungsordnung. Der ganze Abschnitt in 1. Korinther 11 zeigt uns somit nicht die Einschränkungen im Dienst der Frau, die wir an anderer Stelle finden, sondern Grundsätze, wie sich der Mann äußerlich verhalten und wie sich die Frau äußerlich bedecken soll. Diese Haltung und das dazu passende Äußere umfasst alle Bereiche, die geistliche Aktivitäten betreffen. Das alles betrifft nicht nur das Verhalten in der Versammlung, in den Zusammenkünften, aber auch dort. (00:15:02) Denn das ist das große Thema, was mit diesem Abschnitt eingeleitet wird, wie wir sehen oder gesehen haben. Zum Schluss. Zum Abschluss gebe ich noch zwei Verse aus dem Neuen Testament zu bedenken, die unsere Beschäftigung mit 1. Korinther 11 gedanklich und für unsere Gesinnung gut einrahmen. In Lukas 16 sehen wir in Vers 10, Wer im geringsten treu ist, ist auch in vielem treu. Und wer im geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht. Man mag die Frage der Kopfbedeckung als etwas Geringes ansehen. Aber wer in diesem Geringen treu ist, der ist auch in vielem treu. Wer aber in diesen Fragen eben nicht treu ist, der muss sich fragen, kann er denn in den großen Dingen des Lebens wirklich gehorsam und hingegeben sein, wenn er sich schon in diesen kleinen, scheinbar nebensächlichen Fragen nicht nach Gottes Wort richtet? Wir sollten bei alledem in Gnade und praktizierter Liebe miteinander umgehen. Einige Aspekte, die in diesem Podcast angesprochen werden, könnten dem einen oder anderen Zuhörer so vielleicht nicht so bewusst gewesen sein. Besonders, dass Paulus hier einen allgemeinen Grundsatz vorstellt, der sich auf geistliche Tätigkeiten auch im persönlichen, im privaten Bereich beziehen. (00:16:01) Niemand muss vor diesem Hintergrund innerlich in seinem Gewissen bedrückt sein oder denken, er habe ja womöglich vielleicht bislang vieles falsch gemacht. Das geht uns allen in manchen Bereichen unseres Lebens immer wieder so. Wir dürfen uns da dem Herrn auch in Ruhe und in Frieden anvertrauen. Wir sind für das verantwortlich, was wir erkennen können, was uns gelehrt worden ist. Aber wenn es beispielsweise um die Zusammenkünfte der Gläubigen geht, ich spreche nicht nur von denen im Namen des Herrn, so hat sich dort inzwischen eine gewisse Lachsheit eingeschlichen, was die Kopfbedeckung der Frau betrifft, wo wir diesen Hinweis von Lukas 16, wie auf alle Bereiche unseres Lebens, ernsthaft erwägen sollten. Dann noch eine zweite Stelle. Wir wollen im Blick auf die heutige Zeit 2. Timotheus 3 Vers 1 nicht übersehen. Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden, denn die Menschen werden selbstsüchtig sein und so weiter. Wir leben in Zeiten, in denen Dinge, die das Wort Gottes uns deutlich macht, immer weniger Beachtung finden und in denen wir selbst als Gläubiger, auch als solche, die bekennen, im Namen des Herrn Jesus zusammenzukommen, immer weniger bereit sind, uns auch den Einzelheiten dessen, (00:17:02) was das Wort Gottes uns deutlich macht, unterzuordnen. Oftmals nur dann, wenn es unserem eigenen Geschmack entspricht. Ist das nicht bei uns allen so, in dem einen oder anderen Bereich unseres Lebens? Deshalb wollen wir uns auch diesem Abschnitt in 1. Korinther 11 mit Ernsthaftigkeit und einer gewissen Haltung der Ehrfurcht vor Gottes Wort und vor Gott in Gottseligkeit nähern. Also mit Demut und Sanftmut. Und wie gesagt, auch mit Gnade. Es geht dabei nicht nur um Frauen, sondern um uns alle. Einmal, weil wir als Männer ebenfalls angesprochen werden, ob wir dieser Schöpfungsordnung entsprechen. Darüber hinaus aber auch, weil wir Verantwortung haben, nicht nur für uns Männer, sondern wenn wir verheiratet sind, auch für unsere Ehefrauen. Und sicherlich legt der Hauptfokus in diesem Abschnitt auf der Frau und ihr seid hier besonders angesprochen, euch dem Licht des Wortes Gottes zu stellen und von Herzen Gott gehorsam zu sein.
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Artikelreihe: Der Wert gläubiger Frauen für Gott und Menschen

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