23.12.2003Jesus Christus / Gott

Unser Hirte – Jesus Christus (FMN)

Warum nennt der Herr Jesus sich eigentlich „Hirte“? Es gibt viele Berufe und Titel, die der Herr Jesus sich hätte zulegen können. Er wird auch nicht nur als „Hirte“ bezeichnet, sondern hat viele weitere Titel. Aber warum gerade Hirte?

Es ist nicht schwer zu sehen, dass das Verhältnis vom Hirten zu seinen Schafen dem des Herrn Jesus zu uns, die wir durch sein Werk am Kreuz von Golgatha errettet worden sind, in vielem gleicht.

Schafe und ihr Hirte

Schafe sind nicht in der Lage, alleine ohne einen Hirten zu überleben. Auch wir würden ohne den Herrn Jesus nicht „überleben“. Wenn Er nicht sein Leben für uns dargelegt hätte, würden wir alle umkommen. Wenn Er nicht täglich für uns sorgte - als Hoherpriester, Sachwalter oder Hirte, würde keiner von uns das Ziel erreichen: Und das ist der Himmel!

Schafe laufen auch gerne von der Herde weg - und merken erst, wenn es zu spät ist, dass sie es nicht mehr schaffen, zurück zu finden. Geht es uns nicht auch oft so? Am liebsten brechen wir aus - als Kinder, als Jugendliche, als junge Erwachsende, und auch als Ältere wieder. Manchmal stellen wir dann doch fest, dass wir auf einem Irrweg sind - und wissen nicht, wie wir wieder zurück zur Herde und zum Herrn Jesus finden können. Dann lernen wir - wie uns das Kinderlied (Ein kleines wildes Schäfchen, das lief einfach fort usw.)die Worte des Herrn so treffend wieder ins Bewusstsein ruft - dass nur unser Retter uns zurückbringen kann. „Welcher Mensch unter euch, der 100 Schafe hat und eins von ihnen verloren hat, lässt nicht die 99 in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?“ (Lukas 15,4). Das ist niemand anderes als unser Herr, der uns in seiner Liebe immer wieder nachgeht. Auch dir.

So könnte man noch manchen anderen Vergleich heranziehen. Aber wir wollen uns nicht mit den Schafen - mit uns - beschäftigen, sondern mit dem Hirten. Und das Neue Testament stellt uns den Herrn Jesus als den guten Hirten, als den großen Hirten und als den Erzhirten vor.

Der gute Hirte

In dem oben zitierten Vers in Johannes 10 verbindet der Herr Jesus mit seinem Titel als Hirte, dass Er sein Leben lassen würde. Der Herr Jesus ist deshalb der „gute“ Hirte, weil Er unsere Not und unser Elend sah: Wir waren ewig verloren. Aber Er wollte uns einen Ausweg schaffen, einen Weg des Segens. Deshalb hat Er - der Hirte - für uns - die Schafe - sein Leben hingegeben. Er hatte das Recht des Hütens und Weidens. Aber Er hat dieses Recht hinten angestellt. Er ist für uns gestorben. Ist Er nicht wirklich würdig, diese Auszeichnung „gut“ zu tragen?

Zugleich unterscheidet sich der „gute Hirte“ von den „schlechten Hirten“ oder „bösen Hirten“. Auch solche gab und gibt es. Sie versuchen, die Schafherde in die Irre zu führen - das heißt konkret, weg von dem Herrn Jesus und Gott. Und oft genug lassen sie die Herde bei Gefahr im Stich. Sie kamen und kommen nicht in Übereinstimmung mit den Schriften und nicht mit dem Wunsch der Liebe, ihr Leben für andere zu geben. Vielmehr wollen sie für sich selbst Gewinn bekommen - auf Kosten anderer und insbesondere auf Kosten der Schafe.

Ganz anders handelte unser Herr. Er war sanftmütig und von Herzen demütig (Matthäus 11,29). Und Er hat sich sogar an das Kreuz schlagen lassen, um andere zu erretten: „Größere Liebe hat niemand als diese, dass jemand sein Leben lässt für seine Freunde“ (Johannes 15,13). Diese Liebe und dieser Liebende ist nur zu bewundern!

Der große Hirte

Auch der Schreiber des Hebräerbriefes spricht von einem Hirten, nennt ihn jedoch den „großen Hirten“: „Der Gott des Friedens aber, der aus den Toten wiederbrachte unseren Herrn Jesus, den großen Hirten der Schafe, in dem Blut des ewigen Bundes, vollende euch in jedem guten Werk, damit ihr seinen Willen tut, in euch das bewirkend, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen“ (Hebräer 13,20-21).

Dieser Vers macht deutlich, dass mit dem Titel „großer“ Hirte die Auferstehung unseres Herrn verbunden wird. Gott hat Ihn aus den Toten auferweckt! Als der Auferstandene ist Er tätig, damit wir gute Werke vollbringen und den Willen Gottes tun. Es ist der Gott des Friedens - der Frieden stiftet und Frieden gibt - der diesen Dienst an uns tut. Aber Er tut es in dem und durch den Herrn Jesus. Gerade durch unsere Beziehung zu Ihm als dem Auferstandenen bekommen wir die Kraft, den Willen Gottes auszuführen.

So ist Christus für uns heute nicht einfach ein Hirte unter Hirten, sondern der große Hirte. Er ist unvergleichlich. Sein moralischer Wert, seine erhabene Größe ist einzigartig. Auch der Wert seines Blutes, das am Kreuz von Golgatha zur Sühnung geflossen ist, ist ewig. Und dieser gesegnete Hirte lebt in der Kraft eines unauflöslichen Lebens. Diesen großen Hirten dürfen wir kennen - und was noch größer ist: Er kennt dich und mich und kümmert sich um uns!

Der Erzhirte (Oberhirte)

Der Apostel Petrus schreibt in seinem Hirtenbrief schließlich von dem sogenannten „Erzhirten“: „Wenn der Erzhirte offenbar geworden ist, so werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen“ (1. Petrus 5,4).

In den ersten Versen dieses Kapitels stellt Petrus die Brüder, die als Älteste tätig sind, in die Verantwortung vor den Herrn und Gott. Denn sie hüten die Herde Gottes, keinen eigenen Besitz und erst recht kein Eigentum. Sie sind bevorrechtigt, als Hirten für Gott zu wirken. Aber auch sie haben - wie jeder Gläubige - einen Erzhirten, dem sie verantwortlich sind. Dieser Erzhirte - Jesus Christus - begutachtet jede Arbeit an seiner Schafherde. Und Er möchte belohnen und Kronen verleihen für gute Arbeit, die man für Ihn ausgeführt hat.

Wenn es also in der Versammlung (Gemeinde, Kirche) Gottes auch manche Hirten geben mag: Es gibt nur einen Erzhirten. Ihm kommt auch hinsichtlich dieses Ranges niemand gleich. Er ist nicht nur als großer Hirte in seinem Wert und seiner Größe unvergleichlich, auch seine Stellung ist einzigartig. Er wohnt und thront in der Herrlichkeit des Himmels, wir alle leben und arbeiten hier auf der Erde, unter seiner Aufsicht.

Für diese Arbeit gibt es eine Belohnung. Und könnte es einen besseren und gerechteren Belohner geben als Ihn, unseren Herrn? Er ist nicht nur der gute Hirte, der gestorben ist. Er ist auch der große Hirte, der auferstanden ist und als Erzhirte jetzt in der Herrlichkeit thront. Ihm „sei die Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“