13.06.2005Jesus Christus / Gott | Gute Botschaft

Hat ein Menschenleben einen Geldwert? II

30 Silberstücke

„Dann ging einer der Zwölf, der Judas Iskariot hieß, zu den Hohenpriestern und sprach: Was wollt ihr mir geben, und ich werde ihn [Jesus] euch überliefern? Sie aber setzten ihm dreißig Silberstücke fest“ (Matthäusevangelium, Kapitel 26, Verse 14 und 15).

Schon längere Zeit hatten es die Spitzenleute der Juden – die Pharisäer, die Hohenpriester, die Schriftgelehrten – auf Jesus abgesehen. Er tat so viele Wunder. Die Leute kamen nicht mehr zu ihnen, sondern zu diesem Wanderprediger, der eine solche Autorität besaß, dass manchmal Tausende von Menschen zu Ihm kamen. Das konnte nicht so weitergehen.

Warum musste ein Preis bezahlte werden für Jesus?

Zwar war Ihm nichts vorzuwerfen. Er log nicht. Er stahl nicht. Er sagte keine bösen Worte. Er war einfach nicht zu „fangen“. Und das ganze Volk hing Ihm an den Lippen. Also musste man etwas anderes versuchen. Jemand musste ihn – wenn auch mit falschen Argumenten und Beweisen – verklagen. Das beste war, jemand, der Ihn gut kannte, würde ihn ausliefern.

Und hier fanden diese Spitzenleute des jüdischen Volkes jemand, der Jesus gut kannte – und letztlich in seinem Innern hasste. Judas Iskariot. Die Bibel nennt ihn fast jedes Mal: der Ihn auch überlieferte. Das ist seine Charakterisierung, die schreckliche Überschrift über sein ganzes Leben.

Wie viele war Judas sein Meister „wert“?

Und was war den Hohenpriestern und Judas Iskariot das Leben dieses vollkommenen Menschen wert? 30 Silberstücke. Es ist nicht ganz klar, wie viel das genau ist. Wahrscheinlich entspricht ein Silberstück einer Tetradrachme – das sind also vier Drachmen. Man weiß aus damaliger Zeit, dass 1 Denar ungefähr 1,3 Drachmen entsprach – also sprechen wir von gut 90 Denaren. Nach Matthäus 20,2 kann man davon ausgehen, dass 1 Denar ein Tageslohn eines Arbeiters war. Wenn man davon ausgeht, dass wir im Moment 20-22 Arbeitstage pro Monat haben, kommt man auf gut 4 Monate Arbeit. Bei einem Bruttomonatsverdienst von vielleicht 2.500 Euro kämen wir also ungefähr auf einen Wert von 10.000 Euro.

Wir erinnern uns: Gestern haben wir gesehen, dass der statistische Wert eines Lebens immerhin bei über 1 Million Euro liegt. Der Preis, der für das Leben des Retters der Welt, des Herrn Jesus Christus, bezahlt wurde, war nicht einmal 1% davon.

Jesus – ein Sklavenpreis

Das hatten schon die Propheten im Alten Testament geweissagt: „Wenn es gut ist in euren Augen, so gebt mir meinen Lohn, wenn aber nicht, so lasst es; und sie wogen meinen Lohn ab: dreißig Sekel [Silberstücke] Silber. Da sprach der HERR zu mir: Wir ihn dem Töpfer hin, den herrlichen Preis, dessen ich von ihnen wert geachtet bin! Und ich nahm die dreißig Sekel Silber und warf sie in das Haus des HERRN, dem Töpfer hin“ (Sacharja, Kapitel 11, Verse 12 und 13).

Aus 2. Mose, Kapitel 21, Vers 32 lernen wir, dass dieser Preis der Preis für einen von einem Tier getöteten Sklaven war. Dieser Preis wurde für das Leben von Jesus Christus bezahlt. Welch ein Hohn, welche eine Schmach für den Retter der Welt! Der Preis, den die Menschen dieser Welt abmaßen.

Jesus – die echte Wertschätzung

Gottes „Preis“ ist ein vollkommen anderer. Schon das Leben eines Menschen ist in seinen Augen so hoch, dass Er bereit war, Jesus Christus dafür hinzugeben, zu richten am Kreuz von Golgatha. Wie viel höher ist der Preis seines eigenen Sohnes in seinen Augen! Von dieser Wert-Schätzung lesen wir etwas im Johannesevangelium, Kapitel 5, Vers 20: „Denn der Vater hat den Sohn lieb.“ Gott liebt den Sohn nicht nur, weil Er Gott ist. Der Vater liebt den Sohn, weil dieser in sich selbst, in seinem Lebenswandel, in seiner Person anziehend ist. Er ist so wertvoll, dass Gott nicht anders kann als diesen, seinen geliebten Sohn, zu lieben.