14.12.2005 Jesus Christus / Gott | Gute Botschaft

Eugen Drewermann aus der katholischen Kirche ausgetreten

Kirchenaustritt von Drewermann

Der bekannte Kirchenkritiker Eugen Drewermann ist zu seinem 65. Geburtstag aus der Römisch-Katholischen Kirche ausgetreten. Im Jahr 1991 war ihm die Lehrerlaubnis entzogen worden - nach jahrelangem Streit zog er nun die Konsequenzen und verließ die Römisch-Katholische Kirche auch systemseitig.

Christen haben an und für sich nichts mit Drewermann zu tun. Aber an Büchertischen, in Unterhaltungen über moderne, theologische Fragen kommen auch seine Überzeugungen und Argumente immer wieder in die Diskussion. Und bei manchen Punkten unterscheidet er sich ohnehin nicht von Theologen der evangelischen Kirche. Daher wollen wir an dieser Stelle kurz auf ein paar seiner Standpunke eingehen.

Die Botschaft Jesus hilft nicht der Not der Menschen?

In einer aktuellen Fernsehsendung soll Drewermann gesagt haben: „Ich habe geglaubt, ich könnte in der katholischen Kirche Interpretationsbrücken schaffen, von der Botschaft Jesu zu der Not der Menschen hin.“ Das hört sich so an, als seien die Botschaft Jesu und die Not der Menschen zwei nur durch „Interpretationsbrücken“ zu überwältigende Gegensätze. Wenn wir an die Begebenheit denken, bei der Jesus Christus an einem Brunnen in Samaria mit einer Frau gesprochen hat, die zu den „Randgruppen“ zu zählen war, wird die Behauptung des Theologen sofort ad absurdum geführt.

Jesus hatte mit ihr über lebendiges Wasser gesprochen, dass den ewigen Durst löscht. Darauf antwortet sie: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit mich nicht dürste und ich nicht mehr hierher komme, um zu schöpfen (Johannesevangelium, Kapitel 4, Vers 15). Später sagt sie zu ihren Mitbürgern: „Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Dieser ist doch nicht etwa der Christus?“ (Vers 29).

Hat der Herr Jesus Christus die Not dieser Frau gesehen - und ist Er ihr begegnet?

Kommt es für die Rettung darauf an, WAS man für ein Mensch ist?

In dem angeführten Gespräch ging es offenbar auch um den Glauben. Drewermann sagte, in zahlreichen Büchern habe er dargelegt, dass es nicht auf die Konfession ankomme, „sondern was für ein Mensch man ist”. Und was sagt die Bibel? „Da ist kein Gerechter, auch nicht einer ... Alles sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer“ (Römerbrief, Kapitel 3, Verse 10 bis 12).

Natürlich macht die Bibel deutlich, dass die „Kirchenzugehörigkeit“ niemanden errettet oder von dem Himmel ausschließt. Aber das ist nicht der Punkt der Bibel. Sie macht deutlich, dass jeder einen lebendigen Glauben an Jesus Christus braucht. Es kommt nicht darauf an, „was für ein Mensch man ist“ - denn wir sind alle Sünder! - sondern darauf, dass man Gott seine Sünden bekennt und das Erlösungswerk von Jesus Christus am Kreuz auf dem Hügel Golgatha als notwendig und für sich persönlich gültig anerkennt. Das ist der Punkt!

Sagt die Bibel nichts über Homosexualität, über Unzucht?

Kürzlich hat Drewermann den geplanten Ausschluss von Homosexuellen vom Priesterdienst in der Römisch-Katholischen Kirche scharf kritisiert. Aber was sagt die Bibel über jede Form von Unzucht - handle es sich um Homosexualität, um außerehelichen Geschlechtsverkehr, um den furchtbaren Kindesmissbrauch, oder sonstige Formen?

„Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Weichlinge, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Schmäher, noch Räuber werden das Reich Gottes erben“ (1. Korintherbrief, Kapitel 6, Verse 9 und 10). Die Maßstäbe Gottes können sich von denen der Menschen deutlich unterscheiden. Und was zählt letzten Endes?

Gab es wirklich keine Jungfrauengeburt?

Drewermann sagt auch, dass die Jungfrauengeburt von Jesus Christus ein Mythos sei. Jesus „wurde gezeugt und geboren wie jeder andere Mensch. Ungewöhnlich war nicht seine Geburt, sondern sein Leben.“ Das ist bereits Gotteslästerung. Im Lukasevangelium, Kapitel 1, Vers 35 heißt es ausdrücklich: „Der Heilige Geist wird auf dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden.“ Und im Johannesevangelium, Kapitel 1 wird bereits in den ersten Versen deutlich, dass dieser Jesus der ewige Sohn des ewigen Vaters, des ewigen Gottes ist.

Derselbe Schreiber - Johannes - lehrt uns in seinem zweiten Brief, wie man mit Menschen umgehen muss, die eine verkehrte Lehre über die Person des Herrn Jesus Christus verbreiten: „Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf, und grüßt ihn nicht. Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken“ (2. Johannesbrief, Verse 10 und 11).

Tod und Auferstehung sind Mythen?

Um an dieser Stelle noch einen letzten Punkt zu nennen: Drewermann will die biblischen Geschichten alle als Märchen verstanden wissen. Auch die Wunder des Herrn, selbst seine Auferstehung seien unwirklich und nur symbolisch zu verstehen. Damit greift Drewermann an die Wurzeln des Christentums, des christlichen Glaubens!

Paulus schrieb grundlegend an die Korinther: „Denn ich habe euch zuerst überliefert, was ich auch empfangen habe: das Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften; und dass er begraben wurde und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften ... Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig; ihr seid noch in euren Sünden“ (1. Korintherbrief, Kapitel 15, Verse 3 bis 4 und 17).

Nur wer - noch

Nur wer an dieser biblischen Wahrheit festhält, steht auf biblischem Boden. Nur der hat die Zuversicht, dass Gott ihn in Christus annimmt. Jeder, der weitergeht oder etwas von der biblischen Wahrheit wegnimmt, wird von dem Herrn selbst gerichtet - dem Sohn des Menschen, dem alles Gericht übergeben worden ist.

Aber bis heute ist Jesus nicht Richter, sondern Retter. Er will jeden retten vor dem ewigen Gericht, der Verdammnis, dem Feuersee, der in der Bibel auch Hölle genannt wird. Man muss es nur wollen!