02.08.2010Ehe & Familie

Krippen-Katastrophe“ - wohl nicht bei Christen!?

...den eigenen Männern unterwürfig zu sein, damit das Wort Gottes nicht verlästert werde“ (Titus 2,3-5).

Dieser Vers zeigt die biblische Einstellung zum Wert und zur Würde der Aufgabe von Ehefrauen und Mütter in der Familie. Vor Jahren, noch in der "Schröder-Zeit", war in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ein bemerkenswerter Kommentar zu lesen, den ich in Auszügen an dieser Stelle noch einmal wiedergeben möchte:

Ein politischer Kommentar in der FAZ

„Politik, da hat der Bundeskanzler recht, hat den Menschen nicht vorzuschreiben, wie sie leben sollen - sie hat herauszufinden und sich nach Möglichkeiten daran zu orientieren, wie sie leben wollen. In der Familienpolitik ist unschwer der Wunsch zu erkennen, Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren zu können. Übersehen wird oft, daß dieser Wunsch von der Politik selbst in die Gesellschaft hineingetragen wurde: von konservativer Seite dadurch, daß man die Familien mit ihren finanziellen Nöten allein gelassen hat; von links durch Kampagnen, mit denen die Frau, die sich für ein Leben mit Kindern entscheidet, herabgesetzt und häusliche Arbeit generell geringgeschätzt wurde, obwohl sie anspruchsvoller ist als so mancher Büro- oder Ladenjob. Der Wunsch, die Kinder beim Staat abgeben zu können, wäre weit weniger ausgeprägt, wenn die Gesellschaft der Familienarbeit die Achtung und Anerkennung entgegenbrächte, die ihr gebührt...

Zumindest eine Gruppe von Betroffenen kann die Regierung nicht nach ihren Bedürfnissen gefragt haben: die Kinder. Schröder spricht von Geborgenheit, von Vertrauen, vom Verhältnis zwischen den Generationen. Die Grundlagen dafür werden in den ersten drei Lebensjahren gelegt. Was in dieser Zeit versäumt wird, ist nie mehr gutzumachen. Die Ganztagsschulen stehen auf einem ganz anderen Blatt.

Katastrophal ist nicht das Fehlen von Krippenplätzen, wie Schröder meint, katastrophal könnte sich ihre ausnahmslose Einführung auswirken. Niemand kann übersehen, daß Jugendkriminalität, Gewaltbereitschaft und politischer Extremismus gerade dort am besten gediehen sind, wo die angeblich erstrebenswerte Säuglingsbetreuung schon seit Generationen verwirklicht ist und sogar die DDR überdauert hat. Ideologisch verblendet ist nicht, wer auf diesen Zusammenhang hinweist, sondern wer nicht einmal zur Kenntnis nehmen will, was Kriminologen und Jugendforscher dazu sagen.“

Wird der Beruf der Hausfrau von uns noch geachtet?

Dies ist ein "politischer Kommentar". Den können Christen mit Interesse zur Kenntnis nehmen. Aber unser „Fachgebiet“ ist es nicht. Aber es mag auch Christen ein Denkanstoß sein. Warum? Weil auch unter uns Christen eine Tendenz festzustellen ist, dass die Familie keine wirklich interessante und ausfüllende Tätigkeit für Frauen ist. Aber: Sie ist es! Die Beobachtungen des Journalisten treffen vollständig zu. Die Entwertung des „Berufes“ Hausfrau hat dazu geführt, dass sich viele Ehefrauen und Mütter fragen, ob ihre Tätigkeit wirklich geschätzt wird. Wir Männer haben durch unsere oft schäbige Art das unsere dazu getan.

Das alles hat dazu geführt, dass nicht nur Kindergärten, sondern auch Krippenplätze von immer mehr Christen gefragt werden. Wollen wir unsere Kinder wirklich so früh wie möglich abgeben, um selbst besser verdienen und Geld ausgeben zu können? Sicher, es mag Situationen geben, wo das Einkommen wirklich nicht ausreicht. Aber das sind wohl die allerwenigsten Fälle. Viel häufiger ist es doch so, dass die Frauen und Mütter Freiheiten und Anerkennung suchen, die ihnen der Beruf im Haushalt scheinbar nicht bieten kann. Dieser Irrtum hat fatale Folgen. Der politische Kommentar gibt ein Bild der einen Seite. Die Lebenserfahrung zeigt auf der anderen Seite, dass viele Kinder verloren gehen - vielleicht nicht in bezug auf die Ewigkeit und ihre Errettung - wohl aber in bezug auf das richtige Setzen von Prioritäten im Leben.

Kinder sind ein Geschenk Gottes!

Kinder sind ein Geschenk Gottes für Eltern. Und als solches sollten sie auch angesehen werden. Sie sind uns Eltern für eine gewisse Zeit anvertraut. Diese Zeit ist kurz genug, um sie für den Herrn zu nutzen. Die Bibel sagt dazu an einer Stelle, dass wir die Kinder in der Zucht und Ermahnung des Herrn aufziehen sollen, dürfen. Das ist eine vornehme Aufgabe, der wir uns stellen sollten. Und gerade Mütter haben hier eine Möglichkeit, nicht nur das Evangelium, sondern auch die Atmosphäre eines gottesfürchtigen Lebens in die Kinder einzuhauchen. Ist das nicht ein äußerst wertvoller Dienst, eine „hehre“ Aufgabe?

Welch ein Segen war es für Mose, dass er die ersten Jahre seines Lebens wirklich „zu Hause“ verbringen konnte, bevor er dann „in die Welt“ entlassen wurde. Dort zehrte er Zeit seines Lebens von der geistlichen Erziehung seiner Eltern, seiner Mutter. Und war es bei Samuel anders? Die Zeit bei seiner Mutter prägte ihn dermaßen, dass die schrecklichsten Umstände um ihn herum - Götzendienst, Hurerei und Gottlosigkeit - keinen negativen Einfluss auf sein geistliches Leben hatten. Das ist die Gnade Gottes. Aber es ist der Verdienst seiner Mutter!

Ein neuer Ansporn!

Ist das ein Ansporn, Kinder so lange wie möglich bei der Mutter und bei den Eltern zu halten, bevor wir sie abgeben? Man muss sicher auf finanzielle Möglichkeiten verzichten. Aber die himmlische Bank, das himmlische Depot ist unschlagbar!