„Ins Machen kommen“, „Wir haben verstanden“, „sich ehrlich machen“ – solche Sätze klingen entschlossen, bleiben aber oft folgenlos. In Politik und Öffentlichkeit dienen sie nicht selten dazu, Fehlentwicklungen oder Enttäuschungen zu überdecken. Dazu kommen Leerformeln und abgegriffene Begriffe, die viel versprechen und doch wenig sagen. Auch wir Gläubige wollen uns fragen: Nutzen nicht auch wir oft Worte, die fromm klingen und dennoch mehr „Marketing“ als Wirklichkeit unseres Glaubenslebens darstellen? Sie können den Blick auf uns selbst lenken und dabei das Urteil unseres (Dienst-) Herrn aus dem Zentrum rücken.
Treue im Tun
Dem stellt Gottes Wort klar entgegen: „Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer allein, die sich selbst betrügen“ (Jak 1,22). Es genügt nicht, Gottes Wahrheit zu kennen, sie zu bejahen oder weiterzugeben. Es reicht nicht zu sagen: Ich stehe zu diesem Gedanken und er bleibt meine Überzeugung, wenn man der facto ganz anders handelt. Der Glaube zeigt sich darin, dass wir das, was Gottes Wort sagt, wirklich leben – in unseren Entscheidungen, in unserem Umgang mit anderen und in unserem täglichen Gehorsam. Nicht das Reden macht den Glauben sichtbar, sondern das gehorsame Tun.
Treue im Verborgenen
Der Herr Jesus warnt davor, geistliche Dinge zur Schau zu stellen (Mt 6,5–6). Wer betet, gibt oder dient, um gesehen zu werden, hat seinen Lohn bereits empfangen. Der Vater aber sieht ins Verborgene, auf das Unauffällige, das niemand beachtet und niemand lobt. Gerade dort entsteht oft Segen – nicht im posaunen, sondern im verborgenen Dienst. Der Herr schätzt das, was aus einem aufrichtigen Herzen kommt, auch wenn es äußerlich klein wirkt.
Treue im Stillen
Sprüche 27,2 erinnert daran: „Es rühme dich ein anderer und nicht dein Mund.“ Und Paulus schreibt: „Denn nicht der ist bewährt, der sich selbst empfiehlt, sondern der, den der Herr empfiehlt“ (2. Kor 10,18). Das ist eine heilsame Korrektur für jede Form von Selbstdarstellung, die es auch im geistlichen Bereich geben kann. Vor Gott zählt nicht die laute Behauptung, sondern die stille Treue; nicht der große Auftritt, sondern das Urteil unseres Herrn.
Treue zur Ehre des Herrn
Nehmen wir dennoch einmal eines dieser eingangs genannten Schlagworte bewusst auf: „sich ehrlich machen“. Also seien wir ehrlich: Der Herr sucht keine leeren Worte, oder Durchhalteparolen, sondern Herzen, die Ihm und seinem Wort gegenüber treu sind. Er sieht, ob wir im Kleinen treu sind, ob wir Verantwortung übernehmen und ob unser Reden durch unser Handeln gedeckt ist. Hingabe beginnt im Herzen und äußert sich im Tun, ohne dabei aktionistisch zu werden.
Quelle: bibelpraxis.de/a10076.html