07.12.2005Persönlicher Glaube

Komm und sieh!

Dorthin kommen, wo der Herr Jesus ist

Zunächst musst du dorthin kommen, wo er ist. Du wirst den Herrn Jesus nur kennen lernen können, wenn du dort bist, wo er ist. Das bedeutet einerseits, dass du diesen Ort aufsuchen musst, andererseits heißt es aber auch, dass du nur dorthin gehen darfst, wohin der Herr Jesus mitgehen kann. Beides ist nötig. Ersteres ist eher die Zeit, in der du in Stille bei dem Herrn Jesus sein kannst, an einem Ort, an dem dich nichts von ihm ablenkt. Wenn du diesen Ort und diese stille Zeit nicht kennst, dann wirst du außerhalb dieser Zeit auch nicht die Nähe des Herrn spüren und genießen können. Du wirst ihn dann auch dort nicht kennen lernen können. Du lernst die Stimme deines Herrn nicht in den unruhigen Zeiten des Alltags kennen, sondern in der Stille. Und wenn du seine Stimme in der Stille kennen gelernt hast, dann wirst du sie auch in den unruhigen Zeiten des Alltags aus allem anderen heraushören und ihr folgen können.

Der Herr Jesus sagt zu den Jüngern des Johannes: Kommt und seht! Vielleicht fragst du dich oft, warum du den Herrn Jesus nicht ständig vor Augen hast, warum du seine Anwesenheit oft nicht spürst und in deinem Leben seine Stimme, sein Handeln und seinen Willen erkennst. Dann liegt es nicht an dem Herrn Jesus, sondern an dir selbst. Dein Wunsch ist es, ihn zu sehen, aber wenn du nicht seinem Ruf folgst, zu kommen, dann wirst du ihn auch nicht sehen. Es heißt: Komm und sieh! Die Jünger des Johannes folgten diesem Ruf. Mit welchem Resultat- Sie sahen ihn und wo er sich aufhielt und blieben daraufhin bei ihm.

Du musst tätig werden!

Was bedeutet nun, dem Ruf "Komm!" zu folgen- Das bedeutet zunächst, dass du selbst tätig werden musst. Dass der Herr dich zu sich zieht, ist die eine Seite, dass du kommen musst, die andere, deine Seite. Um loszugehen und zu dem Herrn zu kommen, dazu brauchst du zum einen Energie. Es geht nicht ohne diese Energie, es geht nicht von alleine. Niemals wird man eine Sache lernen und kennen lernen, wenn man faul ist. Der verlorene Sohn hätte nie die Liebe seines Vaters kennen gelernt, wenn er sich nicht aufgemacht hätte und gekommen wäre.

Wenn du nun den Entschluss gefasst hast, zu dem Herrn zu kommen, und auch bereit bist, Energie an den Tag legen, dann stellt sich die nächste Frage: Worin solltest du nun diese Energie an den Tag legen- Die Antwort kennen wir vielleicht nur zu gut, aber sie ist die Wahrheit: Im Bibellesen und im Gebet! Das sind die beiden Dinge, die uns zum Herrn bringen. Nur durch das Lesen seines Wortes - ganz für dich alleine - und durch das persönliche Gebet wirst du den Herrn Jesus kennen lernen. Beides geht zusammen. Du kannst und darfst es nicht voneinander trennen. Wenn du die Bibel liest ohne Gebet, wirst du keinen oder nur einen geringen und nicht lange anhaltenden Nutzen haben und vergeblich versuchen, den Herrn kennen zu lernen. Du bleibst kraftlos. Gehst du ins Gebet, lässt aber die Kraftquelle, die der Herr dir mit seinem Wort gibt, links liegen, wirst du ebenfalls kraftlos bleiben und den Herrn nicht kennen lernen können.

Bibellesen und Gebet

Beides, das Bibellesen und das Gebet, ist also notwendig, um den Herrn Jesus kennen zu lernen und auch ausdauernd zu sein. Ich habe mir oft vorgenommen, den Herrn besser kennen zu lernen, doch ich bin oft gescheitert, weil ich das Gebet und das Bibellesen getrennt habe. Es gab Tage, an denen habe ich morgens gebetet, aber nicht sein Wort gelesen. Da brauchte ich mich nicht zu wundern, dass ich kraftlos war. Ich hatte zwar gebetet: "Herr, gib mir Kraft", aber zu der Kraftquelle bin ich nicht gegangen. An anderen Tagen habe ich morgens ausgiebig gelesen, aber nicht gebetet. Wen wundert es dann, dass ich das, was ich gelesen hatte, nicht verwenden konnte, daraus keine Kraft schöpfen konnte. Ich blieb kraftlos, obwohl ich mich mit der Kraftquelle beschäftigt hatte - zumindest mit dem Kopf, nicht aber mit dem Herzen. Ist es dir vielleicht auch schon so ergangen-

"Komm!" bedeutet also eine Kraftanstrengung, aber eine Kraftanstrengung, die es wert ist, gemacht zu werden. Denn je mehr du im Gebet vor dem Herrn bist und ihn durch sein Wort zu dir sprechen lässt, desto größer wird dein Verlangen danach. Denn auf das "Komm!" folgt das "Sieh!" Der Herr wird deine Mühe und deinen Wunsch, ihn kennen zu lernen, nicht unbeantwortet lassen. Du wirst sehen, wo er sich aufhält und bei ihm bleiben wollen. Er wird sich dir zeigen, immer ein Stück mehr, immer wieder in anderen Facetten. Der Lohn wird sein, dass er selbst dein Herz erfüllen wird. Und wenn der Herr dein Herzen erfüllt, dann wirst du seine Liebe empfinden, seine Gnade, seine Barmherzigkeit, aber auch, dass er Licht ist. Diese Dinge kannst du aber nur erfahren, wenn du dort bist, wo er ist. Bei ihm ist der Ort, wo wir unter seiner Gnade stehen und seine Liebe und Barmherzigkeit erfahren, bei ihm ist aber auch der Ort, wo wir uns selbst erkennen, weil er Licht ist.

Es lohnt sich!

Sich bei dem Herrn aufzuhalten und bei ihm zu bleiben, bedeutet, bei der Person zu sein, die dich mit einer Liebe liebt, die allen Verstand übersteigt. Es bedeutet, bei der Person zu sein, die dir wahre Freude und echten Frieden geben will. Es bedeutet aber auch, bei der der Person zu sein, die in dieser Welt verachtet ist, es bedeutet, bei ihm außerhalb des Lagers zu sein und seine Schmach zu tragen (Hebr. 13,13). Aber ist er es nicht wert-!

Komm und sieh! Sieh, wo er sich aufhält und bleibe bei ihm!