16.11.2017 Gute Botschaft | Persönlicher Glaube | Dienst

George Michael: Vergebliche Mühe

Das Teenageridol und der Popstar George Michael zog kurz vor seinem Tod im Dezember 2016 ein trostloses Fazit seines Lebens. Vor kurzem war sein letztes Interview in einer TV-Doku zu sehen. So bekannt er war, so unglücklich muss er zugleich gewesen sein. Das kann man dieser TV-Dokumentation entnehmen. Der britische Sänger starb am 25. Dezember 2016 im Alter von nur 53 Jahren an Herzversagen. Sogenannte Schicksalsschläge in seinem Leben führten dazu, dass er Gott Vorwürfe machte. Er fühle sich „von Gott drangsaliert“, sagte er in seinem letzten Interview und klagte, als er auf sein Leben zurückblickte: „Ich denke, es war alles eine Zeitverschwendung, alles eine vergebliche Mühe.“

 

George Michael wurde als Georgios Panayiotou geboren und wuchs als Sohn eines griechischen Einwanderers und einer Britin in Nord-London auf. Mit 18 Jahren (1981) gründete er zusammen mit Andrew Ridgeley das Duo „Wham!“. Aus dieser Musikpartnerschaft kamen erfolgreiche Pophits wie „Wake Me Up Before You Go-Go“ hervor. Noch erfolgreicher war seine Solokarriere: Bis zu seinem Tod hatte der Popstar mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft, darunter Welthits wie „Careless Whisper“ oder „Faith“.

 

Aber Erfolg bedeutet nicht notwendigerweise Glück, echtes Glück. Das kann man am Leben von George Michael sehen. Auf vielen seiner Musikvideos spielen Frauen eine wichtige Rolle – aber in Wirklichkeit war der Sänger homosexuell. Sein Partner starb nach zwei Jahren an Aids; vier Jahre später starb seine Mutter im Jahr 1997.

 

Die ganze Zeit habe er entweder Angst vor dem Tod oder Angst vor einem nächsten Verlust gehabt, so Michael. Sein Fazit: Er habe „einen verzweifelten Ehrgeiz gehabt, berühmt zu werden. Aber wenn ich nach Glück suchen wollte, war das der falsche Weg.“

 

Offenbar hatte Michael eine Sehnsucht nach Glaube – wie sonst kommen Alben zustande mit dem Titel „Faith“ (Glaube) oder ein Kreuz als Ohranhänger? Aber er hat Gott nicht gefunden – hat er ihn wirklich gesucht, wie wir das von Josia lesen (2. Chr 34,3). Keine Frage, Gott hat auch diesem Mann mindestens zwei- oder dreimal angesprochen (Hiob 33,29.30), „um seine Seele abzuwenden von der Grube, dass sie erleuchtet werde vom Licht der Lebendigen“.

 

Auch Salomo hat die Erfahrung gemacht, dass alles eine Zeitverschwendung ist, eine vergebliche Mühe: „Und ich wandte mich hin zu allen meinen Werken, die meine Hände gemacht hatten, und zu der Mühe, womit ich mich wirkend abgemüht hatte: Und siehe, das alles war Eitelkeit und ein Haschen nach Wind; und es gibt keinen Gewinn unter der Sonne“ (Pred 2,11).

 

Wer aber unter der Sonne sein Glück nicht findet – dort kann es niemand finden! –, der kann sich auf die Suche nach dem Glück über der Sonne machen. Und Gott erweist sich als der Gott der Ewigkeit, der Schöpfer-Gott, der Gott der Liebe: für denjenigen, der Ihn als Retter-Gott in Christus Jesus annehmen möchte.

 

Andererseits frage ich mich: Haben wir ein Empfinden, wenn in unserem Umkreis solche suchenden, zweifelnden, resignierenden, verzweifelten Menschen sind? Finden sie in uns anziehende, hilfreiche, zu wahrem Glück weisende Menschen? Haben wir Zeit, wenn sie uns brauchen, ein Ohr, das zuhört, ein Herz, das für sie schlägt?

 

George Michael ist nicht an Suizid gestorben. Sein Herz hat nicht mehr mitgemacht. Es war – wie seine Leber – von Drogen und vermutlich Alkohol zerstört. Und von der ständigen Angst. Nun kann ihm niemand mehr helfen. Vorher gab es Zeit für ihn und für uns …