David als Kriegsherr (2.Sam 8,1-14)
Die Völker, mit denen Davids Armee kämpfte, waren alles „alte“ Feinde des Volkes Israels und damit Feinde Gottes. Er besiegte die Philister, die Moabiter, die Syrer und die Edomiter.
Diese Feinde stehen für Realitäten, die in unserem Glaubensleben Schaden anrichten.
Deshalb müssen wir sie bekämpfen – genauso radikal wie David gegen seine Feinde vorging. Natürlich kämpfen wir nicht gegen Menschen, sondern gegen geistliche Mächte oder schädliche Einflüsse. Wir lernen von David, dass wir unterschiedliche Methoden anzuwenden haben – je nachdem, wie die Dinge an uns herantreten.
Davids Siege wurden bekannt, und er erhielt Glückwünsche und Geschenke. Außerdem machte er viel Beute und bekam regelmäßige Pflichtabgaben der besiegten Feinde. Da er sich bewusst war, dass der Herr die Siege geschenkt hatte, nahm er die Geschenke nicht für sich. Sie wurden separat aufbewahrt, um später für den Bau des Tempels eingesetzt zu werden.
David übt Recht und Gerechtigkeit (2.Sam 8,15-18)
„David übt Recht und Gerechtigkeit“ - was bedeutet das genau? Der König als oberste Instanz im Volk hatte dafür zu sorgen, dass die Gesetze auch eingehalten wurden. Gab es Streitigkeiten, musste die Angelegenheit untersucht und ein Urteil gefällt werden. Dabei war David immer bemüht, unparteiisch und fair zu urteilen. Er war sich bewusst, dass er dazu die Hilfe Gottes nötig hatte. Außerdem konnte er nicht alles allein machen, deshalb suchte er sich fähige Männer für die verschiedenen Bereiche (Außenverteidigung, innere Sicherheit, religiöse Angelegenheiten, Verwaltung) aus, die ihn unterstützten.
David erweist Güte (2.Sam 9+10)
David war ein Mann, der seine Versprechen einhielt. Er hatte seinem Freund Jonathan versprochen, an ihm und seinen Nachkommen „Güte Gottes zu erweisen“ (1. Sam 20,15). Und genau dieses Versprechen löste er jetzt ein. Er erkundigte sich danach, ob noch Nachkommen von Saul da wären, an denen er gemäß seinem Versprechen handeln könnte. Dass er nicht nach Nachkommen von Jonathan fragte, sondern nach Nachkommen von Saul, zeigt uns, wie gütig er war. Saul hatte ihn unerbittlich gejagt, um ihn zu töten. Trotzdem wollte er den Nachkommen um Jonathans Willen Güte erweisen. In Bezug auf Saul handelte er nicht nach dem Motto: „wie du mir, so ich dir“, sondern zeigte Charakterzüge des Herrn Jesus, der sogar sein Leben für seine Feinde gab.
Tatsächlich lebte noch ein Sohn von Jonathan: Mephiboseth.
Dass David gerade an diesem Mann Güte erwies, ist in doppelter Hinsicht bemerkenswert. Wie gesagt, er war ein Nachkomme Sauls, der sich als erbitterter Feind Davids gezeigt hatte. Zugleich war er behindert – lahm an beiden Füßen als Folge eines Unfalls (2. Sam 4,4). In 2. Samuel 5,8 lesen wir: „Die Lahmen und die Blinden, die der Seele Davids verhasst sind. Daher spricht man: Ein Blinder und ein Lahmer darf nicht ins Haus kommen.“
Und was machte David mit Mephiboseth, dem Krüppel, der nicht laufen konnte? Er lud ihn in seinen Palast ein und ließ ihn dort wohnen. Ja, er durfte sogar am Tisch des Königs essen – wie ein Königssohn.
Außerdem erhielt er alle Felder, die einmal seinem Großvater gehört hatten, zurück. David sorgte auch dafür, dass die Felder bearbeitet wurden, damit Mephiboseth den Ertrag davon hatte.
Das ist wirklich „Güte Gottes erweisen“!
Davids Güte wird falsch verstanden (2. Sam 10)
Genauso wie David seine Versprechen einhielt, erinnerte er sich auch an Güte, die er selbst erfahren hatte. Nahas, der König von Ammon, war gestorben und David wollte Güte an dessen Sohn Hanun erweisen, weil David selber Güte von Nahas erfahren hatte. Aus uns nicht bekannten Gründen konnte er den Kondolenzbesuch nicht selbst machen, sondern sandte seine Knechte dorthin. Ob Hanun etwas von dem Verhältnis Davids zu Nahas wusste, wird nicht beschrieben. Allerdings wurden die Absichten Davids falsch verstanden, bzw. es wurden ihm falsche Motive unterstellt. Statt dass man die Diener Davids freundlich und dankbar empfing, wurden sie sehr beleidigt: Man schnitt ihre Bärte und Kleider zur Hälfte ab. Was das in der damaligen Zeit bedeutete, erklärt Jesaja 15,2 und 20,4. David reagierte darauf, indem er den Männern Zeit gab, sich verborgen zu halten, bis die Bärte nachgewachsen waren. Die Folgen dieses Verhaltens von Hanun waren verheerend: ein Krieg mit vielen Toten.
In diesem Krieg zeigte sich, dass Davids Soldaten fähige Männer waren, die ihr Handwerk verstanden. Außerdem ist es schön zu sehen, wie sie füreinander einstanden und einander halfen.
Etwas mit guter Absicht tun zu wollen und dann missverstanden oder sogar abgelehnt zu werden, ist nicht leicht zu ertragen. Wie weh tut es, wenn uns böse Motive unterstellt werden! Wenn uns so etwas widerfährt, können wir uns ein Beispiel an dem Herrn Jesus nehmen. In Psalm 109,4 lesen wir: „Für meine Liebe feindeten sie mich an. Ich aber bin stets im Gebet.“ Wie oft hat der Herr Jesus erfahren, dass man Ihn missverstanden hat! Wie oft hat man ihm falsche Motive unterstellt! Doch Er übergab sich im Gebet dem, der gerecht richtet. Auch wir wollen unsere Sorgen jederzeit auf Gott werfen (vgl. 1. Pet 5,7).
Die drei Kapitel sind eine gewisse Blütezeit in der Regierungszeit Davids. Dass gerade in solchen Zeiten Wachsamkeit absolut notwendig ist, um nicht zu fallen, sehen wir in den nachfolgenden Kapiteln.
Quelle: bibelpraxis.de/a10101.html