31.05.2005Ehe & Familie

Hören – zuhören

„Gebt nun Acht, wie ihr hört“ (Lukasevangelium, Kapitel 8, Vers 18).

Meine Frau erinnert mich manchmal an die Zeit, als sie versuchte, mir etwas mitzuteilen, während ich die Zeitung las. Ich stimmte allem zu, was sie sagte, ohne auch nur ein Wort wirklich wahrzunehmen. Natürlich war ihr das schnell klar. So sagte sie einmal mit derselben Stimmlage: „Und dann raubte ich die Bank aus und nahm 5.000 Dollar mit. Ich verbarg das Geld unter dem Baum im Vorgarten. Ist das so in Ordnung?“

Ich antwortete: „Natürlich, Liebling. Alles, was Du tust, ist aus meiner Sicht prima!“

Das ist ein klassisches Beispiel, wie wir nicht auf das Acht geben, was wir hören. Und ein solcher Fehler trägt nicht dazu bei, dass unsere Ehebeziehung gut funktioniert. Jakobus sprach zwar nicht unmittelbar zu Verheirateten, als er sagte: „Jeder Mensch sei schnell zum Hören“ (Jakobusbrief, Kapitel 1, Vers 18). Aber seine Worte machen einen riesigen Unterschied aus für Ehemänner und Ehefrauen, die derzeit nicht so viel miteinander reden. Ein großer Teil ihres Problems mag darin liegen, dass sie nicht gut zuhören.

Eine andere Art von schlechtem Zuhören finden wir in Sprüche, Kapitel 18, Vers 13: „Wer Antwort gibt, bevor er anhört, dem ist es Narrheit und Schande.“ Es ist so leicht, die Botschaft einer anderen Person zu verpassen, weil wir fälschlicherweise dachten, wir würden verstehen, was sie gesagt hat, oder noch schlimmer, was sie gerade sagen will.

Wir lernen: Wir müssen sowohl gut darin sein zu sprechen, wie darin zuzuhören. In Epheser Kapitel 4, Vers 15, lernen wir, dass wir die Wahrheit in Liebe festhalten sollen. Paulus sagt den Kolossern zudem: „Belügt einander nicht.“ Eine geläufige Art zu lügen zwischen Ehemännern und Ehefrauen liegt in der Übertreibung. Besonders, wenn man sich darüber beschwert, was der andere falsch gemacht hat: „Du setzt mich immer vor anderen Leuten herab!“, oder: „Du machst mir nie das Essen, das ich so gerne habe!“

Wie viel besser ist es da, wo immer möglich das Gute zueinander zu sagen und den Rest ungenannt zu lassen, so dass wir der Leibe erlauben, eine Menge von Sünden zuzudecken (1. Petrusbrief, Kapitel 4, Vers 8).