19.03.2005 Persönlicher Glaube | Dienst | Jesus Christus / Gott

Führer, die das Wort Gottes geredet haben

Unsere geistlichen Väter ...

Wenn man Männer Gottes kennt, von denen man das eine oder andere oder sogar viel lernen durfte, und diese werden vom Herrn Jesus Christus abgerufen, in den Himmel heimgerufen, dann denkt man dankbar an ihren Dienst und ihre Belehrungen zurück. Und mehr noch, das Wort Gottes gibt uns ein wichtiges Wort mit: „Gedenkt eurer Führer, die das Wort Gottes zu euch geredet haben, und den Ausgang ihres Wandels anschauend, ahmt ihren Glauben nach“ (Hebräerbrief, Kapitel 13, Vers 7).

So ging es mir jetzt, als ich hörte, dass der Herr Jean Muller heim gerufen hat. Dieser Bruder aus Paris (Frankreich) hatte – wie wir alle – Schwächen und Stärken. Er war kein Vollkommener. So wollen wir ihn nicht verehren – denn das gebührt nur dem Herrn. So wollen wir ihn nicht imitieren oder kopieren. Jeder von uns hat seine eigene Aufgabe und seinen „eigenen“ Dienst, das heißt den vom Herrn gegebenen.

Es geht um das Nachahmen des Glaubens

Aber wir dürfen den Glauben dieser geistlichen Väter anschauen und ihn nachahmen. Denn der Glaube ist von Gott. Und es lohnt sich immer, ein solches Glaubensvertrauen „weiterzuführen“. Wir dürfen uns auch an das Wort Gottes erinnern, das sie uns gepredigt haben. Wir sind immer wieder dankbar, dass der Herr seine Diener benutzt, um uns in seinem Wort zu unterweisen und zu belehren. Es ist die Güte unseres Herrn, dass Er uns bis heute so mit guten Gaben versorgt!

Wir haben auf der Homepage zwei Artikel von Jean Muller veröffentlicht. Und sie umreißen in schöner Weise den Dienst dieses geschätzten Bruders (auch wenn sie natürlich nur einen sehr kleinen Ausschnitt seines Dienstes und Wirkens darstellen). Der eine Artikel behandelt den gemeinsamen Weg der Gläubigen (Die alten Pfade). Auch in Zeiten des Verfalls gibt es diesen Weg nach der Schrift. Es gibt die eine Versammlung (Gemeinde, Kirche) Gottes: „Da ist ein Leib“ (Epheserbrief, Kapitel 4, Vers 4). Und wenn die Gläubigen auch in viele Gruppen zersplittert ist, so gehören sie doch alle zusammen zu diesem einen Leib und sind miteinander verbunden.

Es gibt bis heute die eine Grundlage der Versammlung/Gemeinde/Kirche!

Leider sind die Unterschiede vieler christlicher Gruppen Realität. Auch die Unterschiede, was das Auffassen und Verwirklichen des Wortes Gottes betrifft. Und doch ist es bis heute möglich, schlicht auf der Grundlage der Wahrheit über die Versammlung (Gemeinde, Kirche) Gottes, wie sie im Neuen Testament zu finden ist, zusammen zu kommen. Das war Jean Muller ein großes Anliegen.

Auch in dem genannten Artikel wird deutlich, dass ihm eines dabei sehr wichtig war: Die Seite des Bewahrens der Einheit des Geistes (Epheserbrief, Kapitel 4, Vers 3) nicht gegen das Evangelium und die Verkündigung desselben auszuspielen. Beides ist nötig – für uns alle. Für beides sollten wir, solange der Herr uns auf der Erde lässt, ein Herz bewahren. Beides sollte uns wichtig sein. Genau das habe ich von unserem Bruder lernen dürfen. Und er hat immer wieder betont: Das, was uns einen sollte, ist leider oft das, was uns auseinander zu bringen scheint: das Verkündigen der guten Botschaft.

Wichtig war Jean Muller, dass weder das eine noch das andere im Eigensinn, in Unabhängigkeit von dem Herrn und seinem Leib getan wird. Ich meine, ein Vermächtnis, was er uns mitgibt. Nicht, dass der Diener nicht seinem Herrn allein verantwortlich wäre. Das macht gerade der Epheserbrief sehr deutlich. Aber der Herr isoliert nicht die Diener von dem Leib, den Er selbst ja durch den Heiligen Geist gebildet hat.

Vor allem anderen: die Herrlichkeit des Christus

Ein zweiter Schwerpunkt der Arbeit von Jean Muller war, dass er immer wieder auf die Herrlichkeit des Herrn Jesus hinwies. Und das ist das Thema des zweiten Artikels (Auf dem Berg der Verklärung) – die Herrlichkeit des Herrn auf dem Berg und im Tal. Wir denken an die Worte im Hebräerbrief, Kapitel 12, Verse 2 und 3: „Hinschauend auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der, die Schande nicht achtend, für die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Denn betrachtet den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat.“

Auch das ist wie ein Vermächtnis: Wer geistlich wachsen will, muss letztlich auf den Herrn Jesus schauen. Denn ohne Ihn und getrennt von Ihm gibt es kein geistliches Wachstum: „Wachst aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus“ (2. Petrusbrief, Kapitel 3, Vers 18).

Brücken bauen und das Ganze sehen

Zum Schluss sei ein dritter Punkt kurz erwähnt: Jean Muller war in seinem Beruf Brückenbauer, Bauingenieur. Dazu ist es nötig, ganz verschiedene Materialien zusammenzubringen, um daraus eine Brücke zu bauen. Genau diese Begabung besaß er: Aus der ganzen Schrift fügte er einzelne Punkte zu einem ganzen Bauwerk zusammen. Er verstand es, auf den ersten Blick unterschiedlich wirkende Schriftstellen zusammenzuführen, so dass ein schönes Gemälde entstand.

Das erinnert mich an Petrus, der schreibt: „Indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist“ (2. Petrusbrief, Kapitel 1, Vers 20). Auch wir dürfen die Schrift als Ganzes sehen und den Geber dieses ewigen Wortes bewundern, wie Er uns immer wieder durch Altes und Neues Testament, durch einzelne Verse aus dem Alten und aus dem Neuen Testament, die zusammenpassen, ein Bild malt, das uns seine Wahrheit vorstellt. – Und: Brückenbauer sollten wir alle sein. Gläubige, die Brücken untereinander bauen.