14.11.2008Ehe & Familie | Persönlicher Glaube

Wer Kirjat-Sepher schlägt...

Wir leben heute in Tagen, wo die sittlichen Ordnungen Gottes für diese Erde umgestoßen werden und wo die Zügellosigkeit des menschlichen Willens keine Grenzen kennt. Wie wichtig ist es daher für uns, bei jeder Entscheidung nach den Gedanken Gottes zu fragen, und ihnen, unabhängig von Zeitgeist und Modeströmungen, rückhaltlos zu folgen! Im Gehorsam liegt unendlicher Segen, aber nur dort. Die "moderne Welt mag über uns lächeln, oder sie mag unser Festhalten an den Grundsätzen der Heiligen Schrift als Engstirnigkeit oder gar Fanatismus bezeichnen. Lasst sie! Wir wissen, dass unser Festhalten Gehorsam und dass Sein Wort die Wahrheit ist. Und wir wissen auch, dass wir unseren Herrn anders nicht ehren können, als nur durch Gehorsam. Nun stehen wir ständig in Gefahr, durch Kontakt mit der Welt ihre Gepflogenheiten und Gesinnungen zu übernehmen, und gerade dies ist das Ziel Satans: uns in die Welt einzugliedern - aus Daniel einen "Chaldäer" zu machen. Müssen wir nicht beklagen, dass es ihm gerade auf dem Gebiet, das wir heute berühren wollen, allzu sehr gelungen ist?

Dass die Ehe selbst gottgewollt und der natürliche Kanal des Segens ist, durch den der Schöpfer-Gott Sein Geschöpf - und nicht minder Seine Kinder - segnen will, steht außer Frage (1. Mo 2,18 ff.; Heb 13,4). Keine Frage auch, dass, "wer eine Frau gefunden, Gutes gefunden und Wohlgefallen erlangt hat von dem HERRN" (Spr 18,22). Grundsätzlich also ist der Wunsch zu heiraten natürlich, gesund und Gott wohlgefällig. Doch wie ist im einzelnen nach den Gedanken Gottes "der Weg eines Mannes mit einer Jungfrau" (Spr 30,19)? Beginnen wir mit der Frage:

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Ehe gekommen?

Man könnte die Antwort auf die sehr kurze Form bringen: "Wenn Gott zu dir sagt: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, seines Gleichen (ihm entsprechend).- Aber bedenke, mein lieber junger Freund, Gott wird das normalerweise nicht zu dir sagen, solange du selbst noch in der Ausbildung, in Lehre oder Studium, bist und ein Weib noch nicht ernähren kannst. "Besorge draußen deine Arbeit und bestelle sie dir auf dem Felde; hernach magst du dann dein Haus bauen" (Spr 24,27). Wie und womit das "Bauen deines Hauses" beginnt, werden wir sogleich sehen; aber es ist der Wille Gottes, dass sich der junge Mann - ehe er irgendwelche Beziehungen zu einem Mädchen anbahnt - der Besorgung seiner Arbeit draußen widmet und zusieht, dass er sein Feld so bestellt, dass er mit der Hilfe und dem Segen Gottes von dessen Ertrag leben kann. Dieses "Bestellen des Feldes" sollte mit ungeteilter Kraft geschehen und nicht, indem die Gedanken halb bei dem Mädchen und halb bei der Arbeit sind. Gott möchte, dass der junge Mann unter dem Gewicht täglicher Pflichten gebildet werde; und wird nicht gerade die Treue und Bewährung in der "Arbeit draußen auf dem Felde" eine kostbare Empfehlung für die Ehe sein?

Noch eine zweite, sehr wichtige Voraussetzung auf geistlichem Gebiet kommt hinzu. Kaleb würde seine Tochter nicht einem im Glauben unerprobten Manne geben! Sag, hast du schon "Kirjath-Sepher", "die Stadt des Buches", bezwungen, ist sie für dich schon zu "Debir" geworden, dem "Ort, da Gott spricht"? Liebst du, kennst du schon ein wenig das Wort Gottes? Hat Er mit dir sprechen können über Seine Gedanken und Grundsätze? Hat Er dir z. B. zeigen können, wie kostbar der Platz am Tische des Herrn ist? Erfüllst du schon den letzten Wunsch deines Herrn? Nein? Dann solltest du noch nicht nach Mädchen dich umschauen! Geh doch erst einmal mit Gott deinen Weg und versuche, mit Ihm Siege des Glaubens zu erringen! Lies unter Gebet Sein heiliges Wort! Wie willst du denn sonst einmal den Platz des Priesters in deiner Familie einnehmen? Willst du, dass dir Kaleb eine Aksa gibt? Dann sieh zu, dass du ein Othniel wirst, dessen Name "Meine Stärke ist Gott" bedeutet! Und gehst du also mit Gott voran, wird Er, wenn es Sein Weg für dich ist, zu Seiner Zeit auch zu dir sagen: "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, seines Gleichen."

Was ist der erste Schritt?

Warten! Auf Gott warten und um Licht beten! Warten im Vertrauen auf Gott ist viel schwerer, als etwas tun. Aber nicht du musst etwas tun, sondern dein Gott und Vater tut etwas für dich. Ist das nicht weit besser? Er hat einen ganz bestimmten Weg, und Er hat eine ganz bestimmte Frau für dich. Für Adam machte Er die Eva, und Er machte sie so, dass "sie ihm entsprach": All das, was er nicht hatte, hatte sie, und was sie nicht besaß, besaß er. Gott machte nicht zehn Evas, damit sich Adam eine aussuchte. So hat Er auch für dich, lieber Freund, ein Weib gemacht, das in allem genau dir entspricht. Du hast es daher gar nicht nötig, überall herumzulaufen, um eine passende Frau zu suchen, hast nicht nötig, Bekanntschaften zu machen, Freundschaften zu schließen, wie es die Welt macht, um "einander besser kennenzulernen". Da ist Einer, der euch beide weit besser kennt, als ihr euch je kennen könnt. Und weißt du, wie sich der andere Teil im Laufe der Jahre entwickeln wird? Vertraue doch auf deinen liebenden Vater! Seinen Willen zu erkennen ist die allerwichtigste Sache für dich und dein Leben. Zu Seiner Zeit wird Er die für dich bestimmte Frau vor dich bringen, wie Er Rebekka an den Brunnen zu Elieser brachte und wie Er es auch im Anfang bei Adam machte: "Und er brachte sie zu dem Menschen" (1. Mo 2,22). Wie kostbar ist solch eine Erfahrung! Möchtest du sie missen? Doch vielleicht fragst du jetzt:

Wie kann ich den Willen Gottes erkennen?

Über diese Frage ist schon viel geschrieben und gesprochen worden, so dass wir uns hier auf wenige allgemeine und einige spezielle Hinweise beschränken können. Um den Willen Gottes erkennen zu können, muss das Auge einfältig und die Seele im Umgang mit Gott geübt sein. "Mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten" (Ps 32,8). Doch sei vor dem Fallstrick auf der Hut, Gott um Licht zu bitten und zugleich schon eine vorgefasste Meinung zu haben! Durchaus nicht wird Gott dir Seinen Willen kundtun, solange du einen eigenen Willen in der Sache hast. Wir können nicht mit Gott spielen.

Lass dich nicht durch die Umstände allein leiten! Sie sind zwar zur Erkennung des Willens Gottes nicht unerheblich, aber für sich allein können sie in die falsche Richtung führen. Vertraue nicht deinen Gefühlen! Wohl wird Gott dir die rechten Zuneigungen für die Person Seiner Wahl schenken, doch ist die Zuneigung allein ein unverlässlicher und gefährlicher Führer. Der höchste Stellenwert kommt in der ganzen Frage dem Worte Gottes zu.

Vielleicht ist eine bestimmte Person in dein Blickfeld gerückt, dann lege den Maßstab des Wortes Gottes an deine Gedanken über sie an! Ist sie als wiedergeboren und gottesfürchtig bekannt? "Eine einsichtsvolle Frau kommt von Jehova" (Spr 19,14). Hat sie in der Mitte der Kinder Gottes dadurch ihre Bestätigung gefunden, dass sie zur Gemeinschaft am Tische des Herrn zugelassen wurde? Ich wollte keine andere haben! "Und ein Mann vom Hause Levi ging hin und nahm eine Tochter Levis" (2. Mo 2,1). Das ist ein äußerst wichtiger Grundsatz Gottes. Der Stamm Levi hatte in besonderer Weise mit dem Heiligtum Gottes und mit der Anbetung des HERRN zu tun. 0, nimm nur eine Tochter Levis", die eben nicht nur "gläubig" ist, sondern die ihr Interesse an den Dingen Gottes durch die Einnahme ihres Platzes bewiesen hat! Selten, wenn überhaupt, hat sich eine Heirat als "im Herrn" erwiesen, wenn jemand sich seine Frau - bildlich gesprochen - von einem anderen Stamm, von einem "anderen Felde" nahm. Viel leicht ist die Schwester, an die du denkst, innerlich noch nicht so weit, dann störe sie nicht und warte! Überhaupt wenn du noch keine Klarheit über die Absicht Gottes hast, dann warte! Es mag schwerfallen, aber warte und "harre auf den HERRN"! Vorschnelles Handeln offenbart nur das Fleisch. Ist dieses Mädchen wirklich von Ihm für dich bestimmt, dann wird es dir niemand wegnehmen können. Darauf kannst du dich verlassen.

Aber nehmen wir nun an, in deinem Herzen ist es zur Gewissheit gereift, dass jetzt der Zeitpunkt Gottes gekommen ist, dir jene Schwester als Frau zu schenken. Dann sprich noch nicht zu ihr von deiner Liebe, verbirg sie vielmehr vor ihr! Gehe stattdessen diesen Weg, den leider nur noch wenig junge Männer heute zu beschreiten scheinen:

Sprich mit den Eltern!

Zuerst mit deinen eigenen! Lege ihnen deinen Wunsch vor! Willst du den wichtigsten Schritt deines Lebens ohne den Segen deiner Eltern gehen? Wieviel Unrecht und Leid haben Kinder ihren Eltern dadurch angetan, dass sie sie vor vollendete Tatsachen stellten! So "ehrt" man Vater und Mutter nicht. Aber ist andererseits die freudige Zustimmung der Eltern nicht ein weiterer, wesentlicher Hinweis dafür, dass der Weg von Gott ist? Dann kannst du mit befestigtem Sinn zu den Eltern der jungen Schwester gehen und um ihre Hand anhalten. Das ist nicht antiquiert, das ist der Weg Gottes. Bedenke, das Mädchen gehört dir nicht, du kannst es dir nicht einfach holen. Die Weit tut das zwar, aber es ist unrecht.

Die Frau steht unter der Autorität des Mannes - das unverheiratete Mädchen unter der des Vaters, die verheiratete Frau unter der ihres Mannes (4. Mo 30,4-16; 1. Kor 11,3). Deswegen bitte um die Hand seiner Tochter! Wie hatte Kaleb gesagt?"... dem gebe ich meine Tochter Aksa zum Weibe." Glückseliges Teil, sie sich geben zu lassen! Und wenn dann die Eltern gleichsam sagen: "Lasst uns das Mädchen rufen und ihren Mund befragen" und sie antwortet auf die Frage: "Willst du mit diesem Manne gehen?" mit den Worten Rebekkas: "ich will gehen", so wird es dir wie dem Knechte Abrahams ergehen, du wirst staunend zusehen und den Herrn preisen.

Vielleicht gibt es hier oder da eine kleine Verzögerung, eine Bedenkzeit oder irgendeine Schwierigkeit. Nicht alles geht auf der Ideallinie, und zuweilen prüft unser Vater den Glauben Seiner Kinder. Doch vertraue weiter auf Den, der dich bisher geführt hat! Er wirds für dich vollenden (Ps 138,8) und dir - ist der Weg von Ihm - eine Tür nach der anderen öffnen.

Wie überaus kostbar ist zu Beginn eines gemeinsamen Lebensweges und während all der Tage, die Gott euch miteinander gewähren mag, das beglückende Bewusstsein, dass Er es war, der euch einander geschenkt hat!

Ist auch die Zukunft meinem Blick verhüllt,
vertrau ich still.
Seitdem ich weiß, dass sich Dein Plan erfüllt,
vertrau ich still.
Seh ich nicht mehr, als nur den nächsten Schritt,
mir ists genug Mein Herr geht selber mit.