13.08.2003 Ehe & Familie

Anregungen für Verlobte (22) – und wenn die Verlobungszeit zum Trauma wird? II

Vereinbarungen über die „kleinen Dinge des Lebens“

„Ob ihr nun esst oder trinkt oder irgendetwas tut, tut alles zur Ehre Gottes“ (1. Korinther 10,31). Das trifft auf alles zu - auch auf Alltägliches!

Ein zweites großes Feld sind die Vereinbarungen teilweise rein natürlicher Art, die das künftige Ehepaar miteinander treffen will. Dazu gehören Wohnort, die Frage der Arbeit von Mann und Frau, die Frage nach Kindern, die Beziehung zu den jeweiligen Eltern etc. Man mag auf den ersten Blick urteilen, dass dies alles kein Problem sein muss. Das sollte es auch nicht sein. Aber auch auf diesem Gebiet können sich sehr schnell Konflikte auftun. Beispielsweise ist es für ein junges Paar (nach der Hochzeit) wichtig, eine gewisse Selbstständigkeit zu gewinnen (oder zu bewahren). Das sollten Eltern und Schwiegereltern einfach akzeptieren.

Wenn sich jedoch bereits während der Verlobungszeit herausstellen sollte, dass ein oder beide Elternpaare in die Ehe hineinreden wollen (und hierbei geht es ausdrücklich nicht um Fragen nach Hochzeitsanzeige, Hochzeitsfeier oder sonstigen verlobungsbedingten Themen), kann es schwer werden. Sicherlich sollte auch kein Elternpaar bestimmen, wo der Sohn bzw. Schwiegersohn arbeiten soll, welche Stelle er (neu) annehmen soll, etc. Genauso ist es nötig, dass sich der junge Mann von dem Rockzipfel seiner Mutter, seiner Eltern entzieht. Es geht nicht um ein gutes Verhältnis zu den Eltern - es geht um ein Abhängigkeitsverhältnis zu den Eltern. 1. Mose 2 lehrt ausdrücklich, dass ein Mann seine Eltern verlässt. Das ist notwendig, denn es ist biblisch.

Hier müssen die jungen Menschen manchmal sehr genau abwägen. Hier ist sicher ratsam, ein fähiges Ehepaar oder einen Seelsorger einzubeziehen. Denn leichtfertig - darauf wurde mehrfach hingewiesen - darf keine Beziehung gelöst werden.

Unüberwindbare Hindernisse auf dem geistlichen Weg

Schließlich gibt es noch den geistlichen Bereich. Es ist normal, dass der junge Mann recht schnell nach der Verlobung mit der jungen Frau betet. Alles andere ist für einen Christen mindestens eigenartig und unnormal. Nun mag es sein, dass er dazu von seinen Eltern nicht angeleitet worden ist. Dann wird ihm seine Verlobte eine solche Anregung geben. Auch miteinander die Bibel zu lesen. Wenn er das ablehnt oder nur mit großem Widerwillen tut, mag sich eine junge Frau manche Fragen stellen. Zu Recht.

Manchmal kann man ein solches Verhalten nicht vorher erkennen, wenn der junge Mann die Zusammenkünfte regelmäßig besuchte und nach außen hin (Stichwort Fassade) ein gutes, geistliches Bild abgab. Vielleicht denken das auch viele (und können ein gegenteiliges Urteil des/der Verlobten gar nicht nachvollziehen). Aber leider gibt es solche Fälle, in denen die Fassade nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Natürlich auch bei der verlobten Frau. Wenn es keine Änderungsbereitschaft gibt, muss man die Situation natürlich neu, aber nüchtern überdenken.

Gleiches kann in Bezug auf den persönlichen und gemeinsamen Weg der Gläubigen passieren. Wenn man während der Verlobungszeit feststellt, dass hier prinzipiell unterschiedliche Vorstellungen existieren, die auch nach längerer Zeit nicht auszuräumen sind, haben beide Seiten ein Problem. Sie sollten auch hier jemanden suchen, der zusammen mit ihnen diese Themen durchspricht und sie in geistlicher Hinsicht berät. Der beste Weg ist, dass man Einvernehmen erzielen kann.

Gemeinsames Bewältigen - wann immer es noch geht

Man sieht - es gibt manche Klippen auf unseren Wegen. Aber an sich ist keine Klippe zu hoch, als dass sie nicht gemeinsame überwunden werden könnte. Aber man muss das Ganze auch gemeinsam angehen wollen - es muss die Bereitschaft vorhanden sein, Probleme gemeinsam vor dem Herrn zu lösen. Aber das sollte immer der Fall sein, wenn sich ein junger Mann mit einer jungen Frau verloben will. Denn keine Ehe kennt nur die Sonnenseiten des Lebens. Es sollte also immer unser Ziel sein, gemeinsam zum Ziel zu kommen. Leider ist das nicht immer möglich. Dann wollen wir Gnade füreinander haben.

Ein Schuldbekenntnis vor dem Herrn und voreinander sollte grundsätzlich in solchen Fällen nicht fehlen! Das gilt nicht nur, wenn man sich seine/seinen Verlobten in fleischlicher Motivation gesucht hat und bald feststellen muss, dass der Herr nicht im Bunde ist. Auch dann mag ein gemeinsames Beugen vor dem Herrn noch zusammenführen. Aber unser Versagen wollen wir nie ignorieren. Denn häufig liegen Probleme an uns. Bestimmt nicht am Herrn!