16.03.2006 Ehe & Familie

Demographie – ein Problem?

Was uns die Demographie derzeit zeigt

In diesen Tagen ist das Problem der „Demographie“ in die Öffentlichkeit gebracht worden. Und zwar durch dine Studie des privaten Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Obwohl das Demographie-Phänomen schon lange bekannt ist, wird sich die Bevölkerung erst sehr langsam bewusst, dass Deutschland eine stark schrumpfende Gesellschaft ist. In manchen Landstrichen, so wird prognostiziert, wird es in 15-20 Jahren kaum noch junge Menschen geben. Insbesondere die jungen Frauen, die Kinder bekommen könnten, suchen ihre Jobchancen in anderen Regionen und stellen dafür Kinderwunsch oder -möglichkeit zurück.

Auch christliche Familien „schrumpfen“

Nun ist wohl nicht zu leugnen, dass es in der deutschen (und nicht nur dieser) Gesellschaft immer weniger Kinder gibt. Es ist aber genauso wahr, dass es unter praktizierenden Christen zunehmend weniger Kinder gibt. War vor 30 Jahren noch ein Haushalt mit vier Kindern das Normale, ist es unter vielen Gläubigen inzwischen eher der Haushalt mit zwei Kindern oder nur einem, der vorherrscht. Wir reden nicht von Ehepaaren, die keine Kinder bekommen können und die sich vor dem Herrn klar sind, dass es nicht sein Weg mit ihnen ist, Kinder zu adoptieren.

Aber wir übrigen, gilt nicht für uns der Grundsatz: „Seid fruchtbar und mehr euch und füllt die Erde“ (1. Mose, Kapitel 9, Vers 1)? Natürlich gibt es viele Gründe, auf mehr als ein oder zwei Kinder zu verzichten.

Zu anstrengend?

* „Ich kann mich nicht mehr als zwei Kindern widmen. Dann kommen die anderen zu kurz.“ Ist das wirklich ein tragfähiges Argument? Wenn das jemand mit vier oder fünf Kindern sagt, kann man das nachvollziehen. Aber haben unsere Eltern uns nicht vorgemacht, dass man sich ausreichend mit - sagen wir - vier Kindern beschäftigen kann?

* „Ich fürchte, dass ich in der derzeit unsicheren Arbeitsmarktlage arbeitslos werde. Wer soll dann die Kinder ernähren?“ Tatsächlich ist diese Gefahr in Deutschland immens. Über 10% der Erwerbsfähigen sind arbeitslos gemeldet. Wer kann da noch von Sicherheit sprechen? Und dennoch: Haben wir nicht oft erlebt, dass der Herr uns gerade in schwierigen Lebensumständen geholfen hat? Wir dürfen das Gebet Davids zu unsrem eigenen machen und dem Herrn vertrauen! „Zu dir, HERR, erhebe ich meine Seele. Mein Gott, auf dich vertraue ich. Lass mich nicht beschämt werden, lass meine Feinde nicht über mich frohlocken“ (Psalm 25, Verse 1 und 2).

Nicht die richtige Zeit und nicht der richtige Zeitpunkt

* „Die Zeit ist so schrecklich, dass man keine Kinder zeugen kann!“ Mit diesem Argument kann und darf man überhaupt kein Kind zur Welt bringen. Aber widersteht man damit nicht dem Gebot Gottes in 1. Mose 9? Zudem: Gab es eine schlimmere Zeit als die, in der Mose zur Welt kam? Und was war das Geheimnis der Eltern Moses? „Durch Glauben ...“ (Hebräerbrief, Kapitel 11, Vers 23). Dasselbe gilt für die Zeit Samuels, in der sich sogar der Hohepriester das Gericht Gottes zugezogen hatte. Die Frage an uns ist: Haben wir noch einen Funken Glauben? Dann ist die Antwort klar!

* „Wir wollen erst noch ein paar Jahre beide arbeiten. Soll ich meine Ausbildung denn umsonst gemacht haben?“ Natürlich kann niemand dem anderen Vorschriften machen, sie dürfe nicht arbeiten. Wenn man sich aber die Ermahnung, die Bezug zu den jungen Ehefrauen nimmt, durchliest, kann man eigentlich nicht nachvollziehen, dass der Kinderwunsch oder das Kinderbekommen aufgrund der Entscheidung für eine Arbeitsstelle zurückgestellt werden kann: „Damit sie die jungen Frauen unterweisen, ihre Männer zu lieben, ihre Kinder zu lieben, besonnen, keusch, mit häuslichen Arbeiten beschäftigt, gütig, sich den eigenen Männern unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert werde“ (Titusbrief, Kapitel 2, Verse 4 und 5). Dort ist von Haushalt und Kindern die Rede, nicht jedoch von einer „externen“ Arbeitsstelle.

Schlechtes Ansehen

* „Es ist in unserer Gesellschaft so schlecht angesehen, einfach zu Hause zu sein. Und selbst unter Christen wird man inzwischen komisch angeschaut, als ob man naiv wäre.“ Leider ist beides wahr. Und es ist besonders beschämend, dass auch unter Christen solche Einstellungen - wenn auch oft unausgesprochen - deutlich werden. Aber ändern sich dadurch die biblischen Worte? Keiner von uns darf darauf vertrauen, dass der andere anfängt, bibelorientiert zu leben. Wir müssen schon bei uns selbst beginnen! Und: Ein Hauptproblem sind hier die Ehemänner. Wenn wir uns mehr vor und hinter unsere Frauen stellten, die diese hochverantwortungsvolle Aufgabe der Kindererziehung und der Führung oftmals komplexer Haushalte übernehmen, würde dieser Job wenigstens unter Christen angesehener sein. Ein Freund von mir spricht immer von seiner Frau als von vom „CEO eines Familienunternehmens“. Wie wahr!

Ansporn

Es gibt einen wunderschönen Vers in Sprüche, Kapitel 17, Vers 6: „Kindeskinder sind die Krone der Alten, und der Schmuck der Kinder sind ihre Väter.“ Nicht selten hört man heute alte Menschen seufzen, die keine Kinder haben und einsam ihrem „Ende“ entgegen gehen. Eltern, die sich auch im Alter noch auf Kinder stützen können, haben von Gott einen großen Wert geschenkt bekommen. Es ist etwas Wunderbares, Kinder zu haben!