08.12.2017 Persönlicher Glaube

Straßendelikte und das Smartphone (FMN)

In Deutschland ist man vergleichsweise günstig unterwegs, wenn Blitzanlagen aufleuchten. Wer sich einmal angeschaut hat, was die Schweiz dafür verlangt, wird dankbar. Dankbar? Wirklich? Das ist doch wohl eher die falsche Haltung ...

 

Der Christ und die Obrigkeit

Der Apostel Paulus schreibt uns: „Jede Seele sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan ... Wer sich daher der Obrigkeit widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil über sich bringen" (Röm 13,1.2).

 

Manche meinen, das habe nichts mit dem Autofahren zu tun. Das aber ist ein Irrtum. Denn die Straßenverkehrsordnung ist ein Gesetz, das von der Obrigkeit nicht umsonst überwacht wird. Wer sich also diesen Anordnungen widersetzt, stellt sich gegen Gott. Das sagt Gott selbst durch Paulus. Ob du es dir bewusst machst oder nicht ... Es handelt sich nicht um ein „Kavaliersdelikt", das ja viele begehen und deshalb nicht so schlimm ist.

 

Ich möchte keins mehr!

Vor einiger Zeit sagte einmal ein alter Gläubiger, der seinem Herrn viel gedient hat: „Auch ich habe Knöllchen bekommen. Aber ich möchte keines mehr!" Diese Gesinnung hat mich sehr beeindruckt. Dieser Bruder meinte nicht, dass er hoffentlich früh genug sieht, wenn geblitzt wird. Er wollte sich so verhalten, dass er an jedem Blitzgerät anstandslos vorbeikommt. Das darf uns allen ein Vorbild sein. 

 

Das Gewissen

Paulus hat zu diesem Thema aber noch mehr zu sagen: „Darum ist es notwendig, untertan zu sein, nicht allein der Strafe wegen, sondern auch des Gewissens wegen" (Röm 13,5). Wer deshalb bremst, weil er „Anlagen" sieht, beweist, dass ihm dieser Vers noch nicht ins Gewissen geredet hat. Es ist besser, der Strafe wegen ordnungsgemäß zu fahren, als sich durch zu schnelles Fahren zu versündigen. Aber Gott erwartet von uns, dass wir ein empfindliches Gewissen haben, was das Böse betrifft. Er möchte, dass wir deshalb ordnungsgemäß fahren, weil es eine Anordnung der Obrigkeit ist. Er möchte, dass wir von Herzen gehorsam sind und jede Sünde fliehen.

 

Es wird sich wohl niemand davon freisprechen können, dass er nicht auch schon einmal zu schnell gefahren ist. Zuweilen ist man ins Gespräch vertieft und hat ein Verkehrszeichen übersehen. Das kann leider jedem passieren. Aber wer „locker, flockig" und grundsätzlich zum Beispiel 20 km/h schneller fährt als erlaubt, macht sich vor Gott und der Obrigkeit schuldig. Man bekommt zwar keinen Punkt in Flensburg, aber es geschieht doch unter den Augen unseres heiligen Gottes. Das dürfen wir nie vergessen.

 

Freisprecheinrichtung oder Hantieren?

Freisprechen ist ein gutes Stichwort. Seitdem es Handys oder Smartphones gibt, ist man in Gefahr, mit diesen Geräten herumzuhantieren, während man am Steuer sitzt. Wir wissen alle, dass das verboten ist, wenn man nicht über eine Freisprecheinrichtung verfügt. Die Verletzung der Vorschrift ist aber nur eine Seite.

 

Das andere ist der Hintergrund dieses Gesetzes: Jeder weiß, dass die Aufmerksamkeit, die diesem technischen Gerät gewidmet wird, dem Straßenverkehr entzogen wird. Und genau dadurch gibt es Unfälle. Knapp 50% nutzen wohl ein Smartphone am Steuer, obwohl es verboten ist. Der Griff zum Gerät steigert die Unfallgefahr um das Doppelte. Lesen und Schreiben von Nachrichten sogar um das Zwölffache, sagt Wolfgang Fastenmeier, Professor für Verkehrspsychologie an der Hochschule Berlin. Wollen wir uns dem leichtfertig aussetzen?

 

Der Glaube kann verlästert werden

Was ist, wenn ich als Christ einen Unfall mit Personenschaden verursache, weil ich ein Smartphone benutzt habe? In besonders schlimmen Fällen bin ich dann verantwortlich, dass ein Mensch stirbt. Außerdem hat er dann keine weitere Möglichkeit mehr, sein Leben mit Gott in Ordnung zu bringen. Und wenn bekannt wird, dass ich Christ bin, wird zugleich noch der christliche Glaube verlästert (vgl. 2. Kor 6,3; 1. Tim 6,1; Tit 2,5). Das wäre tragisch!

 

Lasst uns bitte daran denken, wenn wir das nächste Mal am Steuer zu diesem Gerät greifen wollen. Nicht nur um des Punktes in Flensburg willen - auch deshalb -, sondern um unseres Gottes und unseres Gewissens willen. Wir wollen Ihn auch durch unser Verhalten hinter dem Lenkrad und am Gaspedal ehren. 

Folge mir nach – Heft 12/2017