15.03.2006Ehe & Familie

Schwiegermütter

Schwiegermütter und ihr Ruf

Schwiegermütter haben einen schlechten Ruf. In vielen Kulturen, so belegen historische Daten und Feldstudien von Deutschland bis nach Indien, machen sie ihren Schwiegertöchtern das Leben schwer. „Schwiegermutter“ nennt sich übrigens die medizinische Klammer, die sich mit vier spitzen Haken in den elastischen Verband krallt. „Schwiegermuttersessel“ heißt ein dorniger Kugelkaktus. Und einer weiteren Zimmerpflanze, dem Bogenhanf, trugen seine scharfen Blattspitzen den Namen „Schwiegermutters Zunge“ ein.

Untersuchungen zeigen, dass es vor allem Frauen sind, die Probleme mit ihren Schwiegermüttern haben. Auch in der Literatur zum Thema dominiert das Thema „böse Schwiegermutter mit ungeliebter Schwiegertochter“.

Realitätsfern oder -nah?

Alles nur Film-Gespenste und realitätsfern? Die Erfahrung unter Gläubigen mag vielleicht nicht so zugespitzt sein. Aber immer wieder hört und sieht man, wie das Verhältnis der Schwiegertochter zur Schwiegermutter sehr belastet ist und damit die Beziehung der jungen Eheleute massiv belastet. Oftmals hat es auch damit zu tun, dass sich die Beziehung der Mutter zu ihrem Sohn nicht auf biblische Weise verändert hat.

Es ist auffallend, dass man in der Bibel vor allem problematische Schwiegerväter kennt: Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar, die er betrog. Laban betrog seinen Schwiegersohn Jakob. Saul zu seinem Schwiegersohn David. Usw.

Was die Bibel sagt

Aber wir verstehen auch die Worte aus 1. Mose, Kapitel 2, Vers 24, gut: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden ein Fleisch sein.“

Für eine Ehe ist es wichtig, dass der Sohn die Eltern „verlassen“ hat. Das heißt nicht, dass er mit ihnen nichts mehr zu tun hat. Oder dass sie nicht anrufen oder auch mal vorbeischauen dürften. Aber es heißt, dass eine vollständig neue Einheit, ein neuer Haushalt entstanden ist, zu dem weder die Schwiegermutter noch der Schwiegervater gehört.

Wenn sich nun die Schwiegermutter in die Dinge der jungen Ehe einmischt, dann akzeptiert sie dieses „verlassen“ nicht. Und damit kann sie leicht das Glück einer neuen Einheit zerstören, indem sie genau diese von Gott gewollte Einheit stört.

Eine notwendige Selbstständigkeit

Daher ist es immer ein guter Weg, wenn sich ein junges Ehepaar nicht in unmittelbarer Nähe der jeweiligen Eltern niederlässt. Manchmal geht das nicht. Dann ist es unabdingbar, dass das junge Ehepaar ein alleiniges, eigenständiges Leben führen kann.

Eltern können gute Ratschläge erteilen. Sie mögen warten, bis sie danach gefragt werden. Eltern können mit anpacken, beim Schreinern, beim Kochen, beim Putzen usw. Sie mögen warten, bis sie konkret darauf angesprochen werden.

Schlimm ist es, wenn Schwiegermütter beginnen, Entscheidungen für das junge Paar zu treffen. Denn dann wird das Ehepaar von der Schwiegermutter abhängig - es macht sich davon abhängig. Allerdings nimmt dann auch der Ehemann seine Pflichten nicht wahr. Er muss dafür sorgen, dass er seine Eltern wirklich „verlassen hat“. Das ist tatsächlich eine Voraussetzung für ein glückliches Familienleben. Übrigens für beide Seiten!