15.01.2004 Apostelgeschichte | Versammlung / Gemeinde | 1. Korinther

Tisch des Herrn

Frage:

Einige Geschwister eines Zusammenkommens trafen sich an einem Werktag, um das Brot in einem Privathaus zu brechen. Sie waren dazu von einer kranken Person gebeten worden, die im Sterben lag, und von einem anderen Bruder, der zuvor schon den Wunsch geäußert hatte, am Brotbrechen teilzunehmen, der jedoch die Zusammenkünfte zum Brotbrechen am Tag des Herrn nicht besuchen kann. Mit beiden wurde also Brot gebrochen, auch wenn sie noch nicht öffentlich am Tisch des Herrn aufgenommen waren und das örtliche Zusammenkommen die Absicht nicht kannte, dass auf diese Weise Brot gebrochen werden sollte. Nun meine Fragen:

1. Bringt diese Handlung die beiden Geschwister nicht tatsächlich in Gemeinschaft am Tisch des Herrn?

2. Handelt es sich nicht um eine unbiblische Aufnahme?

3. Wenn der Tisch des Herrn der Ausdruck der Einheit ist, sollten nicht zwischen den Sonntagen liegende Zusammenkommen zum Brechen des Brotes auf die beschränkt werden, die „in Gemeinschaft“ sind?


Antwort: Bible Treasury Band 14, S. 272

Zweifellos ist das Brechen des Brotes das Zeichen christlicher Gemeinschaft, der Gemein-schaft des Leibes und des Blutes Christi (1. Korinther 10,16). Und es ist gut, als allgemeine Regel die Versammlung von jeder besonderen Handlung zu informieren, wie es das Brechen des Brotes mit einem kranken Heiligen sicher ist. Das Gleiche gilt natürlich in Bezug auf eine Person, die bei einem solchen Anlass zum Brotbrechen kommt und die nicht normalerweise das Brot mit uns bricht. Beide Personen können zweifellos nur mit einem angemessenen Zeugnis und als Glieder des Leibes Christi anerkannt werden, gegen die es keine begründeten Einwände gibt. Sonst könnte diese Handlung, wenn sie ohne eine solche Sorgfalt geschähe, zu einem Vorwand für Personen werden, die gerne aufwiegeln, sowie für echtes Vergehen an göttlicher Gemeinschaft.

Apostelgeschichte 2,46 zeigt, dass es für ein Brotbrechen zu Hause an sich keinen biblischen Hinderungsgrund gibt. Die ersten Gläubigen brachen das Brot täglich in ihren privaten Häusern. Allein anzuführen, dass es sich um einen Werktag und um ein Privathaus handelt, ist kein ausreichender Einwand, wenn wir auch festhalten wollen, dass der Tag des Herrn ein beständiger Anspruch der Gnade an alle Gläubigen ist - durch die Autorität des Wortes in Apostelgeschichte 20,7 und 1. Korinther 11,18; 16,2. Aber wir müssen den gegenwärtigen Ruin der Versammlung berücksichtigen. Während wir die Ordnung sorgfältig aufrechterhalten und um Erbauung eifern müssen, dürfen wir die vielen Glieder Christi nicht vergessen, die sich nicht mit uns versammeln. Wir sollten ihnen gegenüber mit Weisheit voller Gnade handeln.

So ist es allgemein bekannt, dass am Ende mancher Konferenzen das Brot an einem Werktag gebrochen wurde. Und auch in Städten, in denen es Gläubige gibt, die im Namen Christi versammelt sind - oder auch nicht - haben wir gerne uns als Gläubige bekannte Christen das Brot mit uns brechen lassen, auch wenn dies vorher nicht bekannt gegeben worden ist. Wir sollten uns danach ausstrecken, die Wahrheit - „da ist ein Leib und ein Geist“ (Epheser 4,4) - in Gnade, aber auch mit aller Energie („stringently“, schlüssig, zwingend) zu verwirklichen. Wer sich dem Herrn mit einem einfältigen Auge und mit einem Herzen voller Liebe unterordnet, wird von Ihm geführt werden.