08.06.2004Persönlicher Glaube

Das Wasser schien so sauber zu sein – und war es doch nicht!

Das neue Planschbecken

Heute hatten wir endlich Zeit, das vor längere Zeit gekaufte größere Planschbecken aufzustellen. Nach langen Pump- und Wassereinfüllvorgängen stand es da - klares Wasser und „schwimmbereit“. Das Wasser hatten wir mit unserer Pumpe aus dem „Brunnen“ herausgeholt - also aus dem Boden, aus dem Grundwasser. Alles schien so verlockend zu sein. Aber schon nach wenigen Minuten wurde es grün und grüner, dann braun und brauner.

Sofort holten wir die Filterpumpe, schlossen sie an. Dann warfen wir noch ein paar Becher Chlor hinterher. Alles half nichts. Bald sah die ganze Veranstaltung aus wie ein netter Cappuccino - nur ein bisschen kälter. Endlich holten wir uns Rat vom Fachmann. Hier erfuhren wir, dass es sich wohl um eisenhaltiges und/oder kupferhaltiges Wasser handeln würde - und das Wasser wird dadurch nach kurzer Zeit grün, rot und braun. Rost kennen wir ja … Da helfe kein Chlor und auch keine Filterpumpe ohne den richten Einsatz von „Medikamenten“ …

Lot suchte sein eigenes Säuberungsmittel - und versagte völlig

Ist es in unserem geistlichen Leben nicht oft genauso. Erst sieht die Sache ganz gut aus. Beispielsweise bei Lot: „Und Lot erhob seine Augen und sah die ganze Ebene des Jordan, dass sie ganz bewässert war …, gleich dem Garten des HERRN, wie das Land Ägypten, bis nach Zoar hin“ (1. Mose 13 Vers 10). Es sieht gut aus. Ist es aber nicht. Der erste Schein trügt oft. Saul sah zunächst auch gut aus. „Und Samuel sprach: Wurdest du nicht, als du klein in deinen Augen warst, das Haupt der Stämme Israels?“ (1. Samuel 15,17). Aber später stellte sich heraus, dass Saul ein Mann des Eigenwillens war - gar nicht demütig.

Sieht nicht manches in unserem Leben zunächst auch wunderbar aus. Auf den ersten Blick. Und erst später erkennen wir, dass dies gar nicht so ist. Vielleicht hast Du Dich in eine Person „verguckt“, die Du Dir für Dich als Ehepartner vorstellen könntest. Sieht gut aus, hat sich gut entwickelt. Auf den ersten Blick prima. Und viel zu spät merkst Du, dass der erste Blick vollkommen trügerisch war!

Hauptsache irgendwas getan?

Irgendwann merkt man dann, dass etwas nicht stimmt. Und dann stellt sich die Frage: Was machen wir? Pumpe an! Chlor rein. Gar nicht weiter nachdenken. Habe ich doch mal gehört, dass es damit funktionieren muss. Die Beckenanleitung sagt: 8 Stunden am Tag zu pumpen helfe. Komisch nur, dass nichts besser wird.

Nachträgliche Säuberung tut weh - sehr weh

Lot erlebte, dass irgendetwas nicht stimmte in Sodom. Er wurde mit seinen Landsleuten gefangen genommen - Abraham nicht. Wie gut, dass Abraham ihn wieder befreien konnte aus der Gefangenschaft (1. Mose 14). Lot ließ sich was einfallen: Ich muss mich stärker engagieren - politisch, meine ich. Er wurde einer der Ältesten der Stadt, die im Tor saßen (1. Mose 19 Vers 1). Das muss die Stadt nach oben bringen - dachte er vielleicht.

Und was war Realität? Die Engel kamen, um ihn vor dem Gericht aus Sodom herauszuholen. Nicht nur die Stadt hatte nicht auf Lot gehört - überhaupt kein einziger, nicht mal einer aus seiner Familie hatte etwas von dem Glauben Lots angenommen. Ganz allein. Geirrt mit dem Säuberungsmittel! Einfach geirrt und das falsche eingesetzt. Zu seinem persönlichen Verlust!

Jakob nahm auch seine eigene Prise Chlor - und verlor 20 Jahre!

Oder denken wir an Jakob. Er war zwar der Jüngere. Aber sicher hatte er von der Weissagung gehört, dass der Ältere dem Jüngeren dienen sollte (1. Mose 25 Vers 23). Irgendwann kam die Gelegenheit - Esau war müde, und er verkaufte ihm das Erstgeburtsrecht. Innerlich hat sich Jakob die Hände gerieben. Es klappte wie am Schnürchen. Das Wasser sah auch sauberst aus - keine Frage.

Aber dann kam der entscheidende Augenblick - Jahrzehnte später vermutlich, dass das Erbe verteilt werden sollte. Und Esau stand obenan. Pech gehabt, dachte Jakob. Also ein bisschen Chlor her - in Form von Tierbekleidung als Verkleidung, eine Prise List und Verwegenheit. Es wird schon klappen. Es klappte wie am Schnürchen - scheinbar! Schlappe 20 Jahre musste Jakob dann die Säuberungsaktion durchleben, bevor die Dinge wieder in Ordnung kamen.

Was ist unser Chlor?

Ist es nicht auch bei uns manchmal so? Statt Gott zu befragen, statt sein Wort heranzuziehen, überlegen wir uns kurzerhand, wie wir es hinbekommen können. Ob es sinnvoll und richtig ist, spielt keine Rolle. Hauptsache, es könnte helfen. Irgendwie. Aber wie oft müssen wir dann später einsehen, dass es nicht geholfen hat. Kein Stück. Hoffentlich lernen wir für die Zukunft daraus. Wie wir mit unserem Planschbecken …