13.02.2003Persönlicher Glaube | Versammlung / Gemeinde

Bernadette Soubirous Visionen – Vision oder Einbildung?

Die Jungfrau Maria soll ihr erschienen sein und sie zum Bau einer Kirche an der Grotte und zur Abhaltung von Prozessionen zu diesem Ort aufgefordert haben. Später soll Maria das Mädchen zum Trinken aus der Grotte aufgefordert haben, wo es gar kein Wasser gab. Aber dann soll plötzlich an dieser Stelle klares Wasser entsprungen sein. Und Maria habe ihr die Heilkraft der Quelle offenbart. 1862 – also noch zu ihren Lebzeiten, bestätigte die katholische Kirche die Echtheit der Visionen. Lourdes entwickelte sich rasch zu einem der bedeutendsten katholischen Wallfahrtsorte und einem der berühmtesten Marien-Wallfahrtsort. 1925 wurde Bernadette selig, 1933 von Papst Pius XI. heilig gesprochen.

Was kann man als Christ anhand der Bibel von solchen Geschichten halten?

1. „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt ausgegangen. Hieran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der Jesus Christus im Fleisch gekommen bekennt, ist aus Gott“ (1. Johannes 4,1-2). Nicht dadurch, dass einer von biblischen Personen spricht, spricht er die Wahrheit. Es ist eigentlich offensichtlich, ob jemand die Wahrheit Gottes bringt, wie wir sie in der Bibel finden, oder ob er eigene Erfindungen weitergeben möchte.

2. Grundsätzlich ist Vorsicht angesagt bei wunderhaften Erscheinungen. Was auch immer der wahre Hintergrund ist: Immer dann, wenn ein Mensch und nicht Jesus Christus und Gott zum Mittelpunkt der Verehrung werden, ist nicht Gott der Wirkende. Wallfahrtsorte haben die Eigenschaft, Menschen zu verehren. Gott aber ist ein eifernder Gott, der seine Ehre keinem Menschen gibt.

3. Die Bibel sagt uns an zwei Stellen, dass sie „abgeschlossen“ ist. Das finden wir in Kolosser 1,25 hinsichtlich der bislang unbekannten, aber im Neuen Testament offenbarten Wahrheit. Und in Offenbarung 22,18-19, als dem letzten Kapitel des zeitlich zuletzt geschriebenen Buches, in Bezug auf ganze Wort Gottes. Wenn jemand dann mit Hilfe einer Vision Dinge empfehlen will, die im Widerspruch zur offenbarten Wahrheit Gottes stehen – wo werden wir zu Prozessionen zu einem bestimmten Ort aufgefordert? – entlarven sich diese so genannten Visionen als Lüge!

4. Wie kann einer Frau oder einem Mädchen im 19. Jahrhundert die „Jungfrau Maria“ erscheinen, nachdem wir aus dem Neuen Testament wissen, dass der Herr Jesus Brüder und Schwestern hatte – mindestens 6? Auch damit wir eine Emotion aufgebaut, die im Widerspruch zur Bibel steht. Von Jungfrau kann also keine Rede sein.

5. Maria selbst kommt in der Bibel das letzte Mal in Apostelgeschichte 1 vor. Danach hören wir überhaupt nichts mehr von dieser Person – die das Vorrecht hatte, den Menschen Jesus Christus zu gebären. Jegliche Verehrung dieser Person durch die katholische Kirche findet auch nicht den leisesten Hintergrund in der Bibel. Es handelt sich um nichts anderes als Götzendienst, den wir fliehen sollen (1. Korinther 10,14).

6. Die Bibel macht an vielen Stellen klar, dass jeder Mensch, der an den Herrn Jesus Christus als seinen persönlichen Retter glaubt, heilig und errettet (selig) ist. Wenn sich eine menschliche Organisation anmaßt, Menschen nach ihrem Tod eine Selig- oder Heiligsprechung vorzunehmen, ist sie zu spät, wählt die falschen Menschen nach den völlig falschen Kriterien aus. Denn wo sagt die Bibel Wunderheilungen für die heutige Zeit voraus? Die Kirche führt damit den Schwindel ein.

7. Wer gibt der Kirche das Recht, Visionen zu „bestätigen“? Ein solches Recht finden wir nicht in der Schrift. Da ohnehin niemand dabei war, kann auch niemand diese Visionen bestätigen. Und da der Inhalt der Vision im Widerspruch zur Bibel steht, macht sich die katholische Kirche mit einer Lüge eins.

Wir sollten uns nicht nach großen Dingen ausstrecken. Wunder können wir ohnehin nicht vollbringen, sondern nur der Herr. Es sollte uns reichen, wenn wir seine Wertschätzung erhalten. Denn an seinem Segen ist alles gelegen.