16.12.2017 Matthäus | Jesus Christus / Gott

Der Bericht über die Verwandlung in den Evangelien

Wir finden den Bericht über diese sogenannte Verklärung (Verwandlung, das Strahlen) des Herrn in den drei synoptischen Evangelien Matthäus, Markus und Lukas. Wir können gut verstehen, dass Johannes nicht davon berichtet. Denn er spricht von der ewigen, unübertrefflichen Herrlichkeit des Sohnes des Vaters, die Ihm von Ewigkeit zu Ewigkeit zu eigen ist.

 

Markus zeigt uns, wie der Diener, der sich so sehr erniedrigt hat, in eine zukünftige Herrlichkeit gekleidet wird, die nicht mehr an diese Niedrigkeit erinnern lässt. Der Vater erweist seinem Knecht eine besondere Ehre. Markus betont besonders die Reinheit des Herrn. Und er zeigt, dass Gottes Antwort auf seine Reinheit hier auf der Erde auch darin besteht, diese einmal vor aller Welt in wunderbarem Glanz deutlich zu machen (vgl. Mk 9,3).

 

Lukas dagegen beschränkt sich nicht auf das zukünftige Königreich. Bei ihm heißt es daher auch nicht, dass der Sohn des Menschen „in seinem Reich" kommt, sondern dass die Jünger „das Reich Gottes" sehen würden (Lk 9,27). Er spricht von einer Szene, die bei uns heute schon Wirklichkeit sein kann. Er zeigt, wie wir im Reich Gottes eine himmlische Gemeinschaft als Gläubige mit dem Vater und dem Sohn „in der Wolke" genießen dürfen. Daher ist auch von „etwa acht Tagen" die Rede, nicht von den sechs Tagen, die Matthäus und Markus nennen. Das mag eine Frage der Ausdrucksweise sein, wie auch wir heute von acht Tagen - wir meinen eine Woche - sprechen, während sechs Tage den genauen Termin benennt. Aber die Zahl 8 ist immer wieder das Symbol für die Ewigkeit. Wenn es bei den Festen des Herrn einen achten Tag gab, dann steht dieser nicht für das 1.000-jährige Friedensreich, sondern für die dann beginnende Ewigkeit. Das ist der Bereich der neuen Schöpfung. Wir dürfen geistlicherweise schon heute in dieser neuen Schöpfung leben und die Gemeinschaft des Vaterhauses, von der Johannes 14,2 spricht, in der jetzigen Zeit vorweg genießen (vgl. Joh 14,23).

 

Lukas ist der Evangelist, der uns in die Briefe des Apostels Paulus einführt. Daher bezieht sich Lukas immer wieder, wenn Matthäus und Markus auf eine zukünftige Zeit hinweisen (gerade in den prophetischen Reden), auf die heutige Zeitperiode. In Lukas dürfen wir miterleben, dass der Vater seinem Sohn, dem vollkommenen Menschen Jesus Christus, durch diese Verwandlung eine Ermunterung auf dem Weg zum Kreuz schenkt, nachdem der Herr gerade zum ersten Mal von seinem Tod sprechen musste. Er stellt Ihm die vor Ihm liegende Freude vor, um deretwillen Er das Kreuz erduldete. Ausdrücklich heißt es hier, dass Mose und Elia „in Herrlichkeit" erschienen (Lk 9,31), und zwar als Antwort Gottes auf die bewusste Abhängigkeit Jesu im Gebet.

 

Bei Matthäus finden wir einen weiteren Gesichtspunkt. Die Jünger waren sicherlich durch die Ankündigung des Todes des Herrn entmutigt. Die verkehrte Reaktion von Petrus beweist, dass sie nicht erfassten, was der Herr sagte, und sich mit dieser „Zukunft" auch so nicht abfinden wollten. Da gibt ihnen Gott nicht nur einen Eindruck des Reiches Gottes, wie es bei Markus und Lukas heißt. Nein, Er lässt „sie den Sohn des Menschen kommen sehen in seinem Reich" (Mt 16,28). So schenkt Gott ihnen eine großartige Ermutigung.

 

Nebenbei bemerkt sehen wir in der Tatsache, dass gerade derjenige der Evangelisten, der bei dieser Szene dabei war, als einziger nicht darüber berichtet, einen wunderbaren Beweis der Inspiration der Schrift. Die Frage ist nicht, wer menschlich gesprochen am passendsten für die jeweilige Berichterstattung ist. Der Geist Gottes kann sich über eine körperliche Anwesenheit hinwegsetzen, wenn es seinen göttlich vollkommenen Zielen entspricht.