28.12.2017 Ehe & Familie | Persönlicher Glaube

25 Jahre SMS

Es funkt gut, zwischen Menschen. Viel leichter als früher, als man eine „teure" Telefonnummer heraussuchen musste, kann man heute per SMS und WhatsApp seine Nachrichten an Einzelne und Gruppen versenden. Man gibt eben heute viel schneller die Handynummer weiter, als man früher die sogenannte Festnetznummer preisgab. Kontakte entstehen so viel schneller. Man ist sich näher als früher - wirklich?

 

Wozu braucht man eigentlich die SMS?

Nun ist die Technik nicht gut oder böse. Sie ist ein Hilfsmittel, das jeder von uns einsetzen kann, zum Nutzen oder Schaden. Und was sollte schon dabei sein, mal eben eine SMS abzuschicken. Schneller geht's nicht - auch nicht per e-mail. Und einen gemeinsamen Termin kann man so auch zügig vereinbaren - Mutter und Tochter, Vater und Sohn. Sind aber das unsere häufigsten „Gesprächspartner" via Smartphone?

Viel häufiger sind es Freunde und Bekannte, die man mit wohlgemeinten Informationen und Hinweisen über den derzeitigen, vergangenen und möglicherweise künftig eingenommenen Standort informiert, versehen mit einem netten Smiley - J oder auch moderneren Emojis.

Dagegen ist sicher auch nichts einzuwenden, wenn du dir bewusst bist, wem Du warum schreibst. Geh verantwortungsbewusst mit diesem Ding um, das du in deiner Hosentasche oder sonst wo mit dir herumschleppst.

 

Ge-brauch oder Miss-brauch?

Anlass für diese Zeilen ist jedoch ein ernsterer. Durch das SMSen und WhatsAppen sind die Barrieren zwischen dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht deutlich gesenkt worden. Welcher Junge hätte früher schon ohne weiteres ein Mädchen einfach angerufen? Welcher verheiratete Mann hätte sich ohne weiteres an eine (un)verheiratete Frau (und umgekehrt) per Gespräch oder Brief gewandt??? Selbst die E-Mail, die schon wesentlich „vertraulicher" ist, kommt nicht an WA und SMS heran. Mal eben gefunkt: „Wie geht's?", was soll man sich dabei denken müssen? Man(n) muss es nicht. Frau auch nicht. Und dennoch ist es oft so.

Und je öfter diese Kontakte werden - natürlich über ganz banale Themen - umso stärker entstehen heimliche Hoffnungen und Gefühle. Entstehen Beziehungen, die besser nicht entstanden wären! Irgendwann werden die Themen eben dann nicht mehr (so ganz) banal. Man fängt an, vielleicht zu flirten? Und nicht nur mit einer Person, so ernst ist das ja nicht gemeint. Und das geschieht nicht nur zwischen gläubigen Jungen und Mädchen, was in einem häufig viel zu frühen Alter zu Folgeproblemen führt, sondern eben auch zwischen einem gläubigen jungen Christen und einem Ungläubigen. Und auch zwischen Verheirateten. Und dadurch haben sich manche schon in ganz große Nöte gebracht - wenn sie es überhaupt noch als Problem erkannten, eine falsche Bindung einzugehen. Wie viele Ehen sind schon kaputt gegangen durch solches Vorgehen!

 

SMS-Technik nutzen - aber richtig!

Die wenigsten wollen eine falsche und zu frühe Bindung. Dann vergiss aber auch nicht, dass dein Verhalten dem entsprechen muss. Meinst du wirklich, dass es richtig ist, eine Liebes-Beziehung per WA/SMS zu starten?

Der Apostel Paulus schreibt an die Philipper einige Hinweise, die wir in dem Zusammenhang unserer Smartphones einmal bedenken wollen: „Im Übrigen, Brüder, alles, was wahr, alles, was würdig, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was lieblich ist, alles, was wohllautet, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, dies erwägt" (Phil 4,8).

Denk das nächste Mal daran, was du eigentlich insgeheim damit bezweckst! Und lass den Inhalt - auch zwischen den Zeilen - rein sein, vor allem aber deine Motive. Es wäre absurd, WhatsApp oder SMS für Christen zu verbieten. Denn an und für sich sind diese Kommunikationsmöglichkeiten „auf die Schnelle" nützlich. Auch geht es natürlich nicht darum, ein generelles Verbot von WA/SMS zwischen Jungen und Mädchen auszusprechen. Denn in Unterhaltungen verkrampft mit dem „anderen Geschlecht" umzugehen ist auch nicht sinnvoll. Wie leicht führt eine solche Verkrampfung dazu, dass man durch Naivität auf einmal zu Fall kommt. Aber Vorsicht ist in jedem Fall geboten.

Wir wollen uns gegenseitig motivieren, wieder bewusster mit unseren Geräten zu arbeiten. Es ist außerordentlich wichtig und muss neu gelernt sein, auch schon als junger Mensch sehr wachsam mit diesen Kommunikationsmitteln umzugehen. Denn von uns will doch keiner selbst in Sünde fallen und Anlass für Familienkatastrophen werden. Hiob hat gesagt: „Ich habe mit meinen Augen einen Bund geschlossen, und wie hätte ich auf eine Jungfrau geblickt!" (Hiob 31,1). Wir müssen heute einen Bund auch mit unseren „Fingern" machen, um nicht ins Verderben zu laufen (Hiob 31,3).

„Lass dich nicht von dem Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten" (Röm 12,21). Diese Aufforderung dürfen wir alle frisch gewappnet neu beherzigen.