26.11.2017 Matthäus | Prophetie

Den Tod nicht schmecken

Der letzte Vers von Matthäus 15 gehört eigentlich zu Kapitel 17, wo wir die Szene auf dem Berg der Verklärung finden. Jesus hatte von sich in den vorherigen Versen als vom Sohn des Menschen gesprochen und diese Herrlichkeit mit der seines Vaters verbunden, wenn Er als Mensch zusammen mit seinen Engeln zur Lohnvergabe kommen wird.

 

Diesen Gedanken greift Er jetzt auf. Der Herr möchte den Jüngern Mut machen. Er möchte ihnen zeigen, dass Er selbst sterben und auferstehen würde. Aber auch für die Jünger würde es ein Leben der Hingabe und Selbstverleugnung sein. Am Ende allerdings würde der Vater nicht nur dem Sohn des Menschen, sondern auch dessen Jüngern eine großartige Herrlichkeit schenken. Davon spricht Er in Vers 28.

 

Christus kann nur „einige" von seinen Jüngern mitnehmen, gerade diejenigen, die durch ihren Dienst und ihre Hingabe eine besondere Treue immer wieder bewiesen hatten. Sie sollten den Tod nicht schmecken, bis sie den Sohn des Menschen haben kommen sehen in seinem Reich. Viele haben gerätselt, was damit gemeint sein könnte. Einige meinten, diese Jünger würden nicht sterben, bis der Herr Jesus sein Königreich aufrichtet. Das ist vergleichbar damit, dass nach der Aussage des Herrn über seinen Jünger Johannes („Wenn ich will, dass er bleibe, bis ich komme", Joh 21,22) manche dachten, Johannes würde nicht sterben. Wir können heute sicher sagen, dass diese Auslegung falsch ist, denn alle Jünger sind gestorben. Aber weder hat das Königreich des Herrn in äußerer Machtentfaltung begonnen - und gerade davon ist hier die Rede -, noch ist der Herr Jesus wiedergekommen.

 

Andere meinten, es könnte das Kommen des Herrn nach seinem Tod und seiner Auferstehung gemeint sein. Aber auch diese Erscheinung entspricht nicht dem Charakter der sichtbaren Entfaltung des Königreichs. Denn der Herr ist nur Gläubigen erschienen, nicht jedoch der Welt und den Menschen insgesamt. Wieder andere haben an die Zerstörung Jerusalems gedacht: Aber was für eine Herrlichkeit des Herrn und der Seinen steht damit in Verbindung? Wir müssen sagen: Keine!

 

Alles wird einfach, wenn wir der Führung des Geistes Gottes folgen. Er spricht davon, dass einige den Tod nicht erleben werden, bis sie den Herrn Jesus in einer bestimmten Weise gesehen hätten. Und genau in den Folgeversen kommt dann eine solche Herrlichkeit seiner Person vor uns, dass wir sicher sein können: Die Begebenheit in Kapitel 17,1-8 ist gemeint. Sonst nichts.

 

Es ist wahr: Oft kratzen wir nur an der Oberfläche dessen, was wir in der Schrift finden. Aber der Herr stellt die Dinge nicht kompliziert dar. Wir müssen oft viel schlichter denken. Das können wir bei Kindern lernen. Wenn wir der klaren Führung des Geistes Gottes folgen, werden wir Gottes Gedanken verstehen. Dann werden die Dinge sehr klar. So auch hier.