16.10.2003 Persönlicher Glaube

Ungelogen – ungelogen gelogen!

Derzeit ist es ja modern, sich, sein Leben und das von anderen auf vielen Bücherseiten zu entblättern. Nach den Erfolgen seines ersten Buches hat Dieter Bohlen gleich nachgelegt. Allerdings musste sein zweites Buch gleich mit manchen geschwärzten Zeilen versehen werden. Aber auch seine langjährige Bekannte - man nennt dies heutzutage wohl „Freundin“ - Nadja Abd El Farrag wollte und musste nach den Entblößungen von Bohlens erstem Buch nachziehen.

Wie oft ist „ungelogen“ gelogen?

„Ungelogen“ heißt ihr wohl beeindruckendes Werk. Jetzt durfte sie vor Gericht erscheinen, um dort zuzugeben, dass sie ungelogen gelogen hat. Das ist unsere Zeit. Die Bücher erfreuen sich dennoch größter Beliebtheit. Aber keiner will sie gekauft haben. Natürlich nicht - genau wie die Bild-Zeitung. Man hat angabegemäß und angeblich nur mal hineingeschaut.

Nun sind die „Größen“ unserer Zeit das Eine. Aber wie leicht „passiert“ es dem Menschen, dass er vorgibt, die Wahrheit zu sagen, obwohl er von sich selbst weiß, wie unwahr seine Wahrheit ist. Vor nicht allzu langer Zeit hat das ein wesentlicher hessischer Politiker vorgemacht - erstaunlicherweise ist er immer noch im Amt. Und wir - wie oft tun wir so, als würden wir die Wahrheit reden - aber die Wirklichkeit sieht ganz anders aus?

Judas und Petrus sollten uns warnen

In der Bibel finden wir auch eine Reihe von Beispielen dafür! War es nicht eine dreiste Lüge, als Judas nach dem letzten Abendessen mit dem Herrn Jesus die Frage stellte: „Ich bin es doch nicht, Rabbi?“ (Lukas 22,25). Er hatte doch das Kopfgeld mit den Pharisäern verhandelt - und stand gerade im Begriff, den Herrn Jesus zu verraten. Kennen wir nicht auch manchmal solch dreiste Lügen?

Wie sah es mit Petrus aus? Wusste er nicht, dass er in schlimmer Weise log, als er den Herrn verleugnete? „Er aber fing an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet. Und sogleich krähte der Hahn zum zweiten Mal. Und Petrus erinnerte sich an das Wort, wie Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“ (Markus 14,71.72). Sicher - er musste um sein Leben fürchten. Aber war das ein Grund für diese Lüge? Der Herr hatte ihm diese Lügen sogar vorhergesagt. Wie oft geht es bei uns nicht einmal um unser Leben - bei weitem nicht - nur um eine schwierige Situation. Und wir kneifen, sagen nicht die Wahrheit, sondern lügen und geben dabei vor, die Wahrheit zu sagen.

Ananias und Sapphira zeigen uns den Balken im eigenen Auge

Und wie war es bei Ananias und Sapphira? Ananias sagte noch nicht einmal ein falsches Wort - eine Lüge. Aber er handelte, als ob er den ganzen Verkaufserlös für sein Grundstück zu den Füßen des Apostels niederlegte (Apostelgeschichte 5,1-6). Und das war eine glatte Lüge. Seine Frau hätte noch die Möglichkeit gehabt, ein Bekenntnis abzulegen. Aber sie log dann auch noch mit ihrer Zunge - beide wurden mit dem physischen Tod bestraft (Apg 5,7-11).

Das wird in einem solch unmittelbaren Gericht vermutlich keinem von uns passieren. Aber wie oft tun wir so, als ob wir ungelogen die Wahrheit sagten. Aber in Wirklichkeit haben wir glatt und ohne mit der Wimper zu zucken gelogen - in Worten oder Taten. Wir können leicht über Naddel spotten und herziehen. Aber wie sieht unsere eigene Wirklichkeit aus?

„Was aber siehst du den Splitter, der in dem Auge deines Bruders ist, den Balken aber, der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht wahr?“ (Lukas 6,41).