03.02.2004 Dienst

Alles hat seine Zeit: Weinen, Klagen, Schweigen, Reden

„Alles hat seine bestimmte Zeit … Weinen hat seine Zeit, … Klagen hat seine Zeit, … Schweigen hat seine Zeit, und Reden hat seine Zeit“ (Prediger 3,1.4.7).

Die wenigsten Christen sind in der Lage, anderen im Fall einer persönlichen Tragödie zu helfen. Es ist vielleicht keine schlechte Idee, eine Serie von Zusammenkünften anzusetzen, um eine Belehrung zu geben und darüber nachzudenken, was die Bibel darüber lehrt, wie man solchen zur Seite stehen kann, die liebe Angehörige verloren haben oder eine andere Art an ernster Übung durchmachen.

Wenn ich auf meine eher begrenzte Erfahrung zurückschaue, so scheint mir, dass die folgenden fünf Verse eine wichtige Belehrung für entsprechende Ratschläge bieten:

Die Bibel rät uns für solche Gespräche:

1. „Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden“ (Jakobus 1,19).

2. „Tröstet die Kleinmütigen“ (1. Thessalonicher 5,14).

3. „Weint mit den Weinenden“ (Römer 12,15) - denk daran, dass der Herr Jesus das getan hat (Johannes 11,35 - mit Maria von Bethanien).

4. „Betet unablässig“ (1. Thessalonicher 5,17).

5. „Alle Schrift ist … nützlich“ (2. Timotheus 3,16).

Nicht jeder Vers ist bei jedem Anlass passend!

Auch wenn die ganze Schrift nützlich ist - also jeder einzelne Vers - so lasst uns doch vorsichtig sein, nicht leichtfertig mit vielen Versen wie Römer 8,28 („Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken“) anzukommen. Du solltest vielmehr zuhören, mit einer solchen Person beten, sie trösten und mit ihr beten, wenn sie Kummer hat oder innerlich verletzt ist.

Wenn wir zuhören, können wir vielleicht besser verstehen, was diese Person beunruhigt. Vielleicht besteht die Hauptursache für den Kummer in einem traurigen Herz, das so schrecklich allein ist, seitdem der Ehemann oder die Ehefrau heimgegangen ist. Vielleicht gibt es aber auch Groll gegen Gott, gegen Geschwister, gegen Ärzte oder gegen Familienangehörige. Vielleicht hat diese Person auch furchtbare Schmerzen. Möglicherweise hat dieser Mensch jedoch auch Schuldgefühle in Bezug auf eine nicht oder nicht richtig bekannte Sünde. Oder es gibt Ängste.

Weise und sorgfältig

Du solltest nie gedankenlos etwas „verschreiben“ wie: „Nun, Bruder (oder Schwester), lies einfach mehr in der Bibel und bring deine Sorgen dem Herrn im Gebet. Dann wird es besser werden!“

Vielmehr solltest du um geistliche Weisheit bitten, damit du der betreffenden Person raten und sie ermutigen kannst. Und damit du die passenden, angemessenen und zugleich hilfreichen Vers anführen kannst. Und damit du sanftmütig und in allem wohlüberlegt handelst.