31.07.2004 Dienst | Persönlicher Glaube

Homepage-Ersteller haben etwas zu kompensieren – und Diener?

Was Forscher über Homepage-Ersteller so alles herausgefunden haben …

Wer eine Homepage baut, hat etwas zu kompensieren, glauben Forscher der TU Chemnitz nach Befragung von 300 Betreibern privater Homepages. Demnach seien Homepage-Besitzer unter anderem schüchtern und introvertiert - und zeigten im Web das, was sie im „normalen“ Leben eher versteckten. Die Mehrheit der Homepage-Besitzer will sich laut einer Studie der Technischen Universität (TU) Chemnitz authentisch darstellen - und zwar von der besten Seite.

Die Homepager wollen angabegemäß Unsicherheiten im sozialen Umgang mit anderen Menschen ausgleichen und überspielen. Es heißt, dass diese Menschen auch „schlechter mit Kritik umgehen können und ein negativeres Selbstbild von sich haben als andere“. Es sei daher zu vermuten, „dass die eigene Webseite für einen Teil der Homepage-Besitzer als Ersatz für Kompetenzen in direkten Kontakten und für die Face-to-Face-Kommunikation dient“.

Haben wir etwas auszugleichen? Können wir mit Kritik schlecht umgehen?

Was hat das uns Christen zu sagen? Na ja, zunächst mal wir, die wir diese Homepage machen, müssen uns natürlich fragen, ob auch wir vielleicht versuchen, etwas zu kompensieren . Ob wir vielleicht zu denjenigen gehören, die schlecht mit Kritik umgehen können.

Aber dann ist das natürlich eine Frage, die jeden Diener angeht! Was ist unsere Motivation für einen Dienst für den Herrn? Ist es der Versuch der Selbstdarstellung? Ist es der Versuch, etwas zu kompensieren, was im persönlichen Leben nicht richtig funktioniert? Oder ist es wirklich der Wunsch, dem Herrn zu folgen, seinen Willen zu tun, Ihn im Dienst zu verwirklichen?

Leider gibt es im Dienst für den Herrn negative Beispiele. Nicht nur bei den Philippern …

Bei den Philippern gab es solche, die etwas „kompensierten“: „Einige zwar predigen den Christus auch aus Neid und Streit, einige aber auch aus gutem Willen … jene verkündigen den Christus aus Streitsucht, nicht lauter, wobei sie meinen Fesseln Trübsal zu erwecken gedenken“ (Philipper 1 Verse 15-17). Es wäre schade, wenn wir aus zweifelhaften Motiven - nur dann, wenn eine bestimmte andere Person nicht mehr da ist, um jemanden auszustechen, etc. - an bestimmten Tagen oder Stellen einen besonders intensiven Dienst tun!

Wie sollen wir dienen? „Ihr wisst, … dem Herrn dienend mit aller Demut und mit Tränen und Versuchungen …“: Wir dienen dem Herrn - nicht einfach den Menschen und Geschwistern. So sollen wir nicht darauf sehen, ob unsere Mitmenschen und Geschwister unseren Dienst honorieren und beklatschen. Christus vor unseren Augen - das ist die richtige Blickrichtung. Und dann mit aller Demut - das heißt, dass wir nichts aus uns selbst machen - alles aber aus Christus und denjenigen, denen wir dienen.

Wir wollen treue und demütige Diener sein! Oder?

Dann wird es uns auch nicht so gehen wie anscheinend den Homepagern: Dann werden wir nicht dünnhäutig auf Kritik reagieren. Denn jemand, der demütig ist, hat Nehmerqualitäten. Denn er selbst will ja nicht im Mittelpunkt stehen. Seine Person ist nicht wichtig - auch nicht seine Meinung. Er wird das Verteidigen anderen überlassen. Ihm geht es um Christus - um Ihn allein.

Das sind hehre Ziele - ist eine vorbildliche Gesinnung. Wer wollte behaupten, er habe sie. Aber wir wollen uns dazu gegenseitig ermutigen!