17.04.2018 Menschliches Zusammenleben

Parthenon der Bücher

Auf der Documenta 2017 in Kassel gab es den sogenannten „Parthenon der Bücher". Das Projekt der Künstlerin Marta Minujín, The Parthenon of Books, soll ein Zeichen gegen das Verbot von Texten und die Verfolgung ihrer Verfasser setzen. Früher oder heute verbotene Bücher aus der ganzen Welt wurden für die Realisierung des Werks auf dem Kasseler Friedrichsplatz ausgestellt, wo am 19. Mai 1933 im Zuge der sogenannten „Aktion wider den undeutschen Geist" rund 2.000 Bücher von den Nazis verbrannt wurden.

 

Das Besondere aus christlicher Sicht: Wie so oft hat man einen Blick für Bücher, die „woanders" verboten werden. Leicht aber übersieht man, dass es auch heute noch in Deutschland Bücher gibt, die auf dem „Index" stehen. Ja, da geht es um den sogenannten Jugendschutz.

 

Aber hat dieser scheinbare Jugendschutz für einen Sinn, wenn andererseits Bücher und Ideen in die Schulen hineinkommen, die Homosexualität und Genderismus sowie Transsexualität in kleine Kinder einpflanzen wollen, während christliche Erziehungsbücher wie das Buch von Tedd Tripp: „Eltern - Hirten der Herzen" verboten werden?

 

Solch ein Beispiel zeigt, wie Toleranz, die heute allenthalben eingefordert wird, in Wirklichkeit zu verstehen ist: Bekennende Christen sollen Andersdenkenden gegenüber tolerant sein. Aber der ernste christliche Glaube muss nicht „tolerant" geduldet werden. Gegen ihn darf, ja soll man vorgehen. Unter dem Schlagwort „Fundamentalisten" werden alle, deren Einstellungen auf der Bibel basieren, mundtot gemacht.

 

Wir dürfen uns trösten: „Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieb haben; wie ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, darum hasst euch die Welt" (Joh 15,18.19). Der Herr Jesus hat diese Ausgrenzung und diesen Hass vor 2.000 Jahren erlebt. Zugleich hat Er uns angekündigt, dass uns genau dasselbe widerfahren wird wie Ihm.

 

Daher wollen wir ein klares Urteil über das haben, was in dieser Welt abgeht. Aber wir wollen uns nicht einschüchtern lassen und unsere Überzeugungen weiter auf Gottes Wort basieren lassen. Nur das bewahrt uns vor einem falschen Weg und hilft uns, ein Leben zur Ehre des Herrn zu führen.

 

Er ist es wert, dass wir Ihm treu sind, selbst wenn wir als Fundamentalisten verspottet und angegriffen werden und dadurch Nachteile in dieser Welt erleiden müssen. Die Welt liebt das Ihre und die Ethik, die sie selbst verbreiten (und verändern) kann.

 

Dass sie dies im Fall der Documenta mit einem Tempel (Parthenon) verbindet, ist ein Stückweit bezeichnend. Sie hat ihre eigene Religion - die ohne Gott. Und leider folgt ihr darin auch eine der großen Kirchen in Deutschland ...