16.07.2005 Persönlicher Glaube

Ein Brief Christi – der Maler Gustave Doré

„Von euch ist offenbar, dass ihr ein Brief Christi seid, ... geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes“ (2. Korintherbrief, Kapitel 3, Vers 3).

Der französische Maler und Graphiker Doré (1832-1883) hat einige bedeutende Werke der Weltliteratur und auch der Bibel illustriert. Auf einer seiner Auslandsreisen wurde er einmal in einer Stadt aufgefordert, seinen Pass vorzuweisen. Da er ihn nicht bei sich hatte, musste er zur Aufnahme seiner Personalien auf eine Polizeiwache. Als er angab, er sei der Zeichner Gustave Doré aus Paris, erwiderte der Beamte: „Das kann jeder sagen; ich kenne Dorés Zeichnungen; womit können Sie sich ausweisen?“

Da Doré auch keine anderen Papiere bei sich trug, aus denen seine Identität hervorging, trat er kurzentschlossen ans Fenster. Von dort hatte man einen wunderbaren Blick auf die Kathedrale der Stadt, und Doré zeichnete diese in wenigen Minuten auf ein Blatt Papier. Erstaunt rief der Beamte aus: „So kann nur Doré zeichnen! Sie haben sich trefflich legitimiert.“ Daraufhin konnte er seine Reise fortsetzen.

Womit weisen wir Gläubigen uns in einer Welt, die uns nicht kennt, als Kinder Gottes aus? Wir werden von ihr nicht nach unseren Worten, sondern nach unseren Taten beurteilt. Können unsere Mitmenschen die Charakterzüge Christi in unserem Leben erkennen? Ein Bekenntnis, das nur in Worten oder in einer äußeren Form besteht, ist nicht viel wert.

Ein Kind Gottes wird auch nicht schon an dem Namen „Christ“ erkannt. Darum kommt es darauf an, dass wir unser Christentum praktisch ausleben. Nur wenn wir den Herrn Jesus als Vorbild nehmen und Wort und Tat bei uns übereinstimmen, können wir ein Zeugnis für Ihn sein und sind dann „ein Brief Christi, gekannt und gelesen von allen Menschen“.