16.11.2005 Jesus Christus / Gott | Prophetie

Acht Geheimnisse im Neuen Testament

Gott offenbart Seine Gedanken denen, die Ihn lieben (1.Kor.2,9), die sich wie Abraham nahe bei Ihm halten; Sollte ich vor Abraham verbergen, was ich tun will?“ (1.Mose 18,17-19).

Die Geheimnisse, von denen das Neue Testament spricht befinden sich hauptsächlich in den Schriften des Apostels Paulus, dem treuen „Verwalter der Geheimnisse Gottes“ (1.Kor.4,1). Sie können in folgende Themen eingeteilt werden:

* Die Geschichte der Menschheit auf der Erde (Israel im Besonderen) und die Regierungswege Gottes ihret halben (Geheimnis der Verhärtung Israels, Geheimnisse des Reichs der Himmel, Geheimnisse der Gesetzlosigkeit)
* Die Herrlichkeit Gottes, Sein Wille und Seine Gedanken in Bezug auf Christus und die Versammlung (Geheimnis Gottes und Seines Willens, Geheimnis des Christus)
* Das Leben der Versammlung und der Gläubigen; die Hoffnung der Kirche (Geheimnis der Geheimnisse Gottes, Geheimnis des Glaubens und der Frömmigkeit, Geheimnis des Kommens des Herrn)

1. Das Geheimnis der Verhärtung Israels

Indem es seinen Messias verwarf, hat Israel seitdem alle Rechte an den göttlichen Segen verloren. Das Volk ist momentan als Zeuge Gottes auf dieser Erde beiseite gesetzt.

Während dieser Zeitperiode der Gnadenzeit wird das Evangelium den Nationen gepredigt. Es ist ein Geheimnis, welches zu unserer Belehrung im Römerbrief offenbart ist: „Das Verhärtung Israel zum Teil widerfahren ist bis die Vollzahl der Nationen eingegangen ist" (Rö.11,25).

Dieses Gleichnis ist schon durch Jesaja den Propheten vorausgesagt worden; es ist durch den Herrn und schließlich durch den Apostel Paulus bestätigt worden (Jes.6,9+10; Mk.4,12; Apg.28,26+27 ).

2. Die Geheimnisse des Reiches

Die Verwerfung des Messias durch Sein Volk hat die Einrichtung Seines irdischen Reiches in Herrlichkeit auf später verschoben. Seitdem nimmt das Reich eine geheimnisvolle Form an, die der Welt verborgen ist. Es ist das „Geheimnis des Reiches der Himmel“ (Matth.13,11) oder „das Geheimnis Gottes“ (Mk.4,11; Lk.8,10 ). Der Herr offenbart Seinen Jüngern darin dessen verschiedene Aspekte und dessen Entwicklung, in dem Er ihnen die Erklärung der Gleichnisse des Reiches gibt.

3. Die Geheimnisse der Gesetzlosigkeit

Schon zur Zeit des Apostels Paulus war das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam (2.Thess.2,6+7). Es ist die Entwicklung des Bösen in der religiösen Welt, das in dem endzeitlichen Abfall der Christenheit gipfeln wird.

Nach der Entrückung der Kirche (dem letzten Geheimnis), wird die bekennende Christenheit Babylon, die Hure genannt. Ihre Existenz und ihre unreinen Beziehungen (geistlich gesprochen) mit den Königen der Erde sind selbst ein Geheimnis (Off.17,5-7). Wie ist es vorzustellen dass solche die sich noch zu dem Namen Christi bekennen in einem solchen moralischen Zustand sein würden? Die Frau, die sich mit angemaßten Herrlichkeiten geschmückt hat, sitzt auf einem scharlachroten Tiere, dem Bild des wiedererrichteten Römischen Reiches. Ihr letztes Gericht ist schrecklich und bereitet große Bestürzung auf der Erde (Off.18).

4. Das Geheimnis Gottes und Seines Willens

a. Das Geheimnis Gottes:

Dieses Geheimnis enthält die Gesamtheit der Absichten Gottes für die Herrlichkeit Seines Sohnes. Christus ist das Zentrum aller Gedanken Gottes, (der) Gegenstand des „Geheimnisses Gottes, in dem verborgen sind alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.“ (Kol.2,2+3). Dieses Geheimnis ist uns jetzt offenbart, aber es ist noch nicht vollständig in Erfüllung gegangen. Am Ende der Gerichte über diese Welt wird „auch das Geheimnis Gottes vollendet sein“ Off.10,7.

b. Das Geheimnis des Willens Gottes:

Gott hat uns das „Geheimnis seines Willens, nach seinem Wohlgefallen...alles unter ein Haupt zusammenzubringen in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist“ (Eph.1,9+10) kundgetan. Das Wohlgefallen Gottes ist es uns in Christus zu vereinen und uns in Ihm zu segnen; und es ist auch die Oberherrschaft über alles und vor allem Christus zu geben.

c. Die Weisheit Gottes in einem Geheimnis

Der Gedanke Gottes war es die Erlösten des Herrn in Seine eigene himmlische Herrlichkeit einzuführen. Diese Weisheit in einem Geheimnis (1. Kor.2,7) war ein Geheimnis Gottes, für den Menschen unbekannt während seiner ganzen Geschichte, bis zum Kreuz Christi (Jes.64,4; 1.Kor.2,8 ). Es ist uns nun durch den Heiligen Geist offenbart (1.Kor.2,10). Die, die in dem erwachsenen geistlichen Zustand (erwachsene Männer oder vollkommene Männer) sind, verstehen in gewissem Maß die Tragweite davon.

5. Das Geheimnis des Christus (Christus und die Versammlung)

Das ist das Geheimnis schlechthin, bezogen auf Christus, Seine Versammlung, Seinen Leib, Seine Braut, das Evangelium.

a. Das Geheimnis des Leibes des Christus:

Die Botschaft des Apostels Paulus war es „alle zu erleuchten, welches die Verwaltung des Geheimnisses sei, das von den Zeitaltern her verborgen war in Gott“ (Eph.3,9).
Alle Erlösten des Herrn, herausgenommen aus dem jüdischen Volk oder den Nationen, sind mit Christus in einem einzigen Leib vereint und bilden den Menschen nach den Gedanken Gottes: “Der Leib ist eins... so auch der Christus„ (1.Kor.12,12). In dem Brief an die Epheser werden die Gläubigen als „in Christus“ vor Gott gesehen. In dem an die Kolosser, wird Christus vorgestellt als „in uns“ vor der Welt. Dieses Geheimnis war früher für den Menschen verborgen: „Das ewige Zeiten verschwiegen war“ (Römer 16,25), „Das von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war“ (Kol.1,26). Hiervon hat Paulus die Offenbarung bekommen um sie sowohl den gläubigen Juden als auch allen Nationen mitzuteilen (Rö.16,26): „Durch Offenbarung ist mir das Geheimnis kundgetan worden“ (Eph.3,3).

Dieses Geheimnis des Leibes des Christus wird von Paulus auch das Geheimnis des Evangeliums genannt: „Nun mit Freimütigkeit das Geheimnis des Evangelium kund zu tun“ (Eph.6,19); oder das Geheimnis des Christus: „Das Geheimnis des Christus zu reden“ (Eph.3,4; Kol.4,3 ).

b. Das Geheimnis der Braut:

Die Gläubigen, der Leib Christi, sind auch die Braut des Lammes. Paulus kann uns jetzt schon bezeichnen als „einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau dem Christus darzustellen.“ (2.Kor.11,2). Später wird die Hochzeit des Lammes im Himmel gefeiert werden (Off.19,7-9).
Die Hochzeit von Mann und Frau auf der Erde ist ein Bild dieses herrlichen Geheimnis: „Dieses Geheimnis ist groß; ich sage es aber in Bezug auf Christus und auf die Versammlung.“ (Eph.5,32).

6. Das Geheimnis der Geheimnisses Gottes

Der Apostel benutzt sein eigenes Beispiel (1.Kor.13,2) um die entscheidende Bedeutung der Liebe - der eigenen Natur Gottes - zu zeigen. Man kann:

- Die Prophetie: Das Wort Gottes in einer für die Seelen angemessenen, Weise vorstellen

- Die Erkenntnis aller Geheimnisse: d. h. aller Geheimnisse Gottes

- Aller Erkenntnis: Die Kenntnis der Schriften

- Allen Glauben: Dieses volle und ganze Vertrauen in Gott haben.

Wenn die Liebe fehlt, hat alles weder Wert, noch eine Wirkung. Bemühen wir uns also die Liebe mit der Kenntnis der Geheimnisse Gottes zu verbinden, indem wir in Demut bewahrt bleiben. „denn wir alle haben Erkenntnis; die Erkenntnis bläht auf, die Liebe aber erbaut.“ (1.Kor.8,1).

Im Anfang der Kirchengeschichte, wurde die Gabe der Sprachen für die Predigt des Evangeliums ausgeübt und bestätigte das Zeugnis der Apostel und der Knechte des Herrn. Es war ein Zeichen für Ungläubige (1.Kor.14,22). Aber einige Brüder (so war es der Fall in Korinth) benutzten diese Gabe um sich selbst zu erheben in der Versammlung, in dem sie Geheimnisse verkündeten (1.Kor.14,2). Es handelt sich hier nicht um eine besondere Offenbarung der Gedanken Gottes, sondern um für die Hörer unverständliche Worte.

Die Gabe der Sprachen wird heute nicht mehr ausgeübt aber die Belehrung, die sich mit ihr verbindet besteht für uns weiter fort. Alles in der Versammlung soll zur Erbauung geschehen. Es ist also angebracht in den Versammlungen so zu sprechen, daß man gehört und verstanden wird, zum Segen aller (1.Kor.14,18.19.27.28).

7. Das Geheimnis des Glaubens und der Gottseligkeit

a. Das Geheimnis des Glaubens (1.Tim.3,9) soll in reinem Gewissen bewahrt werden. Der Glaube bedeutet hier die Gesamtheit aller christlichen Wahrheiten. Die Belehrungen der Schrift sollen für den Christen ins Herz aufgenommen werden um einen Gott wohlgefälligen Wandel hervorzubringen. So „ist der Pfad des Gerechten wie das glänzende Morgenlicht“ (Spr.4,18). Das ist ein unverständlicher Pfad für den Menschen „Ein Pfad, den der Raubvogel nicht erblickt hat;“ (Hiob 28,7).

b. Das große "Geheimnis der Gottseligkeit" (1.Tim.3,16) umschließt die Erkenntnis der Person des Sohnes Gottes, des Sohnes des Menschen, im Fleisch gekommen, wie das fleischgewordene Wort um das Werk der Erlösung zu vollbringen. Diese Person durch den Glauben in erneuerten Zuneigungen zu kennen, ist das einzige Geheimnis eines gottseligen Lebens.

Wenn diese beiden Geheimnisse - das des Glaubens und das der Gottseligkeit - durch die einzelnen Christen bewahrt werden, wird es der Versammlung auf der Erde wohl gehen und sie wird ein klares Zeugnis gegenüber der Welt darstellen.

c. das Geheimnis der sieben Sterne und der sieben goldene Leuchter (Off.1,20): In der Tat ist die Versammlung der „Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit“ (1.Tim.3,15), um das Zeugnis Christi (das Licht) auf dieser Erde bis zu Seinem Kommen zu tragen. Der Herr hält die Versammlungen und ihre moralischen Repräsentanten (die Engel - bildlich dargestellt durch die Sterne) unter Seiner Autorität. Das ist ein Geheimnis, welches nur der Glaube allein verstehen kann.

8. Das Geheimnis des Kommens des Herrn

Wenn der Herr in Gnaden wiederkommt um Seine Kirche zu Sich zu holen (die erste Phase Seines zweiten Kommens):

- werden die entschlafenen Heiligen zuerst auferstehen: das ist die erste Auferstehung (1.Kor.15,23; 1.Thess.4,16 ).

- Die Gläubigen (die, die Leben aus Gott haben) die zur Zeit auf der Erde leben werden verwandelt: „und wir werden verwandelt werden“ (1.Kor.15,52).

Zusammen werden sie sich bei der Begegnung mit dem Herrn freuen um für immer mit Ihm zu sein. Die „Verwandlung“ der lebenden Gläubigen beim Kommen des Herrn um in die Herrlichkeit eingeführt zu werden ohne durch den Tod zu gehen war eine völlig neue Sache, ein Geheimnis (1.Kor.15,51).

In allen vorhergehenden Zeitperioden der Menschheitsgeschichte haben alle Gerechten von Abel, dem ersten Märtyrer an, den Tod als das Ende ihres irdischen Lebens gekannt (außer Enoch und Elia). Jetzt nach dem Tod und der Auferstehung Christi hat sich alles verändert: der Tod ist besiegt, und „das Sterbliche ist von dem Leben verschlungen worden“ (2.Kor.5,4). Dass es der Herr uns doch schenkt Ihn jeden Tag zu erwarten „mehr als die Wächter den Morgen“ (Ps.130,6)!

Vielleicht werden wir dieses Vorrecht und diese Ehre haben ins Haus des Vaters eingeführt zu werden ohne durch den Tod zu müssen.

Schlussfolgerung

Die göttlichen Ratschlüsse reichen von der vergangenen Ewigkeit (Jesaja 25,1), erfüllen sich auf der Erde während der Periode der Zeit und erstrecken sich in die kommende Ewigkeit.

Gott hat uns die Geheimnisse Seiner Gedanken offenbart: „Denn der Herr, Jehova, tut nichts, es sei denn, daß er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten geoffenbart habe.“ (Amos 3,7). Die verborgene Weisheit Gottes ist jetzt in Christus kundgetan worden, von der Er der vollkommene Ausdruck ist. In Ihm haben wird die Offenbarung aller Geheimnisse. Dennoch bleibt die Erkenntnis des Sohnes Gottes ein unerforschliches Geheimnis, denn „niemand erkennt den Sohn als nur der Vater“ (Matth.11,27). Wenn wir auch Seine Person nicht ergründen, so verspüren wir doch Seine Liebe. Dass doch Seine Gnade uns immer mehr schenkt „die Liebe Christi zu erkennen, die alle Erkenntnis übersteigt“ (Eph.3,19), der Mittelpunkt aller Geheimnisse und göttlichen Ratschlüsse.

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aus "Sondez les Ecritures" - übersetzt von Thomas Keune