06.02.2005 Persönlicher Glaube | Versammlung / Gemeinde

Wir Menschen ...

Wir Menschen ...

... sind einerseits weit gekommen - aber andererseits auch weit zurückgeblieben:

Wir haben phantastische materielle Werte entwickelt - aber an Mitmenschlichkeit verloren. Wir sind besitzreich - aber gefühlsarm. Wir haben größere Gebäude - aber kleinere Herzen. Wir haben weite Autobahnen und Straßen - aber eingeengte Standpunkte. Wir besitzen mehr - aber haben weniger. Wir kaufen mehr - und genießen weniger.

Wir haben größere Wohnungen - aber kleinere Familien. Mehr Bequemlichkeiten - aber weniger Zeit. Wir haben mehr Titel - aber weniger Vernunft. Mehr Wissen - aber weniger Urteilsvermögen. Mehr Experten - aber mehr Probleme. Bessere Gesundheitsvorsorge - aber weniger Wohlbefinden. Wir konsumieren gedankenlos - und wir lachen zu wenig. Wir fahren zu schnell - und werden zu schnell ärgerlich. Wir gehen zu spät ins Bett - und stehen zu müde auf. Wir lesen zu selten - und konsumieren zu viel Fernsehen. Wir beten zu selten.

Wir haben unseren Besitz vervielfacht - und unsere Werte reduziert. Wir reden zu viel -l und lügen zu oft. Wir leiben zu wenig - und streiten zu oft. Wir erarbeiten unsren Lebensunterhalt - aber wir wissen nicht zu leben. Wir haben Jahre zu unserem Leben hinzuaddiert - und nicht Leben zu unseren Jahren!

Wir haben mehr Computer und wir erhalten mehr Informationen, wir produzieren mehr Gedrucktes - aber haben weniger zwischenmenschliche Kommunikation. Wir haben an Quantität gewonnen - aber an Qualität verloren.

Wir sind um den Mond gereist und zurück - aber haben Probleme, die Straße zu überqueren, u9m unseren Nachbarn zu besuchen. Wir haben die Weite des Weltalls gefunden - aber unser persönliches Inneres verloren. Wir haben große Dinge getan - aber keine besseren Dinge. Wir entsorgen unsere Umwelt l- aber verschmutzen unsere Seelen. Wir haben das Atom gespalten - aber unsere Vorurteile behalten. Wir lesen mehr - aber lernen weniger. Wir planen mehr - aber kreieren weniger.

Wir haben unser Leben auf Eile aufgebaut - und das Warten verlernt. Wir haben größere Einkommen - aber geringere Moral. Mehr Nahrungsmittel - aber weniger Sättigung. Mehr Bekannte - aber weniger Freunde. Mehr Aktivitäten - aber weniger Befriedigung.

Die Menschen wachsen größer - die Charaktere schrumpfen kleiner. Wir erzielen steigende Gewinne - aber akzeptieren schwindende Beziehungen. Dies sind Zeiten des „Weltfriedens“ - aber lokaler Kriege.

Dies sind Zeiten von zwei Einkommen - und ansteigender Ehescheidu9ngen. Von Kindern, die alles haben - nur kein Elternhaus mit Nestwärme. Von hochglanzpolierten Menschen - und abgestumpften Familien.

Wir leben in einer Zeit, in der zu viel im „Schaufenster“ gezeigt wird - und fast nichts mehr im „Lager“ ist.

Zitiert in „Aktuell 1/2005“.